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Offene Türen bei Stephanus

Kyritz Offene Türen bei Stephanus

Die Kyritzer Stephanus-Werkstatt öffnete am Freitag ihre Türen für Besucher. Sie konnten unter anderem die Näherei besichtigen, die für eine Firma, die Komparsen ausstattet, Uniformteile zuliefert.

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Gundula Nebelin zeigt den Kindern der Kita „Spatzennest“ die Maschine, die Namen schreiben kann.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Da staunten die Kinder der DRK-Kita „Spatzennest“, als sie vor der Maschine standen, die Namen schreiben kann. Gundula Nebelin zeigte den Kleinen mit ihren gelben Warnwesten, wie das funktioniert. Die Stickmaschine steht in der Näherei der Stephanus-Werkstatt Kyritz und Gundula Nebelin ist dort eine von drei Gruppenleiterinnen. „Alles ausgebildete Näherinnen“, erklärte Betriebsstättenleiter Bodo Schröter denjenigen, die sich mit ihm auf den Rundgang durch die Werkstatt begeben hatten.

Am Freitag war dort Tag der offenen Tür. Und es schien, als hätten alle nur darauf gewartet. Von allen Seiten strömten die Besucher in den Leddiner Weg von Kyritz. Parkplätze rings um die Werkstatt waren Mangelware. Immer mittendrin die Kita-Kinder. Mit ihren Westen waren sie im Gewimmel gut zu sehen und konnten nicht verloren gehen. Im Gänsemarsch liefen sie von Abteilung zu Abteilung, staunten hier, fassten dort etwas an und durften auch mal selbst Hand anlegen.

Die Tierspieluhren gibt es in der Werkstatt nicht zu kaufen

Die Tierspieluhren gibt es in der Werkstatt nicht zu kaufen. Sie werden für eine Firma hergestellt.

Quelle: Sandra Bels

Werkstattleiter Peter Abraham hatte Mitarbeitern und Gästen zur Eröffnung viel Spaß und gute Gespräche gewünscht. In der Näherei blieb zeitweise die Arbeit liegen, weil die Besucher so viele Fragen hatten. Die 24 Näherinnen arbeiten für eine großen Auftraggeber in Tangermünde, der unter anderem Komparsen für Kriegs- und Antikriegsfilme ausstattet. Der bekannte Film Platoon sei laut Bodo Schröter dabei gewesen. „Die Firma braucht Uniformen vom Mittelalter bis zur Neuzeit und wir helfen beim anfertigen“, so der Betriebsstättenleiter. Auf dem großen Zuschneidetisch lagen bündelweise alte NVA-Hosen. In der Näherei wird aus lang kurz. Sie werden abgeschnitten und umgenäht und gehen zurück nach Tangermünde. Aus Jacken in Flecktarn werden Westen. Die Näherinnen entfernen die Kragen und kürzen die Westen. Außerdem tauschen sie auch Embleme zum Beispiel auf T-Shirts aus.

Alte vor Jahrzehnten befüllte Armeerucksäcke müssen ausgepackt und die Dinge darin vereinzelt werden, wie Gruppenleiterin Renate Werk sagt. Das heißt, die Unterhosen, Sturmhauben, Hemden, Kragenbinden, das Essgeschirr, Taschentücher und Pullover und was sonst noch in den Rucksäcken steckt, wird ausgepackt und sortiert. Das riecht teilweise ganz schön muffig. Die olivgrünen Teile haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Gewaschen werden sie in der Werkstatt aber nicht. Das passiert später. Vom Rucksack selbst müssen die Schnüre und Bindungen entfernt werden. Auch er wird fast in seine Einzelteile zerlegt und später von der Auftrag gebenden Firma weiter verwertet.

Monique Wegner (r) und Agnes Schröder sind Näherinnen und helfen auch mal in der Metallmontage

Monique Wegner (r.) und Agnes Schröder sind Näherinnen und helfen auch mal in der Metallmontage.

Quelle: Sandra Bels

Daneben hat die Näherei noch weitere zehn bis zwölf kleinere Auftraggeber. Und dazu kommen noch Privatkunden, die zum Beispiel Handtücher zum Besticken bringen. „Ich arbeite seit neun Jahren hier und habe es noch nie erlebt, dass die Näherei keine Arbeit hatte“, so Bodo Schröter.

Er zeigte den Besuchern natürlich auch die anderen Bereiche der Werkstatt. Dazu zählen unter anderem die Metallbearbeitung, die Kabelmontage und der Holzbereich. Überall konnte man mit den Beschäftigten ins Gespräch kommen. Die Besucher ließen sich nicht lange bitten. Teilweise war kein Durchkommen in den einzelnen Bereichen. Auf dem Hof der Werkstatt gab es nicht nur Bratwurst aus der Betriebsstätte Heilbrunn. Dort ­wurde auch das traditionelle Fußballturnier der Stephanus-Teams ausgetragen. Angetreten waren Mannschaften aus den Werkstätten aus Ostprignitz-Ruppin und aus Berlin. „Wir haben extra bis 8 Uhr früh Regen bestellt, damit der Rasen schön nass ist“, hatte Peter Abraham morgens gesagt und dabei geschmunzelt.

Von Sandra Bels

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