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Beim Kaffeetrinken mit Gift besprüht

Peinlicher Vorfall in Heiligengrabe beim Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner Beim Kaffeetrinken mit Gift besprüht

Als sei die Kritik am Gifteinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner nicht schon genug: Nun ist es dabei im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu einem peinlichen und ekligen Vorfall gekommen. Ein Anwohner ist in seinem Garten mit Gift aus der Luft bespritzt worden - beim Kaffeetrinken.

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Beim Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner wird Gift aus der Luft versprüht.

Quelle: MAZ

Neuruppin. Bei dem Lufteinsatz gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners soll es in der Gemeinde Heiligengrabe zu einem peinlichen Zwischenfall gekommen sein. „Es hat sich ein Bürger beschwert, dass er beim Kaffeetrinken in seinem Garten von dem Hubschrauber überrascht wurde“, sagt Mathias Wittmoser, der Leiter des Amtes für öffentliche Sicherheit in der Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin.

Zwar gilt das Fraßgift Dipel ES, das versprüht wurde, als biologisch abbaubar und für Menschen ungefährlich. Gleichwohl weisen die Ordnungsbehörden stets darauf hin, die Gebiete möglichst zu meiden, in denen der Hubschrauber gerade im Einsatz ist.

Verwaltung: Über Einsätze wurde rechtzeitig informiert

„Wir nehmen die Beschwerde ernst und werden das untersuchen“, sagt Amtsleiter Wittmoser. Allerdings zeigt er sich ratlos angesichts vereinzelter Vorwürfe, dass die Bürger nicht rechtzeitig über die Sprühaktion informiert worden seien. Auch Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn kann diesen Anschuldigungen nur wenig abgewinnen. „Sicher kann man immer was optimieren“, so Kippenhahn. Aber über die Einsätze sei sowohl in der Zeitung als auch auf der Homepage der Gemeinde und im Amtsblatt informiert worden. „Der Landkreis kann ja schlecht von Tür zu Tür gehen, um die Leute auf die Sprühaktion hinzuweisen“, sagt Kippenhahn.

Im Landkreis wird regelmäßig Gift eingesetzt

Die Giftaktion gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners, deren Haare Allergien auslösen können, hatte in Ostprignitz-Ruppin am 7. Mai begonnen und konnte am 18. Mai beendet werden. Die zwei Hubschrauber waren lediglich drei Tage im Einsatz, vom 7. bis 9. Mai. Denn in diesem Jahr wurden lediglich 582 Hektar Fläche aus der Luft besprüht. 2014 waren es noch gut 1200 Hektar. Auf Intervention von Naturschützern setzte der Landkreis diesmal mehr auf Sprühkanonen, mit denen vom Boden aus die befallenen Bäume mit dem Gift behandelt wurden. Die meisten Experten gehen davon aus, dass mit den Sprühkanonen die Raupennester zielgerichteter getroffen werden können. Ob sich das auch für den Einsatz in Ostprignitz-Ruppin bestätigt, ist offen. Denn ausgewertet wird die Giftaktion erst Ende August. Bis dahin wollen die Oberförstereien in Neuruppin und Neustadt (Dosse) geprüft haben, wie groß die Fraßschäden durch die Raupen noch sind.

2014 waren im Kreis weniger Menschen wegen des Schädlings beim Arzt

Weiterhin unklar ist ebenfalls, ob das Land wie in den vergangenen Jahren eine Umfrage unter Ärzten startet. Ziel ist dabei herauszufinden, wie viele Leute wegen allergischer Reaktionen einen Arzt aufgesucht haben. 2014 waren es in Ostprignitz-Ruppin 170 Menschen – und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als mehr als 300 sich ärztlich behandeln ließen. Der Landkreis ist an einer erneuten Abfrage interessiert und will diese zur Not auch selbst in Angriff nehmen. Das ist vielleicht gar nicht notwendig. Denn Einsatzleiter Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst findet „die Abfrage bei den Ärzten auch gut“ und will sich dafür starkmachen. Allerdings wird es noch etwas dauern, bis die Ärzte befragt werden. Grund: Die meisten Larven befinden sich erst im dritten von sechs Larvenstadien. Gleichwohl kennt Kopka schon Beschwerden von Bürgern. Der Einsatzleiter vermutet aber, dass die Leute mit Haaren in Berührung gekommen sind, die aus dem vergangenen Jahr stammen.

Von Andreas Vogel

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