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Ostprignitz-Ruppin: Asylheim bezugsfertig

In Wusterhausen gibt es jetzt Platz für 100 Asylbewerber Ostprignitz-Ruppin: Asylheim bezugsfertig

In Ostprignitz-Ruppin ist jetzt das zweite Flüchtlingsheim bezugsfertig. In Wusterhausen können in einem speziellen Mutter-Kind-Heim rund 100 Menschen leben. Doch im Kreis wird weiter nach Platz für Asylbewerber gesucht. Denn die Kapazitäten in den vorhandenen Heimen reichen nicht aus.

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Quelle: dpa

Wusterhausen. Mit einiger Verzögerung sind die Umbauarbeiten im ehemaligen Mutter-Kind-Heim Wusterhausen jetzt beendet worden. Damit können in dem Heim nun bis zu 100 Flüchtlinge leben, sagte Sozialdezernentin Waltraud Kuhne am Donnerstagabend beim Kreisausschuss in Neuruppin.

Wegen der laufenden Arbeiten hatte der Landkreis in der Gemeinschaftsunterkunft bisher nur rund 50 Asylbewerber unterbringen können. Dabei sucht die Behörde seit Wochen dringend nach Wohnraum für Flüchtlinge aus aller Welt. Denn der Kreis soll bis Jahresende 639 Asylbewerber aufnehmen. Dazu reichen weder die neuen Kapazitäten in Wusterhausen noch die des Heimes in Neuruppin mit seinen gut 200 Plätzen. Deshalb plant der Landkreis nun auch Wohnverbünde in Kyritz und Rheinsberg. Wohnverbünde bestehen bereits in Neuruppin für 80 und in Lentzke für 70 Flüchtlinge. Bei den Verbünden gibt es ein zentrales Büro und mehrere Wohnungen für Asylbewerber in der Nähe. Damit können sich Sozialarbeiter konzentriert um sie kümmern.

Aufnahme nach Königsteiner Schlüssel

Nach dem Königsteiner Schlüssel wird festgelegt, wie viele Flüchtlinge ein Bundesland aufnehmen soll. Ausschlaggebend sind dabei die Höhe der Steuereinnahmen und die Bevölkerungszahl. Brandenburg muss demnach 3,08 Prozent aller Asylbewerber aufnehmen.

Ostprignitz-Ruppin soll 4,5 Prozent aller Flüchtlinge, die der Mark zugewiesen werden, unterbringen. Der Kreis will die Asylbewerber auf alle Ämter, Städte und Gemeinden verteilen – und orientiert sich an der Bevölkerungszahl. In den Ämtern Lindow und Temnitz leben aber noch keine Flüchtlinge.

Insgesamt rechnet der Landkreis in diesem Jahr mit 930 Personen, die unterzubringen sind: 639 Asylbewerber und knapp 300 sogenannte Kontingentflüchtlinge, die aus Kriegsgebieten kommen.

Parallel zur Wohnungssuche verhandelt der Kreis derzeit mit dem Land über die kostenlose Übernahme der einstigen Kommandantur der Panzerkaserne, die sich in der Nähe des Oberstufenzentrums (OSZ) an der Alt Ruppiner Allee befindet. Ob und wann die einstige Kommandantur umgebaut werden kann, ist offen. Bodengutachten wurden bereits erstellt. „Es gibt dort keine Altlasten“, sagte Dezernentin Waltraud Kuhne. Nun muss aber noch der Verkehrswert des Areals ermittelt werden. Zudem dringt das Land darauf, dass der Kreis bei einer kostenlosen Übergabe der Kommandantur diese auch 15 Jahre als Flüchtlingswohnheim nutzen muss. Davon ist der Landkreis wenig begeistert. „Wir wissen nicht, was in 15 Jahren ist“, sagte Kuhne.

Gleichwohl will sich die Dezernentin in der nächsten Woche eine alte Kaserne in Lehnitz (Oberhavel) ansehen. Dort leben bereits 200 Flüchtlinge. Damit in der einstigen Panzerkaserne Neuruppin rund 100 Asylbewerber untergebracht werden können, muss zuvor investiert werden. Der Landkreis rechnet mit Kosten von mehr als vier Millionen Euro und hofft, dass er das Geld vom Bund erstattet bekommt. Diese Rechnung könnte aufgehen: Immerhin will der Bund die Kommunen in diesem Jahr nunmehr mit insgesamt einer Milliarde Euro beim Unterbringen von Flüchtlingen unterstützen. Bisher waren 500 Millionen Euro zugesagt.

Offen blieb beim Kreisausschuss, wie viele Asylbewerber abgelehnt werden und wie viele auch freiwillig wieder aus Ostprignitz-Ruppin ausreisen. Dezernentin Kuhne will die Zahlen bis zum Kreistag am 25. Juni nachreichen.

Von Andreas Vogel

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