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Ortsbeirat kämpferisch: Friedhofsgebühr abgelehnt

Schweinrich Ortsbeirat kämpferisch: Friedhofsgebühr abgelehnt

Weil die Gebühren für die Friedhofsnutzung in Schweinrich mit der neuen Satzung auf mehr als das Dreifache ansteigen sollen, hat der Ortsbeirat die neue Satzung abgelehnt. Der Stadt wird empfohlen, die Gebühren für alle Ortschaften separat zu kalkulieren. Zur Not wollen die Beiräte eine neue Bürgerinitiave gründen.

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Die Friedhofsgebühren in Wittstock und den Ortsteilen sollen drastisch steigen.

Quelle: dpa

Schweinrich. Geht es nach dem Ortsbeirat in Schweinrich, dann sollten die Gebühren für die Friedhofsnutzung künftig nicht nur für die Kernstadt Wittstock und die eingemeindeten Dörfer separat berechnet werden. Auch die gesamte Kalkulation der Gebühren müsste überprüft werden: „30 000 Euro für eine Stelle bei der Stadtverwaltung für die Friedhöfe ist eine ganze Menge“, sagt Armin Stutz, Ortsvorsteher von Schweinrich, „und dann kommen ja noch der Bauhof und ein Amtsleiter dazu.“

Unter die Lupe genommen wurde die Kalkulation anlässlich der neuen Gebührensatzung, die für die Friedhofsnutzung nun auch in Schweinrich gelten soll – und genau diese führt nun zu Ärger im Ort. Denn die künftigen Gebühren für eine Grabstelle im Ort sollen demnächst drei Mal so hoch ausfallen wie bisher. Armin Stutz nennt als Beispiel ein Doppelgrab: Das hat bisher Gesamtkosten von 460 Euro verursacht, künftig soll es 1500 Euro kosten, eine Einzelgrabstelle statt bisher 230 nunmehr 750 Euro.

Verweis auf die Solidargemeinschaft

Der Wittstocker Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg verwies auf die Solidargemeinschaft, die zwischen den Orten aufrecht erhalten werden sollte. Wenn sonst in einem Jahr außergewöhnliche Investitionen in einem Dorf anfallen, würden die Kosten für die wenigen Grabstellen und Beerdigungen ansonsten in schwindelerregende Höhen steigen. Zudem seien auch die Verwaltungskosten für die Friedhöfe auf den Dörfern wesentlich höher, weil es weniger Beerdigungen gebe. 120 000 Euro hat die Stadt im Jahr 2014, das die Kalkulationsbasis bildet, für die 28 Friedhöfe im Stadtgebiet aufgewendet. Das sind knapp 4300 Euro pro Friedhof, inklusive der Verwaltungskosten. Die halbe Verwaltungsstelle sei nicht nur zur Organisation der Grabstellen nötig, sondern auch für die Prüfung der Standsicherheit der Grabsteine.

Dennoch stellt Ortsvorsteher Armin Stutz klar: „Eine Verdreifachung der Kosten ist einfach zu happig.“ Seiner Meinung nach müsse die Solidargemeinschaft nicht nur dann gelten, wenn die Dörfer mehr zu bezahlen hätten: „Sondern auch dann, wenn wir statt der 1,20 Euro für den Bus in der Stadt das Doppelte, nämlich 2,40 Euro bezahlen müssen.“

Bernd Rossow stört sich an „Gleichmacherei“

Auch Ortsbeirat Bernd Rossow stört sich an der „Gleichmacherei“: „Die Stadt soll für alle Dörfer eine separate Kostenaufstellung machen, damit sich das jeder selbst ausrechnen kann.“

Das Ergebnis der Abstimmung fiel demzufolge auch einstimmig aus: Die drei Ortsbeiräte stimmten zwar für die neue Friedhofssatzung,aber gegen die neue Gebührensatzung, nicht ohne sich zuvor versichert zu haben, dass diese nicht von der Friedhofssatzung abhängig sei. Sie empfehlen zudem den Stadtverordneten, die Gebühren für die einzelnen Dörfer separat kalkulieren zu lassen.

Bürgerinitiative zu Friedhofsgebühren angedroht

Zudem signalisiert der Beirat Kampfbereitschaft: „Wir können ja eine neue Bürgerinitiative zu den Friedhofsgebühren gründen.“

 

Von Claudia Bihler

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