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Opitz will den Holzbau umkrempeln

Neuruppin Opitz will den Holzbau umkrempeln

Mit einer neuartigen Deckenkonstruktion will Martin Opitz den Holzbau verändern. Seine Entwicklung wurde bereits von der Technischen Uni in Köln geprüft, derzeit wird sie in Rosenheim (Bayern) auf ihre Schallschutzwerte untersucht. Derweil stellte Opitz am Mittwoch die neue, 130 Meter lange Produktionshalle im Neuruppiner Gewerbegebiet Treskow vor.

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Martin Opitz (r.) präsentierte am Mittwoch seine neue Produktionshalle. Marco Albrecht von der IHK aus Potsdam war beeindruckt.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Martin Opitz (61) ist vorbereitet. Vorbereitet darauf, dass es in vielen deutschen Großstädten zu wenig Wohnungen gibt. Allein der Berliner Senat habe verkündet, dass die Hauptstadt Jahr für Jahr mehrere tausend neue Wohnungen benötigt, sagte Opitz am Mittwoch. Der Chef von Opitz-Holzbau in Neuruppin will aber nicht nur beim Wohnungsbau mitmischen, sondern dabei auch noch den Holzbau umkrempeln. Hat doch Opitz eine neuartige Deckenkonstruktion entwickelt, die bereits von der Technischen Universität Köln geprüft wurde und die derzeit in Rosenheim (Bayern) auf ihre Schallschutzwerte untersucht wird. Der Geschäftsmann, seit 46 Jahren im Holzbau tätig, ist optimistisch, dass seine neue Konstruktion die neue Schallschutznorm erfüllen wird. „Das wird jetzt amtlich geprüft.“ Mit dem Ergebnis rechnet Martin Opitz schon in den nächsten Tagen oder Wochen.

4,5 Millionen Euro für die neue Halle investiert

Fertig ist bereits die neue Produktionshalle von Opitz-Holzbau im Neuruppiner Gewerbegebiet Treskow. 4,5 Millionen Euro hat das Unternehmen für die 130 Meter lange Halle und die neue Technik investiert. Kernstück der 4500 Quadratmeter großen Produktionshalle sind ein nagelneues Plattenbearbeitungszentrum sowie eine Wandfertigung. Darauf ist Opitz ebenso stolz wie auf eine neue Anlage, die seit Kurzem in der ersten Produktionshalle steht. Kann diese doch Holzbausysteme bis zu Längen von 18 Metern und Breiten von 1,25 Metern fertigen. „Diese hochmoderne Anlage sucht europaweit ihresgleichen.“ Martin Opitz rechnet damit, dass nun bis zu 270 Häuser pro Jahr in Treskow produziert werden können.

Sorgen bereitet dem Unternehmer allerdings, dass es für ihn immer schwieriger wird, Arbeitskräfte zu finden. 65 Mitarbeiter hat Opitz-Holzbau derzeit, auf 80 Leute würde er gern erhöhen. Doch es sei nicht einfach Beschäftigte zu finden, „die klar denken können und schon mal einen Zollstock in der Hand hatten“.

Mitarbeiter soll abgeschoben werden

Opitz hat sich bereits an die Flüchtlingsunterkunft in Treskow gewandt. Immerhin hat er gute Erfahrungen mit einem Mitarbeiter, der mit seiner Frau und den drei Kindern aus Afghanistan geflüchtet ist. Doch die Sozialarbeiter im Heim konnten ihm nicht helfen. Schlimmer noch: Der afghanische Mitarbeiter soll demnächst gegen seinen Willen samt Familie in seine alte Heimat abgeschoben werden. Der Unternehmer ist ratlos, „aber diese Gesetze kann ich nicht ändern“.

Martin Opitz hatte 1992 seinen Firmensitz und die zentrale Produktion nach Neuruppin verlegt. In den vergangenen Jahren hat er etwa 18 Millionen Euro investiert. Das Unternehmen ist immer weiter gewachsen und konnte seinen Erfolg stetig ausbauen. Opitz setzt darauf, dass diese Entwicklung nicht zuletzt mit der neuen Deckenkonstruktion fortgesetzt werden kann. Schließlich habe er „sympathische“ Mitarbeiter. Auch die Kunden von Opitz-Holzbau scheinen zufrieden zu sein. Marco Albrecht von der IHK Potsdam, der das Unternehmen am Mittwoch zum ersten Mal besuchte, zeigte sich beeindruckt: Albrecht, Referent für Technologie und Innovation, lud Opitz ein, beim IHK-Club der Innovationsexperten mitzumischen.

Von Andreas Vogel

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