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Ostprignitz-Ruppin Paula Kropius ist Steinrestauratorin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Paula Kropius ist Steinrestauratorin
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00:17 18.07.2016
Paula Kropius schafft bei der Steinrestaurierung nachhaltige Werte. Quelle: Christamaria Ruch
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Königsberg

Sie möchte „Dinge für die Nachwelt erhalten.“ Wenn eine 30-Jährige diesen Wunsch äußert, muss sie schon mit Weitblick durchs Leben gehen. Paula Kropius aus Königsberg setzt sich in ihrem Beruf als Steinrestauratorin mit der Geschichte auseinander. „Unsere Nachfahren wollen einen greifbaren Wissensschatz sehen“, sagt Kropius. Daher reiht sie sich in die Reihe derjenigen ein, die Dinge konservieren, restaurieren und rekonstruieren.

Diese Seite ist stark beschädigt. Restaurationsmörtel ergänzt verlorene Bereiche an der neogotischen Groteske. Quelle: Ruch

Paula Kropius wuchs in Papenbruch auf, nur ein paar Dörfer von ihrem heutigen Wohnort entfernt. Während der Schulzeit machte sie erstmals Bekanntschaft mit dem Beruf des Restaurators und beschäftigte sich im Rahmen eines Praktikums mit der Wandmalerei. Nach dem Abitur 2005 in Wittstock absolvierte sie ein einjähriges Vorpraktikum in Erfurt. „Dort befindet sich eine Restaurationswerkstatt der Stadt“, erinnert sie sich an diesen glücklichen Umstand. Denn dort konnte sie die verschiedenen Bereiche der Restaurierung kennen lernen. Schon bald stand für Paula Kropius fest, sich näher mit der Steinrestauration zu beschäftigen. „Das ist ein relativ neuer Studiengang“, sagt sie. Nach fünf Jahren Studium an der Fachhochschule in Erfurt hielt sie das Diplom in der Hand. Dann ging sie in die berufliche Selbstständigkeit und nach Güstrow.

Rückkehr in die Heimat

„Wirtschaftlich läuft es im Bereich Restauration in Mecklenburg besser als in Brandenburg“, räumt sie ein. Und: „Beziehungen sind sehr wichtig und es braucht Zeit, um seinen Platz zu finden.“ Dennoch entschied sie sich mit ihrem Ehemann Marc, wieder in die alte Heimat zurück zu kehren. „Es ist eben Heimat und hier wissen wir, wie die Menschen ticken“, sagt sie. Dem Umzug nach Königsberg ging eine mehrjährige Haussuche voraus. Nun ist das Ehepaar sesshaft geworden und ihre beiden Kinder Juri und Wienke wachsen auf dem Land auf. „Das ist ein tolles Dorf, viele junge Leute leben hier und wir sind in die Gemeinschaft gut aufgenommen worden“, sagt sie. Kropius ist auch Mitglied im Förderkreis Kirche Königsberg und bringt sich dort aktiv ein.

Restaurationsbedarf: Die Schleife vom Wappenrelief einer Grabkapelle. Quelle: Ruch

Gerade arbeitet Paula Kropius an der Restaurierung einer neogotischen Groteske. Diese stammt von einer Kirche in Berlin und aus der Zeit um 1850. Die Buntsandsteinskulptur erinnert an die Wasserspeier an der Pariser Kathedrale Notre Dame. „Hier sind viele schöne Stellen zu finden, was die Schäden anbetrifft“, gerät Kropius ins Schwärmen. Sie hat bereits an der mehr als 500 Kilogramm schweren Figur sichtbare Spuren hinterlassen. Mit dem Restaurationsmörtel schließt sie Risse, trägt Bindemittel auf und arbeitet sich dann schrittweise voran. „Beim Restaurieren besteht das Ziel, nur so weit zu gehen, wie es nachvollziehbar ist“, so die 30-Jährige. Im vorliegenden Fall orientiert sie sich an der rechten und weitgehend erhaltenen Seite der Figur. Das ist dann die Vorlage für die Arbeit an der Spiegelbildseite. Bei jeder Arbeit wird erst konserviert, um das Objekt zu erhalten. Dabei wird das Objekt hinterfüllt oder angeböscht. Im zweiten Schritt ergänzt sie verlorene Bestandteile, bevor die Rekonstruktion beginnt. Dabei werden nicht mehr vorhandene Bestandteile neu gestaltet. „Das Konservieren ist am wichtigsten und die Denkmalpflege möchte oftmals auch nur das Erhalten“, so Paula Kropius.

Dampfreiniger ist Hauptarbeitsgerät

Auch der nächste Auftrag erweist sich als Puzzlespiel. Paula Kropius arbeitet am Wappenrelief der Grabkapelle von Familie von Bassewitz aus dem mecklenburgischen Bristow. Dieses Relief stammt von 1874 und besteht aus Cotta Sandstein. Das tonhaltige Bindemittel im Stein sorgt dafür, dass es wasserlöslich und damit stark vom Zerfall betroffen ist. Zuerst reinigt sie alle Einzelteile mit Hilfe des Dampfreinigers. „Das ist mein Hauptarbeitsgerät“, so Kropius. Mit der Druckpistole saugt sie den Schmutz vom Sandstein auf, trägt anschließend Quellminderer auf und festigt die Teile mit Kieselsäureesther. „Das alles soll verhindern, dass der Stein weiter arbeitet und an Festigkeit verliert.“ Frühere Generationen von Handwerkern hatten laut Kropius den Anspruch, „Werke für die Ewigkeit zu schaffen.“ Doch der Zahn der Zeit zeigt, dass das gar nicht möglich ist. Umso wichtiger ist das Wirken von Restauratoren. „Wenn all die Werke unserer Vorfahren weg wären, dann wäre die Menschheit ärmer“, sagt Paula Kropius.

Von Christamaria Ruch

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