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Papierfabrik öffnet ihre Tore

Hohenofen Papierfabrik öffnet ihre Tore

Die Papierfabrik in Hohenofen bietet am kommenden Sonntag, dem 23. April die Gelegenheit für eine Zeitreise in die Industriegeschichte. Die fast vollständig erhaltene historische Produktionsanlage steht dann für Besucher offen. Außerdem gibt es eine Führung.

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Die Papierfabrik war einst das Zentrum Hohenofens – und ist es im Grunde bis heute.

Quelle: Andre Reichel

Hohenofen. Ganz so verlassen, wie sie von außen wirkt ist die Papierfabrik in Hohenofen gar nicht. Am kommenden Sonntag, dem 23. April, sind dort sogar wieder Neugierige willkommen: von 13 bis 17 Uhr stehen die Tore der alten Industrieanlage für Besucher offen. Um 14 Uhr kann man sogar an einer Führung mit Bodo Knaak teilnehmen. Der Sieversdorfer hat sich eingehend mit der Geschichte von Hohenofen und seiner Wirtschaft beschäftigt.

Anders als das benachbarte Sieversdorf galt Hohenofen stets als Industriedorf. Seine Einwohner verdienten ihren Lebensunterhalt vorwiegend nicht mit Landwirtschaft, sondern eben mit Handwerk und Industrie. Selbst der Name des Ortes geht auf diese Geschichte zurück.

Um die „hohen Ofen“ herum entstand eine Siedlung

Mitte des 17. Jahrhunderts ließ Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg mitten im Luch ein Hüttenwerk zur Verarbeitung des damals noch reichlich vorhandenen Raseneisenerzes errichten. Um die „hohen Ofen“ herum entstand eine Siedlung. Selbst die durch den Ort fließende Dosse verdankt ihren heutigen Verlauf einem damals angelegten Kanal. Sein Wasser trieb Gebläse für die Eisenverhüttung an. Zugleich diente der Fluss als Transportweg.

Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein florierte das Handwerk. Um die 500 Menschen lebten und arbeiteten in Hohenofen. Doch dann waren die Erzvorkommen der Umgebung erschöpft. Niedergang und Armut waren die Folge.

Das Unternehmen beschäftigte zu Beginn fast 100 Mitarbeiter

1834 erwarb die königliche „Seehandlung“ – eine Art preußische Staatsbank – die Industrieanlagen. Die „Seehandlung“ war bereits an einer Papierfabrik-Aktiengesellschaft in Berlin beteiligt. Bis 1838 entstand auf dieser Grundlage auch in Hohenofen eine Papierfabrik. Die eingesetzten Papiermaschinen gehörten seinerzeit zur den modernsten ihrer Art. Das Dosse-Wasser kam der Produktion sehr gelegen. Schon zu Beginn beschäftigte das Unternehmen fast 100 Arbeiter und Angestellte.

Die Eigentümer des Unternehmens wechselten später mehrfach. Zuletzt war der Betrieb ein Zweigwerk des Volkseigenen Betriebes Feinpapierfabriken Neu Kaliss.

Ab 1967 stellte man in Hohen ausschließlich Transparentpapier her, das damals eine wichtige Basis für Zeichnungen aller Art bildete – auch im Ausland.

Im Jahr 1992 schloss das Werk

Mit dem Anschluss an die Bundesrepublik 1990 brach die Produktion in Hohenofen zusammen. Die größtenteils jahrzehntealten Maschinen und Anlagen waren schlicht nicht konkurrenzfähig. 140 Menschen verloren ihre Arbeit. 1992 schloss das Werk. Versuche, die Produktion mit anderer Ausrichtung oder als Museum wiederzubeleben, scheiterten.

2003 erhielt die Fabrik den Status als technisches Denkmal. Die historischen Produktionsanlagen sind nach wie weitgehend vorhanden. So etwas gibt es kaum noch irgendwo. Der Verein Patent-Papierfabrik Hohenofen bemüht sich seitdem um die Bewahrung der Anlagen.

Zum Tag des offenen Denkmals am 7. Mai wird die Fabrik erneut von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Eine Ausstellung zeigt dann auch die Resultate eines aktuellen Kunstprojektes.

Am kommenden Sonntag kostet der Eintritt 3 Euro (ermäßigt 2 Euro). Die Führung kostet 3 Euro extra.

Von Alexander Beckmann

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