Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Sprühregen

Navigation:
Ostprignitz-Ruppin profitiert vom Mindestlohn

Gewerkschaft spricht von Erfolg Ostprignitz-Ruppin profitiert vom Mindestlohn

Ein Jahr nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro die Stunde gibt es in Ostprignitz-Ruppin mehr Beschäftigte und weniger Menschen, die ihr schmales Salär durch den Staat aufstocken müssen. Auch im Hotel Resort Mark Brandenburg arbeiten zehn Leute mehr. Die Gewerkschaft NGG spricht von einem Erfolg des Mindestlohnes. Der soll weiter steigen.

Voriger Artikel
„Nackt“-Dreh in den Ruppiner Kliniken
Nächster Artikel
Neuruppin lacht dem Tod ins Gesicht

Das Resort Mark Brandenburg hat im vergangenen Jahr zehn Leute eingestellt, die sich um das Wohlbefinden der Gäste kümmern.

Quelle: Geisler

Neuruppin. Ein Jahr nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro die Stunde zieht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin eine positive Bilanz. Sie hatte beim Pestel-Institut in Hannover eine Mindestlohn-Analyse in Auftrag gegeben. Demnach gab es im Sommer 2015 im Landkreis 320 Menschen mehr, die einen Job hatten, als noch im Sommer des Vorjahres.

Vom „Schreckgespenst Mindestlohn“, vor dem viele Arbeitgeber gewarnt hatten, sei damit nichts übrig geblieben, sagte Uwe Ledwig, Geschäftsführer der NGG-Berlin-Brandenburg. „Anstatt Servicekräfte oder Küchenpersonal zu entlassen, haben Hotels, Pensionen, Restaurants und Gaststätten neue Kräfte eingestellt“, so Ledwig. In diesem Bereich arbeiteten im Juni vergangenen Jahres in Ostprignitz-Ruppin genau 1928 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das sind 4,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres, als es den gesetzlichen Mindestlohn noch nicht gab, betonte der Gewerkschafter.

„Menschen können nun von ihrer Arbeit leben“

Nach Angaben der NGG hat der Mindestlohn darüber hinaus dazu geführt, dass etliche Arbeitgeber aus Mini-Jobs reguläre Stellen gemacht haben. Das sei nicht allein im Gastronomiebereich passiert. Ledwig wertete dies als einen „Riesenerfolg“. Schließlich seien viele Mini-Jobs besonders schlecht bezahlt gewesen. Durch den Mindestlohn seien sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Davon habe ebenfalls der Staat profitiert, so Ledwig. Denn die Zahl der sogenannten Aufstocker sank innerhalb eines Jahres allein in Ostprignitz-Ruppin um 303 Personen. „Diese Menschen können nun von ihrer Arbeit leben und sind nicht länger auf die Stütze vom Staat angewiesen“, sagte Ledwig.

Für das 4-Sterne-Hotel Resort Mark Brandenburg in Neuruppin habe sich durch die Einführung des Mindestlohnes eigentlich nichts geändert, sagt Pressesprecherin Manuela Lenz. Gleichwohl hat das Hotel jetzt zehn Arbeitsplätze mehr. Der Grund: „Wir haben eine eigene Abteilung für das Housekeeping aufgebaut.“ Bisher kümmerten sich bis auf einige Ausnahmen Mitarbeiter einer Fremdfirma darum, dass die Zimmer der Hotelgäste nicht nur sauber sind, sondern dort auch frische Blümchen stehen, die Betten aufgeschüttelt werden und die Minibar gefüllt ist. Nun machen das Mitarbeiter des Hotels.

Die Gewerkschaft NGG will, dass der Mindestlohn rasch auf 10 Euro die Stunde erhöht wird. Das sei notwendig, damit Menschen, die den jetzigen Mindestlohn erhalten, die Chance haben, für größere Anschaffungen auch Geld auf die hohe Kante zu legen. Das ist aber nur der erste Schritt. Denn um eine Rente von 769 Euro im Monat zu erhalten, was derzeit der Grundsicherung im Alter entspricht, müsste ein Beschäftigter mindestens 11,50 Euro die Stunde verdienen – und das 45 Jahre lang in einer Vollzeitstelle, so Nedwig.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg