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Ostprignitz-Ruppin Orkan wütet in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Orkan wütet in Rheinsberg
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19:14 17.08.2015
Alfons Goy hat eine Birke zerlegt, die auf dem Sportplatz umgestürzt war. Quelle: Peter Geisler
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Rheinsberg

Eine Schneise der Verwüstung hat der Sturm vom Sonnabend in Rheinsberg hinterlassen. Der größte Teil der Stadt wurde zwar verschont. Doch wo die Orkanböen zugeschlagen haben, sind selbst mächtige Bäume geknickt wie Streichhölzer. Das gesamte Wochenende über waren Feuerwehr und Bauhof im Einsatz, um wenigstens die gefährlichsten Stellen zu entschärfen. Ein Kind und eine Frau wurden verletzt. Das Aufräumen dürfte noch Tage dauern, wenn nicht Wochen.

Michael Knopke sitzt der Schreck noch immer in den Knochen. Er war dabei, als der Tornado am Samstagnachmittag aus der sogenannten KKW-Siedlung an der Menzer Straße kam, über den Sportplatz fegte und alles niedermachte, was im Weg stand. Der Sportverein FSV Blau-Weiß 90 feierte sein Geburtstagsfest mit hunderten Gästen. Die Rheinsberger Kicker spielten gerade gegen die Allstars von Hertha BSC, als der Orkan gegen 15 Uhr zuschlug. Erst kam Regen, dann der Hagel. „Man konnte nicht einmal mehr bis auf die andere Seite des Spielfelds sehen“, sagt Michael Kopke: „Das war die Hölle.“ Unmittelbar auf den Hagel folgte der Orkan. Der Sturm riss die Kinderhüpfburg auf dem Festgelände aus ihrer Verankerung im Boden und schleuderte sie drei Meter weit gegen Zaunpfähle aus Beton. Ein Erwachsener konnte die meisten Kinder gerade noch in Sicherheit bringen. Ein Fünfjähriger stürzte und brach sich einen Arm.

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Nur etwa zehn Minuten wütete der Sturm in Rheinsberg. Er hinterließ eine mehrere hundert Meter lange Schneise der Verwüstung.

Der Sturm scheint sehr begrenzt gewesen zu sein. Nur die Gegend rund um den Sportplatz und das gegenüberliegende Wohngebiet an der Menzer Straße sind betroffen. „Nach zehn, 15 Minuten war alles vorbei und der Himmel wieder blau“, erinnert sich FSV-Trainer Alfons Goy. Trotzdem sind die Schäden enorm. Dutzende alter Bäume wurden entwurzelt. Eine Kiefer stürzte auf das Dach der Kita Märchenland, ein anderer Baum auf das Dach des neuen Jugendklubs, und auch die Heinrich-Rau-Schule hat etwas abbekommen. Überall hatten Bäume Autos unter sich begraben. An der Joliot-Curie-Straße riss eine Birke fast mehrere Balkone mit.

Feuerwehren aus Rheinsberg, Luhme, Kleinzerlang, Zechlinerhütte, Zühlen und Dierberg waren im Einsatz. Bis 23 Uhr hatten sie zu tun, die Bäume zu beseitigen, die eine akute Gefahr waren. Am Sonntag ging es ab 10 Uhr weiter. Viele Anwohner haben kleinere Äste selbst zur Seite geschafft oder den Feuerwehrleuten Getränke vorbeigebracht, damit sie kurz verschnaufen konnten.

Es gab noch weitere Notrufe

Immer wieder gab es am Sonnabend und Sonntag noch andere Notrufe: zwei schwere Unfälle, eine Ölspur am Hafendorf und Bäume, die Paddlern auf dem Rhin gefährlich zu werden drohten. Die Feuerwehren hatten überall zu tun. „Das war schon an der Grenze“, kommentiert Rheinsbergs Feuerwehrchef Mathias Herzberg das Wochenende. „Aber wir haben alles gemeistert.“ Noch einmal braucht er das aber nicht. „Wir haben noch Glück gehabt. Es hätte auch alles ganz anders ausgehen können.“ Verletzt wurden nur das Kind auf dem Sportplatz und eine Frau, die vor Angst in den Wald geflüchtet war, gestolpert ist und von der Feuerwehr befreit werde musste.

Überall zwischen den Wohnhäusern an der Menzer Straße türmten sich noch am Montag Bäume. Die Häuser selbst wurden vom Sturm weitgehend verschont, sagt Stephan Greiner-Petter, der Chef der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft (Rewoge). Die vielen umgestürzten Stämme lässt die Rewoge erst einmal zersägen und auf einem ihrer Grundstücke zwischenlagern, bevor sie später entsorgt werden. Mehrere Gehwege und Müllsammelplätze müssen erneuert werden.

Am Montag waren Dachdeckermeister Jörg Benske und seine Leute dabei, das Dach der Kita notdürftig abzudichten. Um den Jugendklub hatte sie sich schon am Wochenenden gekümmert, nachdem die Männer mit ihren Kettensägen Autos von Urlaubern aus umgestürzten Bäumen befreit hatten. Vize-Bürgermeister Andreas Neubert schätzt den Schaden an Kita, Jugendklub und Schule grob auf unter 10 000 Euro.

Von Reyk Grunow

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