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Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin geht es sehr gut
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02:15 18.04.2016
Im Temnitzpark gibt es noch genügend Platz für weitere Investoren. Dazu muss jedoch das Insolvenzverfahren endlich abgeschlossen sein. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Trotz Bevölkerungsschwunds und Berlinferne geht es dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin wirtschaftlich außerordentlich gut: Die Zahl der Beschäftigten ist von 30 500 im Jahr 2005 auf 33 900 im Jahr 2014 gewachsen, die Zahl der Arbeitslosen allein zwischen 2008 und 2014 um mehr als 42 Prozent gesunken. Von einem „Feuerwerk guter Nachrichten“ spricht Achim Georg, Chef des Beratungsinstituts Georg Consulting. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und Berlin hat im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam den Landkreis unter die Lupe genommen – und die Ergebnisse seiner Studie zu Wirtschaftsprofil und Gewerbeflächen in Ostprignitz-Ruppin am Freitag bei der Firma Huch-Behälterbau im Gewerbegebiet Temnitzpark vorgestellt.

Mehr Hochqualifizierte als im Landesdurchschnitt

Überraschend sei, dass fast 14 Prozent aller Beschäftigen in der Region über einen Fach- oder Hochschulabschluss verfügen. „Hochqualifizierte konzentrieren sich eigentlich in größeren Städten“, sagte Georg. Dass die Quote in Ostprignitz-Ruppin höher als im Land Brandenburg (12 Prozent) und im Bund (knapp 10 Prozent) liege, spreche für einen starken Mittelstand in der Region.

Neuruppin fühlt sich bestätigt

Wenig überrascht zeigte sich Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn von den Ergebnissen der Studie. „Sie sind eine gute Bestätigung dessen, was wir seit 25 Jahren praktizieren.“ So hält sich Neuruppin bei der Erweiterung des Gewerbegebietes Treskow zurück, weil im Temnitzpark noch 56 Hektar Gewerbefläche frei sind.

Positiv beeindruckt ist indes die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke. „Die Region sollte aus der Studie neues Selbstbewusstsein schöpfen.“ Laut dem Gutachten braucht Kyritz weitere Gewerbeflächen für Erweiterungen und Ansiedlungen von Firmen. „Damit habe ich nicht gerechnet“, so Görke.

Bestätigt mit seinen Prognosen fühlt sich Wittstocks Vize-Bürgermeister Dieter Herm. „Das Autobahndreieck Wittstock hat sich positiv entwickelt.“

Laut Studie arbeiten in Ostprignitz-Ruppin gut 6200 Menschen im Gesundheits- und Sozialwesen, knapp 5600 im verarbeitenden Gewerbe, 2900 im Baugewerbe und 1900 in der Landwirtschaft.

Diesem scheint es ausgesprochen gut zu gehen. Dafür spricht nicht allein, dass deutlich mehr Leute in der Industrie und der Logistik arbeiten als noch vor ein paar Jahren. Auch die Produktivität der hiesigen Firmen ist seitdem um mehr als 20 Prozent gestiegen. „Das ist eher selten im ländlichen Raum“, betonte Georg. Vielmehr sei häufig eine steigende Produktivität mit einem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden. In Ostprignitz-Ruppin gebe es jedoch immer mehr Erwerbstätige.

Insolvenzverfahren der EGT immer noch nicht beendet

Dieser Trend ist ebenfalls beim Gewerbeflächenmarkt ablesbar. Zwischen 2005 und 2014 wurden im Landkreis 220 Hektar Gewerbeflächen verkauft, davon allein 77 Hektar in Neuruppin und 37 Hektar in Wittstock. In den autobahnfernen Regionen Rheinsberg und Lindow gibt es dagegen nur wenig Interesse an Gewerbeflächen. Auch das Amt Temnitz hat Nachholbedarf. Das liegt aber vor allem daran, dass das Insolvenzverfahren für die Entwicklungsgesellschaft Temnitzpark (EGT) immer noch nicht abgeschlossen ist. Damit können die freien Gewerbeflächen, die sich auf 56 Hektar belaufen, weiterhin nicht vermarktet werden. Das bedauert auch Amtsdirektorin Susanne Dorn. Schließlich hatten die Gläubiger der EGT bereits vor gut sieben Monaten auf Forderungen in Höhe von rund 20 Millionen Euro verzichtet. Dennoch hat Insolvenzverwalter Horst Piepenburg das Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Positiver Trend bis zum Jahr 2025 erwartet

Gerade der Temnitzpark bietet laut Gutachter große Chancen dafür, dass sich die gute wirtschaftliche Entwicklung in Ostprignitz-Ruppin fortsetzt. „Der Trend bis zum Jahr 2025 ist sehr positiv“, sagte Georg. Jedoch sollte überlegt werden, ob und wie die größeren 16 Gewerbegebiete im Landkreis stärker profiliert werden könnten. Der Temnitzpark mit seiner Lage direkt an der Autobahn Hamburg – Berlin sei beispielsweise ideal für Logistikunternehmen. „Die hervorragenden Rahmenbedingungen und Potenziale müssen jetzt überregional bekannt gemacht werden“, sagte Mario Tobias, der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. Die Region sei nicht nur ein guter Standort zum Leben, sondern ebenfalls für die Wirtschaft. Dazu müsse jedoch die digitale Infrastruktur weiter ausgebaut werden.

Von Andreas Vogel

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