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Ostprignitz-Ruppin Olaf Stallknecht drechselt formschöne Unikate
Lokales Ostprignitz-Ruppin Olaf Stallknecht drechselt formschöne Unikate
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00:34 09.03.2018
In seinem Element: Olaf Stallknecht bearbeitet einen Ahornrohling an der Drechselbank. Quelle: Christamaria Ruch
Rosenwinkel

Das glatt gewachsene Holz lässt Olaf Stallknecht links liegen. Verwachsungen, Verwitterungen oder Einschlüsse wecken hingegen sein Interesse. Egal ob der Apfelbaum aus Altersgründen gefällt wird oder eine Aprikose im Sturm bricht – Olaf Stallknecht haucht dem Werkstoff aus der Natur beim Drechseln ein zweites Leben ein.

Olaf Stallknecht aus Rosenwinkel fand vor drei Jahren zu seinem Hobby. Eine vererbte Drechselbank stand schon bei ihm in der Werkstatt. Dann feierte der Kunstmaler Detlef Glöde aus Blumenthal sein zehnjähriges Jubiläum und beim Tag des offenen Ateliers war dort auch wieder der Pritzwalker Horst Kontak zu Gast. Kontak drechselt nicht einfach Dosen, sondern verzaubert Holz auf kleinem Raum. „Zwei Tage später habe ich Horst Kontak besucht und ich sollte einfach nur zugucken, aber dann hat er sehr viel erzählt und mich richtig angeheizt“, erinnert sich Olaf Stallknecht.

Die Naturrandschale aus Pflaume gibt Einschlüsse oder Verwachsungen preis. Quelle: Christamaria Ruch

„Holz ist ein schöner Werkstoff“, sagt er. Anfang der 1990er Jahre setzt sich im Osten eine neue Mentalität durch: Recycling gehörte größtenteils der Vergangenheit an, anstatt dessen entschieden sich viele Menschen für den Neukauf. Stallknecht schwamm gegen diesen Strom und rettete altes Holz und andere Werkstoffe. Bis heute hängt sein Herz an den krummen und schiefen Dingen. Drechselt er eine Schale, soll sie später „nicht nur da stehen, sondern auch als Gebrauchsgegenstand genutzt werden“, sagt er.

Der Essigbaum gibt grünstichiges Holz mit effektvoller Maserung preis, die Pflaume hält eine warme Rotfärbung bereit, Ahorn kann mitunter fast Weiß aussehen. Auch mehr als 100 Jahre alte Eichenbohlen aus Fachwerkhäusern können als Obstschale fortbestehen. Eine alte Eichenwurzel hat er ebenfalls in die Drechselbank gespannt, dann drehte und wendete er das Holz und entdeckte an der Unterseite eine schönere Struktur.

Die Verwitterungen machen auch die Eichenschale zum Unikat. Quelle: Christamaria Ruch

„Wenn ein Baum nicht mehr als Lebendes weiter bestehen kann, soll er aber als Schale bewahrt werden.“ Jedes Stück ist dabei ein Unikat. Er favorisiert Objekte mit Naturrand. Dabei bleibt die Rinde am Schalenrand erhalten und sieht wie bei der Pflaume dunkelbraun oder beim Lebensbaum tiefrot aus. „Eibenholz ist auch sehr beliebt, da stecken viele Farben drin“, so Olaf Stallknecht. Dann schleift er die Oberfläche der Gefäße, bis sie an einen Handschmeichler erinnern.

Das Holz kann unterschiedlich trocknen. „Man kann es ablagern und als Faustregel gilt, dass das Hartholz wie Eiche, Buche oder Obstbaum ein Zentimeter pro Jahr trocknet“, sagt Stallknecht. Er geht aber auch einen anderen Weg und stellt Schalen oder Schüsseln in Form von Holzrohlingen zum Trocknen. Erst dann werden sie fertig gedrechselt. Bearbeitetes Holz trocknet er wiederum schonend, um spätere Risse zu vermeiden. „Die Gefäße werden dabei mit Holzspänen in Papiertüten gesteckt“, erklärt Olaf Stallknecht.

Olaf Stallknecht stellt seine Holzgefäße bei der Frauentagsfeier am Freitag, 9. März, um 16 Uhr im Bürgerhaus in Blumenthal aus.

Von Christamaria Ruch

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