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Ostprignitz-Ruppin Personalnot: Polizisten schieben länger Dienst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Personalnot: Polizisten schieben länger Dienst
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20:03 23.02.2017
Staatssekretärin Katrin Lange (hinten) machte am Donnerstag ihren Antrittsbesuch in der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Kehrtwende des Landes bei der Personalpolitik der Polizei zeigt Wirkung. „Das gezielte Werben hat zu 6000 Bewerbungen bei der Fachhochschule der Polizei geführt“, sagte Katrin Lange. Die Staatssekretärin des Innenministeriums machte am Donnerstag ihren Antrittsbesuch bei der Polizeidirektion Nord in Neuruppin.

Polizei sucht jetzt auch Quereinsteiger

Die Direktion ist für Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel zuständig. Da es jedoch mindestens zweieinhalb Jahre dauert, bis Polizisten ausgebildet sind, greift die Politik nun auch zu unkonventionellen Mitteln, um die Personalnot bei den Einsatzkräften zu lindern. Zum einen sollen künftig für spezielle Bereiche auch Quereinsteiger bei der Polizei arbeiten können, etwa als Biologen und Chemiker beim Landeskriminalamt (LKA) und als sogenannte IT-Forensiker, um Cyberkriminalität schnell bekämpfen zu können. Selbst um klassische Verwaltungsaufgaben wie Haushalt, Personalverwaltung und Liegenschaften sollen sich künftig nicht mehr unbedingt ausgebildete Polizisten kümmern müssen.

Zum anderen erhalten Einsatzkräfte, die ihre planmäßige Pensionierung um ein bis drei Jahre hinausschieben und auch körperlich fit sind, monatlich 400 Euro zusätzlich zu ihrem Salär. „Wir versuchen damit, das Tal der Personalnot schneller zu durchschreiten“, sagte Katrin Lange. Das ist auch notwendig. Hat doch das Land nicht nur den Personalabbau bei der Polizei gestoppt. Vielmehr wurde auch eine neue Zielzahl festgelegt. Diese liegt inzwischen bei 8250 Einsatzkräften im Land. Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte die Zahl der Polizisten auf 7000 sinken.

Personallage ist noch angespannt

Bernd Halle, der Chef der Polizeidirektion Nord, zeigte sich zufrieden über die Kehrtwende der Landesregierung. Zudem hätten bereits elf Einsatzkräfte zugesagt, länger im Dienst zu bleiben und ihre Pensionierung zu verschieben – dabei sei es noch nicht einmal um den zusätzlichen materiellen Anreiz gegangen, so Halle. Der Polizeichef setzt darauf, dass bei weiteren Personalgesprächen weitere Einsatzkräfte ihre Pensionierung verschieben werden. „Vielleicht verlängern insgesamt 15 Polizisten ihre Dienstzeit. Das wäre eine ergiebige Zahl“, sagte Bernd Halle.

Gleichwohl bleibt die Personallage bei der Polizei vorerst angespannt. Denn noch ist unklar, ob die Tendenz wirklich gestoppt werden kann, dass mehr Polizisten in den Ruhestand gehen als eingestellt werden. Im vergangenen Jahr gab es bei der Polizeidirektion Nord 37 sogenannte Abgänge, aber nur 26 neue Polizisten.

Auf wie viele neue Einsatzkräfte Bernd Halle und sein Team in diesem Jahr hoffen dürfen, ist noch unklar. Jedoch sind die Aussichten deutlich besser. Das liegt auch daran, dass inzwischen 350 Polizeianwärter pro Jahr im Land übernommen werden – vor­ausgesetzt sie können ihre Ausbildung auch erfolgreich abschließen.

Von Andreas Vogel

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