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Ostprignitz-Ruppin Ortschef ist auch Chef des Fußballvereins
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ortschef ist auch Chef des Fußballvereins
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00:17 29.09.2016
Ortsvorsteher Gottschalk kann auch Trecker fahren, wie er beim Umzug in Läsikow bewies. Eine alte Liebe aber ist und bleibt sein Trabi. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Nackel

Als die MAZ am 10. August ihr Fußball-Heft für die kommende Saison herausbrachte, da hat ausgerechnet der Dino im regionalen Gekicke um Punkte und Tore ein Fragezeichen abgeliefert. Der SV Blau-Weiß Nackel stellte sich ohne einen aktuellen Trainer vor. Tristan Röhling, der das Team in der vergangenen Spielzeit auf einen ­sicheren Mittelfeldplatz in der Kreisliga Ost geführt hatte, pausiert aus beruflichen Gründen für ein halbes Jahr. „Keine Panik, die ­Jungs stemmen das vorübergehend auch ohne Coach.“ Albrecht Gottschalk bleibt da ganz gelassen.

Der Ortsvorsteher von Nackel ist gleichzeitig Vereinsvorsitzender – und so etwas wie der „Präsident“ in der eigenen Fußballfamilie. ­Gerade ist er 70 geworden. Mit zwölf Jahren schnürte er zum ersten Mal die Stollenschuhe. „Ali“ hatte seine großen Jahre im Juniorenalter. Als Traktor Nackel spielte die Elf damals in der Bezirksliga Potsdam. „Mit dem Aufbau-Lkw sind wir bis Brandenburg und ­Oranienburg gefahren und haben für manche Überraschung gesorgt“, erinnert sich der einstige Libero.

Hannelore Gottschalk hat ihren Albrecht durch den Fußball kennengelernt. Heute ist sie im Vorstand von Blau-Weiß, Ortschronistin von Nackel und Vorsitzende des Gemeindekirchenrats. Quelle: Wolfgang Hörmann

Der Fußball hat den heutigen Trabispaßfahrer auch zu seiner Hanne geführt. Auch Hannelore Ecksdorff kommt aus einer fußballverrückten Familie. So manches Heimspiel der jungen Wilden hatte ein Nachspiel mit Essen und Trinken auf dem Hof ihres Vaters. Hier fand Albrecht Gefallen an der Tochter des Hauses, die schließlich Frau Gottschalk wurde. Ihr Bruder Werner, mit 58 immer noch ab und zu in der 2. Nackeler Mannschaft im Einsatz, ist ansonsten „der beste Platzwart, den man sich denken kann“, sagt Schwager Albrecht. Natürlich ist auch Sohn Oliver ein Kicker geworden.

Es scheint Kult zu sein, für Nackel aufzulaufen

Den Fußballsport gibt es seit 1924 im knapp 300-Seelen-Dorf zwischen den Bundesstraßen 5 und 167. „Immer mit mindestens zwei Männermannschaften im Spielbetrieb“, sagt ein stolzer Vereinschef. Nicht alle Aktiven können mit dem Fahrrad zum Training kommen. Sie müssen schon bedeutend weitere Wege auf sich nehmen, aus Brieselang zum Beispiel oder Nauen. Warum? „Für Geld jedenfalls nicht. Bei uns gibt’s ­gratis höchstens mal ’nen Kasten Bier und Bockwurst satt“, so Albrecht Gottschalk. Irgendwie scheint es aber Kult zu sein, für den Blau-Weiß Nackel aufzulaufen.

Schade, dass es in den 1970er Jahren mit dem Frauenfußball nicht geklappt hat. Der Anfang war da. Hannelore Gottschalk spielte mit, als es 1972 in einem Turnier mal gegen Turbine Potsdam ging. Der Stern des späteren Bundesligisten und Deutschen Meisters begann gerade aufzugehen. „Wir haben haushoch verloren. Es hat aber trotzdem Spaß gemacht“, erinnert sich die Frau, die heute im ­Verein die schmalen Finanzen verwaltet.

Von Wolfgang Hörmann

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