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Ostprignitz-Ruppin Ornithologe beringt Jungstörche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ornithologe beringt Jungstörche
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00:17 01.07.2016
Die Kinder der Wittstocker Kita „Waldring“ auf Augenhöhe mit den vier Jungstörchen. Quelle: Christamaria Ruch
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Klein Haßlow

Damit hatte Ornithologe Jürgen Kaatz aus Dranse nicht gerechnet. Kaum erreicht die Hebebühne am Montag das Storchennest in Klein Haßlow, sieht er vier Jungstörche. „Das überrascht mich sehr, denn in diesem Jahr sind die Lebensbedingungen sehr schlecht.“ Störche ohne Brut oder aus Mangel an Futter herausgeworfene oder gefressene Jungtiere gehören zu den Negativschlagzeilen. Vier Junge in einem Horst sind hingegen Ausnahme.

André Ziegler vom Mecklenburger Energie- und Anlagenbau (MEA) aus Neustadt (Dosse) und Jürgen Kaatz sind seit gut zehn Jahren ein eingespieltes Team. Elektromonteur Ziegler fährt immer wieder mit dem Ornithologen hinauf zu den Horsten, um die Tiere zu beringen.

Dies ist auch für Kinder und Erwachsene ein Ereignis, wie in Klein Haßlow zu beobachten war. 18 zukünftige Abc-Schützen aus der Kita „Waldring“ in Wittstock kamen mit ihren Erzieherinnen Simone Lücke, Urte Mahnke und Franziska Unze in das Dorf. „Wir waren schon im letzten Jahr mit diesen Kindern hier“, so Lücke.

Jürgen Kaatz legt erstmals den neuen Metallring an einem Jungstorch an. Quelle: Christamaria Ruch

Kaum erreichten Kaatz und Ziegler mit den Jungtieren im Korb den Boden, lüftete der Ornithologe das Geheimnis. Unter einer Decke lagen die vier Jungvögel. „Wenn die Tiere drei Wochen alt sind, ist das der ideale Zeitpunkt zum Beringen“, so Kaatz. Dieses Alter kann gut am Federkleid ­abgelesen werden, weil die Störche dann schwarze Schwingen schieben. Nach der Aktion in Klein ­Haßlow fuhren Kaatz und Ziegler noch weiter. Die Störche in Babitz, Berlinchen, Dranse und Sewekow erhielten ebenfalls Ringe.

Jürgen Kaatz brachte noch Post mit. „Zum ersten Mal ist ein Storch aus Klein Haßlow wiedergefunden worden“, sagte er. Dabei handelt es sich um einen drei Jahre alten Storch, der am 21. Juni 2013 in Klein Haßlow beringt wurde. Am 13. Juni entdeckte ihn ein Mann in Lewitz (Mecklenburg-Vorpommern). Über diese Nachricht freute sich auch Wolfgang Ramin, denn hinter seinem Grundstück in Klein Haßlow wohnt Meister Adebar. Die Mitglieder vom Heimatverein Klein Haßlow werfen immer wieder ein Auge auf das Storchenwohl, denn sie kümmern sich seit letztem Jahr um die Pflege des Storchennestes.

Ring aus Metall oder Plastik

Die Storchenwelt in Deutschland ist zukünftig nicht mehr grenzenlos, sondern in Ost und West geteilt.

Ornithologe Jürgen Kaatz verwendete am Montag erstmals den neuen Metallring; dieser lässt sich schwerer als der zuvor verwendete Plastikring um das Storchenbein legen.

Das neue Modell besteht aus einer gehärteten Aluminiumlegierung mit einem sehr geringen Abnutzungsgrad. Mit einem Musterring übte Kaatz zuvor das Beringen im Trockentraining. Der Ring enthält eine Kombination aus zwei Buchstaben und zwei Zahlen. Darüber steht Hiddensee. Die Beringungszentrale Hiddensee ist für alle ostdeutschen Bundesländer zuständig.

Dessen ungeachtet wird in allen westlichen Bundesländern weiterhin der sogenannte Elsaring verwendet. Dieser Plastikring besteht aus zwei Teilen und wird dann am Bein zusammengefügt.

„Metallringe sind grundsätzlich besser als Plastikringe“, lautet Kaatz’ Urteil. Am Elsaring hingegen sind nach mehreren Jahren die Beringungsdaten kaum oder gar nicht mehr ablesbar.

Von Christamaria Ruch

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