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Party-Hangar: RBB dreht in Neuruppin

Fernsehteam filmt auf dem Flugplatz Party-Hangar: RBB dreht in Neuruppin

Der seit Monaten schwelende Streit um den geplanten Party-Hangar auf dem einstigen Neuruppiner Flugplatz beschäftigt jetzt auch das RBB-Fernsehen. Ein Team drehte am Mittwoch im Hangar 312 und sprach mit Betreiber Frank Hartmann. Wann der Beitrag gesendet wird, ist noch offen.

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Hangar-Betreiber Frank Hartmann zeigt die Daten auf dem Gerät, das den Lärm misst.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Die Musik wummert im Hangar 312. Doch draußen, nur fünf Meter entfernt von den großen schweren Eisentoren, ist kaum noch etwas davon zu hören. „Es sind nur 72 Dezibel“, sagt Frank Hartmann. Der 57-Jährige zeigt auf das kleine elektronische Messgerät in seinen Händen. Der Kameramann hält voll drauf. Hartmann hat das Messgerät am Mittwoch extra mitgebracht. Schließlich ist ein Team des RBB-Fernsehens da: Die Sendung ZIBB, Zu Hause in Berlin und Brandenburg, will über den schon seit Monaten andauernden Streit über den geplanten Party-Hangar von Frank Hartmann berichten.

Der Handwerker ist etwas aufgeregt. „Ich spreche ja nicht jeden Tag in eine Kamera.“ Reporterin Ulrike Steinbach beruhigt Hartmann. Er soll einfach erzählen, welche Pläne er für die ehemalige Flugzeuggarage hat und was bisher geschehen ist. Das ist schnell gesagt: Hartmann hat den Hangar für 59 000 Euro vom Land gekauft und wollte dort eigentlich nur sein Werkzeug unterbringen – bis ihn Freunde auf die Idee brachten, die Halle als Veranstaltungsort zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden dort die Spiele der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft gezeigt.

Das kam so gut an, dass er beim Kreis beantragte, die Halle für drei Jahre als Veranstaltungsort zu nutzen. Damit begannen die Probleme. Denn die Organisatoren des Aequinox-Festivals für alte Musik wollten den Hangar ebenfalls nutzen – für eine musikalische Lesung mit der Schauspielerin Fritzi Haberlandt im März. Da der Kreis sich jedoch außerstande sah, bis dahin über den Antrag von Hartmann zu befinden, wurde dieser in eine einmalige Genehmigung umgewandelt. Der Antrag wurde genehmigt, die musikalische Lesung im Hangar war gerettet. Auf eine Entscheidung zu seinem Antrag für eine dauerhafte Nutzung der alten Betonhalle wartet Hartmann indes noch heute. Immerhin hat er am Dienstag wenigstens die 175 Euro erstattet bekommen, die ihm der Kreis seit Monaten schuldig war. Denn die einmalige Genehmigung kostete nur 200 Euro, für den ersten Bauantrag hatte der Kreis dem Handwerker aber 375 Euro abgeknöpft (die MAZ berichtete).

Die Behörde fordert von Hartmann inzwischen ein Zwangsgeld von 4000 Euro, weil er Zehntklässler aus Fehrbellin trotz Verbots in seinem Hangar den Abschluss von der Schule feiern ließ. Hartmann hat dagegen Widerspruch eingelegt. „Darauf hat der Kreis bisher nicht reagiert.“ Der 57-Jährige setzt darauf, dass er nicht bezahlen muss, weil die Behörde einen Fehler gemacht und seinen Anwalt nicht in das Verfahren einbezogen hat. Zudem geht Hartmann davon aus, dass die Behörden bald über seinen Antrag entscheiden: Er hat gehört, dass zwar das Neuruppiner Rathaus zuvor ein Lärmgutachten vorgelegt haben will. Aber das Umweltamt des Kreises als zuständige Fachbehörde hält das wohl nicht für nötig. Vermutlich, weil der Lärm der Autos auf der B 167 viel größer ist als die Musik, die durch die riesigen Stahltore des Hangars nach draußen dringt.

Von Andreas Vogel

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