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Orgel soll bis zur Laga restauriert sein

Papenbruch Orgel soll bis zur Laga restauriert sein

Für einen Gottesdienst reichen die bescheidenen Möglichkeiten der Hollenbach-Orgel in der Papenbrucher Dorfkirche gerade noch aus – für Konzerte allerdings nicht mehr. Dafür ist das 114 Jahre alte Instrument zu restaurierungsbedürftig. Damit die Orgel bis zur Landesgartenschau 2019 ihre volle Klangvielfalt präsentieren kann, will Pfarrer Berthold Schirge fleißig Spenden sammeln.

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Für Pfarrer Berthold Schirge wäre die restaurierte Orgel eine erhebliche Aufwertung der Lütkemüller-Ausstellung in der Kirche.

Quelle: Christian Bark

Papenbruch. „Die Orgel ist somit inbezug auf Konstruktion, Klangwirkung und Güte des verwendeten Materials tadellos gearbeitet“, lobte der königliche Musikrat Seidel 1902 die neue Orgel in der Papenbrucher Dorfkirche. Sie war nach Plänen des Orgelbauers Albert Hollenbach gefertigt worden. Hollenbach selbst war seinerzeit Schüler des wohl berühmtesten Sohnes Papenbruchs, des Orgelbauers Friedrich Hermann Lütkemüller.

Vier der acht Register funktionieren nicht richtig

Vier der acht Register funktionieren nicht richtig.

Quelle: Christian Bark

Doch in den vergangenen 114 Jahren hatte das Instrument viel mitmachen müssen, wie Papenbruchs Pfarrer Berthold Schirge bedauert. Zu DDR-Zeiten sei es Opfer von Verwahrlosung und Vandalismus geworden. „Die Täter wurden damals gefasst und mussten ihre Strafe abarbeiten“, erinnert sich Schirge. 6000 Ost-Mark seien dadurch zusammengekommen, die nach der Wende aber nur noch die Hälfte wert waren. Sie flossen in die 4500 D-Mark teure „Notreparatur“ der Orgel Anfang der 90er Jahre, wie der Pfarrer berichtet. „Man kann damit zwar einen Gottesdienst begleiten, zu mehr reicht es aber nicht“, beurteilt Schirge den klanglichen Zustand der Orgel.

Gutachter kam zu alarmierendem Ergebnis

Zu dem Ergebnis kam auch ein Fachmann im April 2016. „Es fehlt aber die klangliche Vielfalt, und Sorge machen auch die Schäden am Blasebalg. Die Belederung ist brüchig geworden und es gibt Geräusche, die anzeigen, dass er nicht mehr dicht ist. Auch fehlen zahlreiche Pfeifen im Innern der Orgel, die ergänzt werden müssten, um wieder alle Register nutzen zu können“, heißt es in der Einschätzung des Gutachters. Eine Sanierung würde seiner Einschätzung nach über 13 000 Euro kosten. Nur im Vergleich dazu: 1902 hatte die Gemeinde das „sehr brauchbare und gediegen gearbeitete Instrument“ für den „wirklich mäßigen Preis“ von 2000 Mark erhalten.

Die Hollenbach-Orgel



nach Plänen des Orgelbauers Albert Hollenbach gefertigt. Hollenbach war ein Schüler des aus Papenbruch stammenden Orgelbauers Friedrich Hermann Lütkemüller.

Ende der 1980er Jahre wurde die Orgel Opfer von Vandalismus. Sie wurde 1993 notdürftig repariert mit dem Ergebnis, dass vier der insgesamt acht Register nicht einwandfrei funktionieren. Seit etwa 20 Jahren wird der Blasebalg durch einen Motor betrieben. Zudem sollen im Zuge der Restaurierung die Pfeifen mit Bronzefarbe verziert werden.

Seit 2015 beherbergt die Papenbrucher Kirche in der Orgel-Empore eine Ausstellung zu Friedrich Hermann Lütkemüller, zur Hollenbach-Orgel sowie zum Orgelbau an sich. Sie kann nach Absprache, auch in Verbindung mit dem Schaugarten am Pfarrhaus, besichtigt werden.

Über 13 000 Euro werden für die Restaurierung benötigt. Das Geld soll über die Arbeitsgemeinschaft zur Rettung historischer Orgeln Berlin-Brandenburg, den Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Gemeinde Heiligengrabe, den Ortsbeirat Papenbruch sowie über die Kirchgemeinde generiert werden.

Kontakt:
Tel. 03394/72 13 22 oder per E-Mail an: mail@schaugarten-arche.de

Doch die Sanierung würde sich lohnen, wie Pfarrer Schirge betont. Sie würde die seit vergangenem Jahr in der Papenbrucher Dorfkirche integrierte Dauerausstellung zu Lütkemüller ungemein aufwerten. Dann könnten innerhalb der Ausstellung auch Konzerte stattfinden. „Die Orgel wäre dann unser bestes Ausstellungsstück, womit wir auch praktisch die Funktion des Instruments präsentieren könnten“, erklärt Schirge.

In der Kirche wird offensiv um Spenden gebeten

In der Kirche wird offensiv um Spenden gebeten.

Quelle: Christian Bark

In Verbindung mit dem Schaugarten am Pfarrhaus sei die Ausstellung schon ein kleiner Anziehungspunkt für Touristen geworden. Mit Blick auf die 2019 in Wittstock stattfindende Landesgartenschau und deren Ergänzung durch den Schaugarten sei mit weitaus regerem Publikumsverkehr zu rechnen, gibt Schirge zu bedenken. Ebenfalls feiere dann das Pfarrhaus seinen 200. Geburtstag.

Und zudem habe die Orgel auch symbolischen Wert für den Ort. „Wir sind ein Orgel-Ort“, erinnert Schirge erneut an den berühmten Sohn des Dorfes. Deshalb sei das Instrument nicht nur die Orgel „der Kirchgemeinde“, sondern aller Papenbrucher.

Das sah der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung Ende Oktober ähnlich und sagte Schirge aus seinem ohnehin schon knapp bemessenen Budget einen symbolischen Beitrag von 100 Euro zu. Weitere Anträge hatte der Pfarrer an die Gemeinde Heiligengrabe, an den Landkreis Ostprignitz-Ruppin sowie die Arbeitsgemeinschaft zur Rettung historischer Orgeln Berlin-Brandenburg gestellt. Den Löwenanteil von über 6000 Euro wolle die Kirchgemeinde selbst aufbringen, wie Schirge sagt. „Das wird eine große Herausforderung für uns“, weiß er. Deshalb sei ihm jede Spende für das Projekt willkommen.

Von Christian Bark

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