Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Operngala eröffnet Festivalsaison
Lokales Ostprignitz-Ruppin Operngala eröffnet Festivalsaison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 10.07.2017
Alessia Schumacher sang nicht nur, sie moderierte auch den Abend. Quelle: Peter Geisler
Rheinsberg

Nun singen sie wieder: Bei prächtigem Wetter wurde am Donnerstag im Schlosshof offiziell die Festivalsaison der Kammeroper Schloss Rheinsberg eingeläutet – besser gesagt eingesungen. Zwar waren einige der Sänger, die sich in diesem Jahr beim Casting erfolgreich aus der Menge der Bewerber in die Herzen der Jury und somit ins Ensemble gesungen haben, bereits bei „Carmencitas und Torreros“ sowie dem „Singenden See“ zu erleben: die nahezu komplette Bandbreite der diesjährigen schönen Stimmen aber gab es erst jetzt: bei der alljährlichen Operngala. Mit gut 750 Besuchern war der Hof nahezu ausverkauft. Auf der Bühne stand – erstmals gemeinsam – das komplette Carmen-Ensemble: mit Ausnahme der beiden Carmens und Don Josés, die mitten in Marathon-Soloproben stecken.

Wunderbare Stimmen der jungen Sängerinnen und Sänger und ein warmer, sonniger Sommerabend – beste Bedingungen also für einen musikalischen Hochgenuss. Die Operngala der Kammeroper Schloss Rheinsberg begeistert Musikliebhaber. Hier Impressionen vom ersten von drei Galaabenden.

Auch in diesem Jahr hat sich Frank Matthus, der künstlerische Direktor, etwas Neues für die Gala einfallen lassen: Waren es im ersten Jahr seiner „Amtszeit“ er selbst und im Jahr darauf ein Pantomime gewesen, der durchs Programm führte, ließ er in diesem Jahr die jungen Sänger selber zu Wort kommen: Alessia Schumacher führte charmant in die Arien ein und stellte den ein oder anderen Mitsänger vor. Dass der Weg bis nach Rheinsberg für die Sänger kein Sonntagsspaziergang war angesichts der zahlreichen talentierten Mitbewerber, ist fakt. Regelrecht steinig jedoch – im wahrsten Sinne des Wortes – wurde es erst am Donnerstag für sie und einige Kolleginnen: das Pflaster des Hofes ist eine Herausforderung für alle Stiletto-Träger.

Wer nicht laufen wollte, wurde getragen. Zumindest von der Bühne. Quelle: Peter Geisler

„Wir sind ein sehr vielseitiges Ensemble – mit einem vielseitigen Programm“, erzählt die Sopranistin, die in der „Carmen“ die Michaela singen wird, den Abend. Aus zwölf Nationen kommen die Sänger: den Arien-Reigen eröffnet der Österreicher Philipp Mayer, der vor zwei Jahren bereits in der „Adriana“ eine Hauptrolle hatte. „Ja, ja, Rheinsberg bringt mich noch um“, variiert er kurzerhand seine Arie des selbstverliebten Bürgermeisters aus Lortzings „Zar und Zimmermann“. Mit ein paar Mozart-Arien geht es heiter weiter: Ilya Warankin spricht sich in flinker Zunge auf italienisch, russisch, englisch mal eben warm, bevor er zum Figaro übergeht und bedauert – wie so viele seines Faches – dass die Bässe immer das Nachsehen bei den Frauen haben, wo die Tenöre küssen dürfen, was das Zeug hält. „Meine Lippen, die küssen so heiß“ ging es denn auch folgerichtig weiter: mit dieser verführerischen Arie heimste sich Turiya Haudenhuyse Jubelrufe ein, die ganz sicher nicht nur ihrem sündig-roten Kleid geschuldet waren. Krisztian Egyed setzte den süßen Tönen ganz andere Süßigkeiten entgegen: er lockte als böse Pfefferkuchenhexe aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ die erste Reihe mit Naschwerk. Nadeshda Orlova offeriert komödiantisches Talent: in der selten gesungenen Arie aus Poulencs „Die Brüste der Tirésias“ lässt sie selbige tanzen – als Luftballons wohlgemerkt. Und versteckt sich am Ende in ihrem Haar a la Conchita Wurst: die Therese, die sie singt, ist nämlich ihres Frauseins überdrüssig und erwägt, ein Mann zu werden.

Die Hexe lockt mit Naschwerk. Quelle: Peter Geisler

Nach der Pause ist Schluss mit Lustig – jetzt heißt es: Drama, Baby. Samantha Britt singt das herrlich aufgedrehte „Glitter and be gay“ von Bernstein: für ihre Glitzer-Tussi-Arie, in der sie nahezu hysterisch überschnappt, wenn sie nur Klunkern sieht, bekommt die Sängerin aus Virginia laute Jubelrufe. Überhaupt ist das Publikum jetzt warm und zeigt sich ein ums andere Mal begeistert: von Yingyan Guos Arie der Marguerite, von Idel Aralbaevs silbrighellem Tenor, der einen Cavaradossi zum Sterben schön hinlegt. Ekaterina Odajkinas Saint-Saens-Arie ist ein Juwel: atemlos still lauscht der Hof. Und auch Vladislav Kuprianovs Tonio wird heiß beklatscht.

„Es ist toll, das in dieser Kulisse zu erleben“, schwärmt Zuschauer Leo Mildebrath. Das ist eine ganz besondere Resonanz – man bemerkt so viele Details.“

Am Ende gibt es ein gemeinsames Ensemble-Stück von Donizetti – verstärkt vom Märkischen Jugendchor des Neuruppiner Schinkel-Gymnasiums. Ein Novum. Erst dann kommt altbewährte Tradition – Operngala-Fans wissen es aus vielen Jahren: „Der Mond ist aufgegangen“ – dirigiert vom Kammeropergründer Siegfried Matthus.

Von Regine Buddeke

„Wir können weder buddeln noch Wasser wegpumpen – also backen wir“. So sehen das die Landfrauen aus Wusterhausen und handelten danach: Sie verkauften am Freitag auf dem Wusterhausener Marktplatz Kuchen zugunsten der Flutgeschädigten von Leegebruch. Die selbstgebackenen Köstlichkeiten gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

07.07.2017

Das Amt Neustadt hat jetzt auch ein goldenes Buch. Beim diesjährigen Jahrsempfang am Donnerstagabend im Hauptgestüt durfte sich als erster der Ex-Amtsdirektor Edmund Bublitz eintragen. Er bekam die Ehrenbürgerwürde für sein unermüdliches Wirken, um Neustadt attraktiv zu machen.

07.07.2017

Lange und heftig war das Projekt umstritten – jetzt ist der neue Kreisverkehr an der B 167 in Neuruppin so gut wie fertig. In den nächsten Tagen soll die Bundesstraße nach neun Monaten Bauzeit wieder freigegeben werden. Selbst der Petitionsausschuss des Landtages hatte am Sinn des 1,6-Millionen-Euro-Projektes arge Zweifel, musste es aber hinnehmen.

10.07.2017