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Ostprignitz-Ruppin Oldtimer fördern Geselligkeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Oldtimer fördern Geselligkeit
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00:16 15.08.2016
Je nach Gastgeber gibt es bei den Treffen der Oldtimerfreunde verschiedene Schätze zu bewundern. Bei Günter Uckert sind es Mofas. Quelle: Beckmann
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Kyritz

Der unbedarfte Blick ins Fotoalbum provoziert Missverständnisse: Vor allem sieht man Männer beim Essen. Ein Gourmetzirkel? Die in lockerer Folge eingestreuten Bilder mit historischen Kraftfahrzeugen führen dann aber doch auf die richtige Spur: Hier geht es um eine Gruppe von Oldtimerfans.

Allerdings wird der Geselligkeit bei der Interessengruppe „Kyritzer Knatter-Freunde“ ganz besonders hoher Stellenwert beigemessen.

Regelmäßig einmal im Monat trifft sich das runde Dutzend Freunde an wechselnden Orten zur gemütlichen Runde. Ja, dann wird auch was gegessen. Aber die Gespräche drehen sich fast ausschließlich ums Thema Kraftfahrzeug. Sogar der Unterhaltungsteil ist klar darauf ausgerichtet. Stets sind kleine Spiele vorbereitet: Schätzen Sie das Gewicht dieses Kolbens oder jenes Kugellagers! Das ist was für Experten.

Hirnschmalz gefragt: Kleine Knobeleien sind bei den Treffen beliebt. Quelle: Alexander Beckmann

Das Interesse am Oldtimer hat in und um Kyritz eine jahrzehntelange Geschichte. 1983 wurde der MC Kyritz gegründet, um am „Veteranensport“ des ADMV teilhaben zu können, des Allgemeinen Deutschen Motorsportverbandes, der in der DDR sämtliche motorisierten Freizeitaktivitäten koordinierte. Der Begriff „Oldtimer“ war in dieser Beziehung damals noch nicht so gebräuchlich.

Mit der Wende 1989 endeten die organisierten Aktivitäten in Kyritz. Oldtimerfreunde gab es allerdings immer noch. Und die fanden sich Ende der 1990er Jahre zur heutigen lockeren Interessengemeinschaft zusammen. Man unternimmt Ausfahrten, gestaltet den einen oder anderen Showauftritt, hilft sich mit Tipps und Teilen und genießt regelmäßig die Geselligkeit. Neben Kyritzern sind auch Wusterhausener, Vehlower, Wutiker und Brüsenhagener mit von der Partie.

Da wartet schon das nächste Projekt: eine Simson SR2. Quelle: Alexander Beckmann

Im Hintergrund des Ganzen schlummert historische Kraftfahrzeugtechnik. In der Kyritzer Runde finden sich einige echte Schätze.

BMW Dixi von 1928

Der Älteste: Das älteste Baujahr in der Interessengemeinschaft kann Werner John (65) aus Kyritz vorweisen. Sein BMW Dixi wurde 1928 zugelassen. Der offene Zweisitzer war das erste unter BMW-Regie gebaute Automodell. „Wie die Jungfrau zum Kinde“ sei er damals, vor 20 Jahren zu dem Fahrzeug gekommen, erinnert sich Werner John. „Mich hat jemand angerufen und hat mir einen Dixi angeboten.“ Zuerst erschien die ganze Geschichte ziemlich undurchsichtig. Irgendwann kam Licht in die Angelegenheit: „Der Eigentümer war mit diesem Auto 1986 in Trieplatz zum Oldtimertreffen und kannte mich daher.“ Lange musste John über das Angebot nicht nachdenken. Seitdem ist er regelmäßig mit dem Wagen unterwegs. „Ich war dieses Jahr schon zu vier Treffen und fahre noch zum Dixi-Treffen nach Eisenach.“ Trotz seines Alters sei der Typ in der Region gar nicht so exotisch. „In und um Kyritz herrscht bestimmt die höchste Dixi-Dichte Deutschlands“, schätzt John. „Im Umkreis von zehn Kilometern haben wir sechs.“

Lanz-Bulldog, Baujahr 1940

Der Bulligste: Nervenzerfetzende 20 PS und ein Kampfgewicht von 3,5 Tonnen wirft der 1940 gebaute Lanz-Bulldog von Volker Kutz aus Kyritz in die Waagschale. Der 55-Jährige hat sich mit dem Traktor einen Kindheitstraum erfüllt. „Ich komme aus Walsleben. Da gab’s den Bauern Lenz und der hatte einen Lanz-Bulldog. Mit dem sind wir als Kinder immer mitgefahren. Das hab ich mir schon gesagt: So einen willst du mal haben.“ Vor rund 15 Jahren ergab sich dann wirklich die Gelegenheit, auch wenn das Traktor-Fundstück damals kaum mehr als Schrott war. Kutz machte sich daran, den Oldie penibel zu restaurieren. Trotzdem wurde kein reines Ausstellungsstück draus: „Bei schönem Wetter fahren wir ab und zu durch die Gegend – zu Himmelfahrt auch mit dem Kremser.“

Lkw W 50 von 1983

Der Größte: Das meiste Metall im Freundeskreis bringt Christian Rahn auf die Straße. Sein Lkw W 50 wurde 1983 in Ludwigsfelde gebaut und war für den Export in den Irak gedacht. „Die Beschriftung, das ist alles auf Arabisch. Das kann ich gar nicht entziffern.“ Den Kofferaufbau des Allradlers hat der 34-Jährige zum Wohnen umgebaut – Campen auf jedem Terrain, bloß nicht in engen Innenstädten. Auch für Christian Rahn gaben Kindheitserlebnisse den Ausschlag für die Wahl: „Ich bin schon bei meinem Vater immer auf dem Mitteltunnel mitgefahren. Da musste es sowas sein.“ Natürlich sei der W 50 etwas „speziell“. „Aber die Fangemeinde wird immer größer.“

BMW R2, gebaut 1931

Die Exotin: Eine echte Rarität nennt Johannes Jurga (71) aus Kyritz sein Eigen: eine BMW R2 von 1931. Die 6-PS-Maschine stammt aus der ersten Serie des Typs, der später den Erfolg der Motorradmarke BMW mitbegründete. Das Erstserienmodell ist allerdings noch etwas eigen: Anders als bei späteren Motoren liegen die Ventile des Einzylinders offen. Interessant aber: „Man muss immer ’ne Fettpresse dabei haben und alle hundert Kilometer schmieren“, erklärt der sichtlich stolze Besitzer. „Wenn man Oldtimerfreund ist, dann ist man immer auf der Suche. Ich wollte was Besonderes.“ Schon vor über 30 Jahren konnte er die Maschine kaufen. „Aber das war bloß noch Schrott.“ Heute fährt sie wieder. „Und vor allem zeige ich sie“, sagt Johannes Jurga.

Von Alexander Beckmann

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