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Osterkonzert in Netzeband

Mozart, Brahms und der „Kuss des Judas“ Osterkonzert in Netzeband

Es war vermutlich Mozart, der die Besetzung von Klarinette und Streichquartett erfand – bis dato gab es das noch nicht. Mozart liebte den Klang des Instruments und schrieb für den Klarinettisten Anton Stadler ein Quintett. Dieses und andere Werke erklangen beim Osterkonzert in Netzeband: mit der Klarinettistin Sabina Matthus-Bébié und dem Arcana-Streichquartett.

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Sabina Matthus-Bébié und das Arcana-Streichquartett.

Quelle: Buddeke

Netzeband. „Es ist für mich ein ganz besonderes Fest. Als Klarinettist ist man nicht so verwöhnt, was Literatur betrifft“, beschreibt Sabina Matthus-Bébié den Umstand, dass sie am Ostersamstag gemeinsam mit dem Arcana-Streichquartett so besondere Stücke spielen darf wie das einleitende „Stadler-Quintett“ von Mozart. Der war vom Klang des Instrumentes, das der menschlichen Stimme so ähnlich klingt, rundum begeistert,: „Ach, wenn wir in Salzburg nur auch clarinetti hätten“, schrieb er einst. Insofern war es ein Glücksfall, dass er auf Anton Stadler traf, einen Klarinettenvirtuosen per se. Für den schrieb der junge Mozart denn auch prompt das Quintett, bei dem die samtene Klarinette aufs Feinste von einem Streichquartett ergänzt wird. „Sie können sich nicht vorstellen, wie glücklich ich über diesen Umstand bin“, so die Klarinettistin Matthus-Bébié. Glücklich, das wird schon nach den ersten Takten deutlich, sind auch die Zuhörer – gut 80 haben sich in der Temnitzkirche Netzeband eingefunden. Ein klares Motiv leitet ein, dem ein zärtlich-süßes Adagio folgt – mit schmeichelnden Violinen und samtdunkler Klarinette im Duett, später ein kokett zwitscherndes Allegro, die Klarinette flirtet mit den anderen Instrumenten um die Wette, setzt kleine Goldtupfer ins filigrane Notengespinst.

Dann eine moderne Komposition: „Der Kuss“ von Helmut Zapf ist der Passionszeit gewidmet und handelt vom Kuss des Judas, dem Verrat. Es liegt etwas in der Luft – das spürt man schon beim ersten Ton: Die Geigen schwirren wie Engelsgeflatter, bevor sich aus dem hektischen Wirrwarr der Klarinettenton schält und seine Geschichte erzählt – umrankt vom Ach und Oh der Streicher, das irgendwann zum kollektiven Aufschrei wird. Die Geigen wispern aufgeregt, das Cello begehrt mit dunklem Tone auf. Wütend küsst Sabina Matthus-Bébié ihr Mundstück, wieder und wieder. Ein schriller Ton flammt auf, der geht durch Mark und Bein. Die anderen schreien und klagen. Auch so kann Passionsmusik klingen. Der Komponist ist als Gast nach Netzeband gekommen und bedankt sich am Ende bei den Musikern für die gelungene Interpretation. Neben Sabina Matthus-Bébié sind das Theodor Flindell und Lisa Werhahn an den Violinen, Kirstin Maria Pintka an der Bratsche und der Cellist Matthias Schranz.

Am Ende wird es noch romantisch: mit einem Klarinettenquintett von Brahms – voll schwärmerischer Melancholie und tiefempfundener Leidenschaft.

Draußen vor der Kirche wurde derweil das Osterfeuer entzündet: nach dem Konzert feiern Konzertgäste und Einheimische weiter.

Von Regine Buddeke

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