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Peter Brandt zu Gast bei "No Wolf"

Petition für Landschaft ohne den Wolf Peter Brandt zu Gast bei "No Wolf"

Ein böse dreinblickendes Wolfsgesicht ist auf der Visitenkarte von Peter Brandt abgebildet. Der Dresdner ist landauf, landab in Sachen Wolf unterwegs und wirbt für eine Landschaft ohne das Raubtier. Am Freitag war er bei der Initiative "No Wolf" in Alt Daber. Viel Überzeugungsarbeit hatte er bei den Wolfs-Kritikern nicht zu leisten.

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Quelle: dpa

Alt Daber. Fakten will er darlegen, aber er hat es nicht nötig, Menschen von seiner Meinung zu überzeugen. Bei denjenigen, die sich Freitagabend in Alt Daber trafen, ist Überzeugungsarbeit ohnehin nicht nötig. Als Mitstreiter der Intiative "No Wolf" vertreten sie keine andere Meinung als ihr vortragsreisender Gast aus der sächsischen Landeshauptstadt.

Peter Brandt ermunterte die brandenburgischen und mecklenburgischen Mitglieder von "No Wolf" darin, in Petitionen ihr Anliegen nach einer Landschaft ohne das Raubtier Wolf in Landes-, Bundes- und EU-Gremien vorzubringen. "Denn der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht, obwohl er dieses Prädikat hat", sagte Brandt. Für Tierhalter sei es schlichtweg nicht möglich, die Mindestanforderungen an Zäune zu erfüllen, um ihre Herden vorm Wolf zu schützen. So könnten zum Beispiel Wildschweine auf der panischen Flucht problemlos solche Zäune umreißen.

Rot- und Schwarzwild würden wegen des Wolfes ohnehin immer unruhiger. So etwas habe es früher nicht gegeben. In den vergangenen 200 Jahren habe der Mensch die Aufgabe des Wolfes übernommen, den Wildbestand zu regulieren. "Der Wolf hat in dieser Zeit niemandem in Deutschland gefehlt.", meint Brandt. Vor 10.000 Jahren, als es noch flächendeckend Wälder gab, habe der Wolf noch eine Berechtigung gehabt, in der heutigen Kulturlandschaft nicht mehr.

Peter Brandt bezweifelte Statistiken, wonach Wölfen nur 65 Prozent der Risse an Herdentieren zugeordnet werden - und fünf Prozent wildernden Hunden. "Wer soll denn dann für die restlichen 30 Prozent verantwortlich sein?", fragte Brandt in die Runde. Alle waren sich einig, dass dafür nur der Wolf infrage komme. Dessen Rissspuren seien aber nicht immer zu erkennen, weil sich Raben oder Füchse anschließend ebenfalls an den Kadavern satt fräßen.

Das Fazit des Dresdners zweifelte niemand an: "Die Natur in Deutschland braucht die Wölfe nicht. 40000 europäische Wölfe garantieren den Fortbestand der Art."

Kommentar: Böser Wolf

No-Wolf-Aktivisten werden nicht müde, immer neue Horrorszenarien vom bösen Wolf herauf zu beschwören. Verstehen kann man die Sorgen der Schäfer. Aber es ist nicht nachvollziehbar, dass Jäger in dieses Geheul einstimmen. Denn der Wolf ist nur ein Jäger unter vielen, auch wenn er keinen Jagdschein besitzt. Wildschweine können Menschen viel gefährlicher werden. Wölfe suchen sich ihre Beute nicht nach der Schönheit der Trophäe aus. Ein Wolf holt sich die schwächsten Tiere und bedient sich am Aas. Auch kommen Wölfe nur dann in einen Blutrausch, wenn der Fluchtinstinkt von Damwild-, Schafs- oder Rentierherden durch Zäune jäh ausgebremst wird. Überdies haben Wissenschaftler in Wolfslosungen bislang weder die Überreste von Großmüttern noch von kleinen Mädchen mit roten Kappen feststellen können. Mit der Angst vorm bösen Wolf wurden in früheren Zeiten pubertäre Mädchen vorm Spaziergang in einsamen Wäldern und vorm frühen Verlust ihrer Jungfernschaft gewarnt. Diese Mär zieht nicht mehr.

Von Uta Köhn

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