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Osterfeuer im Gutspark

Nackel Osterfeuer im Gutspark

Seit gut 25 Jahren gehört das Osterfeuer im Gutspark von Nackel zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres. Für ausreichend Feuerholz sorgt die örtliche Feuerwehr, die auch das ganze Drumherum organisiert. Dazu gehört auch die Versorgung mit Getränken. Bei den herbstlich kühlen Temperaturen zu Ostern waren vor allem heiße Getränk gefragt.

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Die lodernden Flammen waren nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllten an dem kühlen Abend auch einen praktischen Zweck.

Quelle: Fotos (2): André Reichel

Nackel. Auf ihr abendliches Osterfest am Sonnabend im Gutspark freuten sich die Nackeler schon lange. Da störte auch nicht der eisige Wind, der über die Landschaft hinwegfegte. „Selbst von Schneematsch oder Regen hätten wir uns nicht vom Feiern abhalten lassen“, berichtet Nackels Feuerwehrchef Ralf Gabelin.

Die Feuerwehr des Dorfes organisiert seit jeher das Fest und kümmert sich auch um genügend Holz für das Osterfeuer. Das stammte aus diversen Gärten im Ort, aber auch aus dem Park selbst, denn dort stehen reichlich alte Bäume, von denen immer wieder mal Äste und Zweige herabfallen. Mit dem Aufstapeln des Feuerholzes in einer halbwegs windgeschützten Ecke am Rande des Parks allein wäre es allerdings nicht getan.

Feuerwehrchef zündet Osterfeuer an

Unweit davon, gleich neben der alten überdachten Bühne bauten die Feuerwehrmänner das Versorgungszelt auf, von dem aus unter anderen die Getränke an die Nackeler und ihre Gäste gereicht wurden. Was wäre solch ein Fest ohne deftige Speisen. Die gab es in Hülle und Fülle in Form von grober und feiner Bratwurst, die der Ortsvorsteher des Nachbardorfes Läsikow, Burkhard Brandt, auf den Grill legte. Tische und Bänke am Grillstand und ausreichend Sitzgelegenheiten am Osterfeuer komplettierten die Partyausstattung. Der Feuerwehrchef persönlich entzündete dann das Osterfeuer, als gegen 19 Uhr genügend Gäste anwesend waren. In Nackel feierten Alt und Jung gemeinsam in fast familiärer Atmosphäre. „Auf den Zusammenhalt und die gelebte gute Nachbarschaft sind wir sehr stolz und das wollen wir uns auch erhalten“, sagt Karin Gülde am Rande des Geschehens.

Im Dezember des vergangenen Jahres hat sie die Nachfolge des einstigen Ortsvorstehers Albrecht Gottschalk angetreten. Der jetzt 70-Jährige wollte ruhiger treten und zog sich deshalb vorzeitig aus dem Ehrenamt zurück, das er jahrelang mit glühendem Eifer ausfüllte. „Ich bin in sehr große Fußstapfen getreten, doch die Nackeler unterstützen mich, wo sie nur können“, sagt Karin Gülde. In zwei Jahren sind wieder Kommunalwahlen in Brandenburg. So lange will Karin Gülde auf jeden Fall bei der Stange bleiben. Ob sie dann ein weiteres Mal kandidiert, weiß sie zum heutigen Zeitpunkt noch nicht.

Andacht in der Dorfkirche

Das Osterfeuer kam dank des kräftigen Windes im Nu in die Gänge. Die Flammen schlugen meterhoch in den abendlichen Himmel. Rasch füllten sich die Bänke am Feuer mit fröstelnden Festbesuchern. Dass das Feuer den ganzen Abend kräftig weiter brannte, dafür sorgten die Feuerwehrleute. Im hohen Bogen warfen sie Zweige und Äste, auch dicke Stämme, sowie einige übrig gebliebene Weihnachtsbäume in die züngelnden Flammen.

Immer wieder mussten die Brandschützer Holz nachlegen, denn das wärmende Feuer sollte auf keinen Fall vorzeitig erlöschen. Als es schon dunkel war, kam die neue, für Nackel zuständige Pfarrerin Gundula Reinshagen. Zusammen mit Alberecht Gottschalk und seiner Frau Hannelore, die im Gemeindekirchenrat aktiv ist, ließ die Pfarrerin eine Kerze am Osterfeuer entzünden. Symbolträchtig zog dann eine kleine Gruppe stillschweigend zur benachbarten Dortkirche. Dort fand bei Kerzenschein eine kurze Andacht statt, währenddessen der Großteil der Nackeler am Osterfeuer blieb. Gefeiert und reichlich erzählt wurde noch bis spät in den Abend hinein, bevor sich die Reihen immer mehr lichteten und die Nackeler und ihre Gäste den Heimweg antraten.

Tradition seit der politischen Wende

Die Dorfjugend hatte indes noch lange nicht genug vom Feiern. Sie versammelten sich am Jugendraum neben der Feuerwehr, um schon bald von dort aus zur Disco nach Friesack aufzubrechen. Die Erwachsenen hatten sich ebenfalls verabredet. Sie nahmen es sich zur Aufgabe, spätestens am Ostermontag im Park aufzuräumen.

Aufgekommen ist die Osterfesttradition in Nackel in den Jahren nach der politischen Wende von 1989. Damals war in dem Gutshaus noch die Dorfschule untergebracht und gehörte samt Parkanlage der Gemeinde. 1997 schloss die Schule und das einstige Gutshaus wurde an ein Berliner Künstlerpaar verkauft. Die Nackeler durften den Park aber auch weiterhin für ihre Feste nutzen. Daran änderte sich auch nichts, als das Gutshaus samt Park zur Jahrtausendwende erneut den Besitzer wechselte. Auch dieser kam aus Berlin und begann sogleich damit, das um 1906 errichtete Gutshaus umfassend zu sanieren und in den ursprünglichen Zustand zu versetzten. Die Parkanlage samt Teich wurde inzwischen ebenfalls in weiten Teilen neu gestaltet.

Von André Reichel

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