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Panne beim Beschatten

Drogenprozess in Neuruppin Panne beim Beschatten

Im Drogenprozess gegen Frank G., einst ein führendes Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, hat am Dienstag ein geheimnisvoller Zeuge ausgesagt. Der Polizist, der seinen Namen nicht nennen durfte, räumte ein, dass die Überwachung von Torsten S., dem mutmaßlichen Komplizen von Frank G., lückenhaft war. Zudem soll sich S. in Berlin mit einem Unbekannten getroffen haben.

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Der mutmaßliche Komplize Torsten S. im Gerichtssaal.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Im Drogenprozess um Frank G. (48), einst ein führendes Mitglied der Neuruppiner XY-Bande, hat bei der Kernfrage des Prozesses, wer die 500 Gramm Kokain besorgt hat, auch die Vernehmung eines geheimnisvollen Zeugen nicht weiterhelfen können. Der 42-jährige Polizeibeamte, der aus Sicherheitsgründen seinen Namen nicht mal dem Gericht preisgeben durfte, erklärte am Dienstag, dies nicht zu wissen.

Das halbe Kilo Rauschgift war bei der Übergabe von Frank G. an den vermeintlichen Käufer Tommy M. am 12. März vor einem Berliner Hotel beschlagnahmt worden. Den Deal hatte Tommy M. eingefädelt. Der 34-Jährige, der wegen räuberischer Erpressung eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt und dabei viele einstige Mitglieder der XY-Bande kennen­gelernt hat, ist Kronzeuge der Anklage.

Reste von Kokain fanden sich in der Schüssel, in der Torsten S

Reste von Kokain fanden sich in der Schüssel, in der Torsten S. angeblich nur Koffeintabletten zum Strecken der Drogen hatte.

Quelle: dpa

Der Ermittler ohne Namen konnte dazu nichts sagen. Er gehört einem mobilen Einsatzkommando an, das vor allem Verdächtige aus dem Bereich der schweren Kriminalität observiert. „Unser Ziel ist die Gefahrenabwehr“, sagte der Polizist. Der 42-Jährige hatte am 12. März abwechselnd den Hauptverdächtigen Frank G. und dessen mutmaßlichen Komplizen Torsten S. (34) beobachtet. Allerdings hatte die Polizei Torsten S., der mit seinem BMW unterwegs war, mehrfach aus den Augen verloren – auch weil der Ermittler nicht bei Rot über eine Kreuzung fahren und dadurch auffallen wollte. Deshalb stellen sich weitere Fragen. Denn Torsten S. soll sich in Berlin nicht allein mit Frank G., sondern mit einem weiteren Mann getroffen haben. Dieser war etwa 50 Jahre alt, 1,70 Meter groß und habe eine blaue Jeans sowie eine dunkle Jacke getragen, sagte der Ermittler. Bis heute weiß die Polizei nicht, um wen es sich dabei handelt, ob der Unbekannte etwas mit dem Drogengeschäft zu tun hat oder er sogar derjenige ist, der das Kokain für Frank G. und Torsten S. beschafft hat.

Was geschah im Hotelzimmer in Berlin?

Unklar ist auch weiterhin, was eigentlich im Zimmer 213 des Hotels in Lichtenrade passiert ist, das von Frank G. und Torsten S. für die Übergabe des Rauschgiftes gemietet worden war. Denn zunächst war kein Ermittler ins Hotel eingeschleust, sagte der Überwachungsexperte. Deshalb soll bei einem der nächsten Verhandlungstage mindestens einer der Beamten gehört werden, die bei der Razzia des Hotelzimmers dabei gewesen sind.

Marlen Block, Verteidigerin von Frank G., beantragte am Dienstag erneut, dass die Ermittlungsakten aus Aachen gegen den Kronzeugen Tommy M. in den Prozess einbezogen werden. Hatte doch M. erklärt, dass er den Drogendeal mit Frank G. eingefädelt hatte, um einer drohenden Freiheitsstrafe zu entgehen. „Dieser Lockspitzel-Einsatz ist rechtsstaatswidrig“, sagte Block. Staatsanwalt Peter Graupner wies den Antrag zurück. „Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Zusage gegeben, dass dem Zeugen eine Strafe erlassen wird.“

Auch Richter Udo Lechtermann bezweifelte, dass der Antrag etwas bringt. „Selbst wenn eine Zusage gemacht worden sein sollte, wird sich dazu wohl kaum eine Notiz in den Unterlagen finden.“ Über den Antrag entscheidet das Gericht später. Fortgesetzt wird die Verhandlung am 2. November.

Von Andreas Vogel

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