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Ostprignitz-Ruppin Oberschule besiegelt rumänische Partnerschaft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Oberschule besiegelt rumänische Partnerschaft
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02:15 15.07.2017
Eva-Maria Vanino, Matthias Witte, Torge Kuchnowski und Denise Buck (v.l.) bereiten eine Büchersendung für Rumänien vor. Quelle: Christamaria Ruch
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Wittstock

„Das ist unsere erste Schulpartnerschaft“, sagt Eva-Maria Vanino und holt die druckfrische Urkunde hervor. Sie besiegelt seit dem Wochenende die Zusammenarbeit der Polthier-Oberschule in Wittstock und dem „Liceul German“ in Sebes, dem deutschen Lyzeum in Mühlbach im rumänischen Siebenbürgen. Dabei handelt es sich um ein deutschstämmiges Gebiet.

Fünf Schüler und drei Lehrkräfte der Polthier-Oberschule reisten letzte Woche für fünf Tage nach Rumänien (die MAZ berichtete). Dabei erlebten sie ein prall gefülltes Kultur- und Bildungsprogramm. Klaus-Peter Krüger aus Potsdam, Partnerschaftsbeauftragter der Region Centru in Rumänien, begleitete die Gruppe. Nun besiegelten Schulleiterin Eva-Maria Vanino und ihre rumänische Amtskollegin Verona Maria Onofrei mit ihren Unterschriften die Partnerschaft zwischen beiden Bildungseinrichtungen.

Konzepte und Probleme vergleichbar

„Dort und hier sind die Schulkonzepte und auch die Problemlage vergleichbar“, sagt Vanino. Besonders vorteilhaft ist, dass es sich um eine deutschsprachige Schule handelt. Wobei Deutsch als Fremdsprache vermittelt wird. „Es ist faszinierend und beeindruckend, wie gut die Schüler dort Deutsch sprechen“, sagt Vanino. Laura Sandor unterrichtet seit einem Jahr an der Polthierschule; sie stammt aus Siebenbürgen und kam als Kind nach Deutschland. Nun reiste sie wie ihre Kollegin Heidi Mohrmann mit nach Rumänien.

320 Schüler besuchen von der Vorschule bis zum Abitur die Schule in Mühlbach. Die Polthierschule kommt auf 280 Schüler von der 7. bis zur 10. Klasse. Denise Buck, Torge Kuchnowski und Matthias Witte aus der 10. Klasse gelten als weltoffen und empfahlen sich somit für die Reise. Schon jetzt steht fest, dass sie trotz Schulwechsel oder Berufsausbildung zukünftig die Partnerschaft begleiten. „Der direkte Kontakt ist wichtig“, so Matthias. „Wir haben nicht erlebt, dass dort einzelne Schüler ausgegrenzt werden“, sagt Denise. Und für Torge steht fest: „Die Leute dort sind netter als hier.“ Alle drei hatten ein Klischee vor Augen, was sie nun korrigieren: „Wir dachten, die sind dort viel ärmer.“ „Eine Partnerschaft im osteuropäischen Raum ist wirklich interessant“, sagt Eva-Maria Vanino. Vor allem im strikten Regel- und Wertesystem sieht sie gute Ansätze für die pädagogische Arbeit.

Schulbücher auf dem Weg nach Rumänien

Die Partnerschaft nimmt bereits kommendes Wochenende weitere Konturen an. Wegen des neuen Rahmenlehrplans in Brandenburg ab dem nächsten Schuljahr werden die alten Schulbücher in der Oberschule schrittweise ausgemustert. Sie gehen als Klassensätze auf die Reise nach Mühlbach. „Dort besteht ein hoher Bedarf an deutschsprachigen Büchern“, sagt die Schulleiterin. Und: „Es sind dort teilweise beschwerliche Umstände, den Stoff zu vermitteln.“ Werden etwa die Klassiker der deutschen Literatur behandelt, beziehen die Lehrer die Texte aus dem Internet und versenden sie zum Lesen an die Schüler.

„Wir haben beim Besuch in Mühlbach eine deutschsprachige Theateraufführung von „Romeo und Julia“ gesehen, die Leistung der Schüler war dabei so beeindruckend“, sagt Eva-Maria Vanino. Schon im September besuchen rumänische Schüler Wittstock. Am 6. September ist etwa im Wittstocker Rathaus eine musikalische Vortragsreise über Siebenbürgen geplant. Als nächste Meilensteine sollen Schüler aus Mühlbach Anfang nächsten Jahres eine Woche in Wittstock erleben. Dabei wird ein Theaterstück gemeinsam geprobt und aufgeführt. Aus diesem Grund gehörten die beiden Achtklässler Maya Fechner und Chantal Gehring auch zur Reisegruppe. Sie sind in der hiesigen Theatergruppe aktiv.

Ab September wird Lehrerin Laura Sandor eine Rumänisch-Arbeitsgemeinschaft betreuen. Langfristig sucht die Polthierschule Möglichkeiten für den bilateralen Schüleraustausch. „Wir versuchen, Anträge für die Aufnahme in das Erasmusprogramm, einem europäischen Bildungsprogramm für die Jugend, zu stellen“, sagt Eva-Maria Vanino.

Von Christamaria Ruch

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