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Ostprignitz-Ruppin Optik-Schneider sorgt für guten Durchblick
Lokales Ostprignitz-Ruppin Optik-Schneider sorgt für guten Durchblick
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08:38 20.07.2017
Der neue Lehrling Richard Konitz, Friedhelm und Ilona Schneider, sowie Nadine Gobba (v. l.) im Kyritzer Optik-Geschäft.  Quelle: André Reichel
Kyritz

 Die Zahl 25 hat für Friedhelm und Ilona Schneider aus Kyritz eine ganz besondere Bedeutung, denn genau so viele Jahre betreibt das Ehepaar in der Knatterstadt ihr Brillengeschäft. Die feierliche Eröffnung fand am Dienstag, den 25. Februar 1992 statt. „Rappelvoll war der Laden damals und die Leute schauten sich neugierig um. An diesem Tag gingen die Brillen dutzendweise über den Ladentisch“, erinnert sich Friedhelm Schneider. Manch Kunde von einst blieb dem Optik-Geschäft bis heute treu. Den Jubiläumstag nächsten Sonnabend wollen Friedhelm und Ilona Schneider feiern, dazu auch viele treue Kunden einladen.

Eine Hausmesse soll es an diesem Tag geben, bei der ein Vertreter, der den Kyritzer Betrieb beliefert, eine Vielzahl seiner Brillenmodelle vorstellen wird. „Außerdem gewähren wir im Zeitraum vom 25. Februar bis zum 31. März auf alle Fassungen, Gläser und Sonnenbrillen einen Rabatt von 25 Prozent“, sagt die ursprünglich aus den alten Bundesländern stammende Ilona Schneider. Sie erledigt für ihren Mann die Büroarbeit und hilft im Laden mit. Augenoptikermeister Friedhelm Schneider ist in Zernitz aufgewachsen. Als er 14 Jahre alt war, starb sein Vater. In jenen Jahren wäre er noch am liebsten Zahntechniker geworden. Sein Onkel, nunmehr die wichtigste Bezugsperson, brachte Friedhelm Schneider aber auf die Idee, Optiker zu werden. „Er hatte das Gefühl, dass das genau das richtige für mich ist und lag damit goldrichtig“, sagt Friedhelm Schneider.

Zwei Gesellenbriefe in der Tasche

So bewarb sich der Zernitzer nach der Schule tatsächlich in diesem Berufszweig und absolvierte in den Rathenower Optischen Werken eine Lehre zum Brillenoptiker. Gleich im Anschluss machte Friedhelm Schneider eine zweite Ausbildung zum Augenoptiker. „Mein Ausbildungsbetrieb befand sich in Kyritz, zur Berufsschule musste ich aber wiederum nach Rathenow fahren“, erinnert sich Friedhelm Schneider. Mit dann zwei Gesellenbriefen in der Tasche arbeitete der heute 60-jährige noch kurz im Kyritzer Ausbildungsbetrieb, bevor er im Zeitraum von 1978 bis 1980 für anderthalb Jahre seinen Wehrdienst ableisten musste. Danach zog Friedhelm Schneider nach Jena, wo er von 1980 bis 1983 ein Meisterstudium mit der Berechtigung Lehrlinge ausbilden zu dürfen, absolvierte. „Das war alles notwendig, wenn man einen eigenen Laden eröffnen wollte“. sagt er.

Nach dem Studium sammelte der frischgebackene Augenoptikmeister Berufserfahrungen in verschiedenen Betrieben. Zwei Jahre lang arbeitete er in der Altmark in Osterburg und danach rund drei Jahre lang in einem Betrieb in Rostock. 1988 durfte Friedhelm Schneider Verwandte in Westdeutschland besuchen. Dabei lernte er seine heutige Frau kennen und verliebte sich in sie. Schweren Herzens kehrte der damals 31-jährige in der DDR zurück. Im Frühling des Wendejahres 1989 reiste Friedhelm Schneider erneut zu seinen Verwandten nach Mönchengladbach am Niederrhein und blieb dort. Seine wichtigsten Dokumente hatte er heimlich mit über die Grenze geschmuggelt. Die Frau, die er so sehr liebte, traf Friedhelm Schneider selbstverständlich wieder. Gemeinsam ging das junge Paar nach Koblenz, wo Friedhelm Schneider bis Ende 1991 als Leiter eines Brillengeschäftes arbeitete. „Einfach war es dort nicht, denn in Koblenz gab es unglaublich viele Optiker“, schildert Ilona Schneider.

Nicht mal ein Telefon im Laden

Das Paar beschloss daher, nach Kyritz umzuziehen und dort ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Das ist nun ein viertel Jahrhundert her. Die Bedingungen damals waren äußerst spartanisch und teils abenteuerlich. Es gab in der Anfangszeit nicht einmal ein Telefon im Laden. „Ich verursachte jedes Mal lange Warteschlangen, wenn ich meine Warenbestellungen von einer Telefonzelle aus tätigte“, erinnert sich Friedhelm Schneider, der sich mit seinem Optik-Geschäft rasch in der Knatterstadt etablierte. Ein Jahr nach der Ladeneröffnung heirateten Ilona und Friedhelm Schneider. Das Paar hat zwei Kinder, von denen aber keines in die elterlichen Fußstapfen treten möchte. In den vergangenen 25 Jahren hat Optikermeister Schneider sieben Lehrlinge ausgebildet. Nadine Gobba, die vor genau 20 Jahren dort ihr Handwerk erlernte, arbeitet noch immer in dem Betrieb.

Richard Konitz ist seit August vergangenen Jahres als nunmehr achter Lehrling im Betrieb. Der Granzower wollte nach dem Abitur der Heimat treu bleiben und bewarb sich nach einem Praktikum. In seiner dreijährigen Ausbildung wird Richard Konitz viel lernen, denn das Optikgeschäft von Friedhelm und Ilona Schneider bietet weit mehr, als Augenprüfungen. Die Auswahl an Brillengestellen ist groß und diese bekommen auch gleich die Gläser in der richtigen Stärke. Auch Kontaktlinsen werden bei Schneiders angepasst und bei vielen Senioren macht Friedhelm Schneider zudem Hausbesuche. In eigener Werkstatt repariert der Optikermeister auch liebgewonnene Brillenmodelle. Den Schritt in die Selbstständigkeit vor 25 Jahre haben Friedhelm Schneider und seine Frau nicht einen einzigen Tag lang bereut.

Von André Reichel

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