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Ostprignitz-Ruppin Öko-Nudeln sind gefragt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Öko-Nudeln sind gefragt
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18:33 27.02.2017
Das fleißige Team sorgt auf dem Demeterhof dafür, dass die Kunden pünktlich ihre Nudeln bekommen. Quelle: Cornelia Felsch
Kuhhorst

Auf der Grünen Woche waren die Nudeln vom Ökohof Kuhhorst der Renner und auch in regionalen Ökoläden Berlins und Brandenburgs sind die veganen Produkte sehr gefragt. Franziska Dietrich und ihre Mitarbeiter stehen täglich an der Nudelmaschine, um den Bedarf befriedigen zu können. Dennoch geraten die Lieferungen oft ins Stocken. Doch das liegt nicht an den fleißigen Kuhhorstern. Gemahlen wird das Getreide aus eigenem Anbau in einer Berliner Demeter-Bäckerei, die diese Arbeit für den Ökohof neben dem eigentlichen Tagesgeschäft erledigt. „Sie kommen oft gar nicht mit der Mehlproduktion nach“, sagt Franziska Dietrich. „Vor allem die Nachfrage nach Dinkel-Vollkornmehl ist der reine Wahnsinn.“

Die gelernte Restaurantfachfrau betreut seit 2014 eine Gruppe behinderter Menschen auf dem Kuhhorster Demeterhof. Gemeinsam kümmern sie sich um die Nudelproduktion und die Verpackung von Getreideprodukten.

Kuhhorster Nudeln in allen Farben. Quelle: Cornelia Felsch

Mit einem Hochleistungsmixer werden die Rote-Bete-Knollen zerkleinert. Sie wurden im November auf den Feldern des Ökohofs geerntet, blanchiert und eingefroren. Nun werden sie weiter verarbeitet und geben Bandnudeln und Spaghetti die typische rote Farbe. In der Nudelmaschine, die bereits in die Jahre gekommen ist, werden gerade Mehl, Tomaten und Tomatensaft zu einem Teig vermengt. Sechs Kilogramm Mehl, 1,8 Kilogramm Tomaten und 500 Milliliter Tomatensaft verschwinden in dem Trichter. Der Teig enthält keine Eier und ist daher auch für die vegane Ernährung geeignet. „Demnächst wollen wir unsere Produkte auch vegan zertifizieren lassen“, sagt Franziska Dietrich. Produkte die das vegane Siegel erhalten, dürfen keine tierischen Bestandteile enthalten. Auch Zutaten die aus Fleisch und Knochen hergestellt werden, dürfen nicht verwendet werden.

Auf ein Sieb fallen die fertigen Tomaten-Spirelli. Noch sind sie etwas krumm und unregelmäßig, doch die Nudelexperten haben bereits viele Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt und wissen, was zu tun ist. Die Konsistenz der Teigmasse muss stimmen – noch etwas Tomatensaft kommt hinzu. Gleichmäßig gedreht verlassen nun die Tomaten-Spirelli die Maschine und fallen auf das Sieb, wo sie noch einmal handverlesen werden. Was nicht in die Tüte kommt, wird an das Federvieh verfüttert. „Die Hühner freuen sich dann und legen besonders gute Eier“, sagt Gunnar Hochstein, einer der betreuten Mitarbeiter. Stolz präsentieren die Nudelkenner ihre Produkte. Die Dinkelnudeln gibt es als Bärlauch-, Möhren-, Tomaten- und Spinat-Variante. Die verwendeten Metalleinsätze entscheiden darüber ob die Nudeln als Band oder als dünne runde Spaghetti die Maschine verlassen. Das Abschneiden mit dem Teigschaber, um den Nudeln die richtige Länge zu geben, ist dann wieder Handarbeit. Mit der Nudelherstellung ist es allerdings noch nicht getan. Schließlich müssen die Lebensmittel noch gut verpackt werden. Das geschieht in 250- und 500 Gramm-Tüten.

Die unterschiedlichen Einsätze sorgen für verschiedene Nudelformen. Quelle: Cornelia Felsch

Nudeln aus Kuhhorst gibt es nicht nur in Bio-Geschäften; auch bei Edeka in Rheinsberg und Neuruppin kann man die farbenfrohen Naturprodukte kaufen. Regionalität ist auch für die Betreiber des Resort Mark Brandenburg wichtig. Chefkoch Matthias Kleber verwendet bei der Speisenzubereitung ausschließlich frische und regionale Produkte und arbeitet hierfür mit ausgewählten Erzeugern zusammen, zu denen auch der Ökohof Kuhhorst gehört. Der Demeterhof liefert die Nudeln aus selbst angebautem Dinkel und Weizen auch in kleineren Portionstüten von 130 Gramm an das Hotel in Neuruppin.

Franziska Dietrich produziert mit ihren Mitarbeitern aber nicht nur Nudeln. Die fleißigen Kuhhorster helfen auch beim Catering, backen Kuchen oder helfen beim Schlachten. „Von April bis Mai geht es wieder in den Park. Dort ernten wir dann unseren Bärlauch selbst“, sagt Gunnar Hochstein und fügt hinzu: „Wir machen auch unsere Bärlauchbutter selbst.“
Im Nudelalltag ist das eine Abwechslung, auf die sich alle bereits freuen. Genauso wie auf das „Kartoffel klappern“: Dafür bekommen alle Mitarbeiter ein Glas, in das sie die Kartoffelkäfer sammeln und ziehen damit aufs Feld. Denn chemische Mittel sind auf dem Öko-Acker tabu und so helfen alle gemeinsam mit, die Käfer von den Kartoffeln fernzuhalten. Wer die meisten Kartoffelkäfer in seinem Glas hat, ist Sieger beim Wettbewerb um die gestreiften Kartoffel-Schädlinge. Damit die Mitarbeiter all diese Herausforderungen meistern können, wird in Kuhhorst auch für Fitness gesorgt. In regelmäßigen Abständen finden dort Rückenschulen statt.

Von Cornelia Felsch

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