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„Online-Omi“ amüsierte in Bibliothek

Wittstock „Online-Omi“ amüsierte in Bibliothek

Im Grünen Salon der Wittstocker Bibliothek duftete es am Donnerstagabend nach Lavendel. Die „Online-Omi“ Renate Bergmann war zu Gast und hatte ihr Publikum mit Kölnisch Wasser erfrischen wollen. Nebenbei berichtete sie aus dem Buch „Das bisschen Hüfte, meine Güte“, wie ihr auf einer Hochzeit der Ausweichversuch vor dem Brautstrauß misslang.

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„Kunst braucht ein Zuhause“

Schauspielerin Anke Siefke spielte die Kultrentnerin Renate Bergmann. .

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Die Wittstocker Bibliothek kennen Anke Siefken und Torsten Rohde schon aus dem vergangenen Jahr. „Wir sind immer hier zu Gast“, sagte Torsten Rohde, Autor der Bestseller-Buchreihe über die fiktive „Online-Omi“ Renate Bergmann. Die Schauspielerin Anke Siefken hatte er vor zwei Jahren in der Rolle seiner Kunstfigur auf der Bühne erlebt, seitdem tourt er mit ihr durch Deutschland und bietet Lesungen der ganz besonderen Art. So auch am Donnerstagabend wieder in Wittstock, wo Renate Bergmann einen Teil aus dem 2015 erschienenen Buch „Das bisschen Hüfte, meine Güte. Die Online-Omi muss in Reha“ vortrug.

Für ihre 82 Jahre ist die Rentnerin aus Berlin noch recht fit. „Ich trage seit 1948 Konfektionsgröße 38“, sagte sie. Aber nur, weil sie statt des Fahrstuhls lieber die Treppen nutze und nach dem frühen Abendbrot die falschen Zähne ins Glas lege. „Dann nascht man weniger“, betonte sie. Auch geistig ist Renate Bergmann voll auf der Höhe, immerhin hat sie das Internet und den Kurznachrichtendienst Twitter für sich entdeckt. Zumindest präsentierte sie dem Publikum alle Figuren, die in ihrer Geschichte vorkamen, als Porträt auf ihrem Smartphone. „Das ist Anke in verschiedenen Rollen“, klärte Torsten Rohde nach der Lesung auf.

Im MAZ-Gespräch betonte er, dass Senioren mit Smartphones heute durchaus keine Seltenheit mehr wären. Ideen für seine Bücher sammle er aus dem Alltag, indem er Senioren beobachte aber auch eigene Erfahrungen mit einfließen lasse.

Torsten Rohde und Renate Bergmann signierten nach der Lesung Bücher

Torsten Rohde und Renate Bergmann signierten nach der Lesung Bücher.

Quelle: Christian Bark

Im Vortrag der „Online-Omi“ ging es um den Krankenhaus- und Rehaaufenthalt der Senioren. Auf der Hochzeit ihres Neffen war sie, beim Versuch den Blumen beim Brautstraußwerfen auszuweichen, gestürzt und hatte sich die Hüfte gebrochen. Während der Rahmengeschichte startete Renate Bergmann immer wieder Exkurse zu ihren Freunden, verstorbenen Ehemännern und unsympathischen Bekannten. Aus ihrer Vorliebe für Korn machte die Rentnerin ebenfalls keinen Hehl. „Bei großen Problemen hilft der Fachmann, bei kleineren der Flachmann“, betonte sie und nahm immer wieder einen Schluck. Zur Erfrischung des Publikums im wohltemperierten Grünen Salon der Bibliothek, schwang sie ein in Kölnisch Wasser getränktes Schnäuztuch – sehr zur Belustigung ihrer Zuhörer. Diese konnten ihre Bücher nach der Lesung noch signieren lassen. Das nutzte auch Gerlind Vercrüße aus Herzsprung. „Ich habe vorher alle Bücher von ihr in der Bibliothek gelesen, dies ist das erste, das ich mir gekauft habe“, sagte sie und ließ die beiden Künstler darin unterschreiben.

Schon bald wollen Anke Siefken und Torsten Rohde wieder nach Wittstock kommen. Dann mit Rohdes neustem Buch „Besser als Bus fahren“ – darin begibt sich die „Online-Omi“ auf Kreuzfahrt.

Von Christian Bark

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