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Ostprignitz-Ruppin Pfarrer Borrmann geht nach Spandau
Lokales Ostprignitz-Ruppin Pfarrer Borrmann geht nach Spandau
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00:17 03.10.2016
Im Pfarrgarten hinter St. Marien hat sich Björn Borrmann immer am wohlsten gefühlt. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

„Worüber darf ein Pfarrer keinesfalls sprechen? Über 20 Minuten“, sagt Björn Borrmann und grinst. Diese Faustregel habe er als Pfarrer in seinen Predigten immer versucht, einzuhalten. Da seien es dann meistens gute acht Minuten gewesen.

„Wichtig ist, dass Du dann den Menschen Geschichten erzählen kannst“, erklärt der 36-Jährige. Und dass er gerne liest und gut „quatschen“ kann, habe er schon in seiner Jugend festgestellt – darum sei es für ihn schon relativ früh klar gewesen, dass er Pfarrer werden will.

In Wittstock hat Borrmann zahlreiche Predigten gehalten. Quelle: Christian Bark

Als solcher konnte er nach dem Vikariat vor zweieinhalb Jahren erstmals an die Dosse in Wittstock arbeiten. „Ich wohnte in einer 120-Quadratmeter-Wohnung und traf auf ein super Team vor Ort“, erinnert sich Borrmann. Im Garten hinterm Pfarrhaus habe er sich immer besonders wohl gefühlt. „Ich habe sogar regelmäßig Marmelade gekocht“, blickt Borrmann zurück. In Wittstock und Heiligengrabe habe er sich relativ schnell eingewöhnt. An die zehn Orte betreute der aus Goslar stammende Pfarrer während seiner Amtszeit in der Ostprignitz. Einen Lieblingsort habe er aber nie gehabt, wie er versichert. „Jede Kirche hatte ihren Reiz, jede Gemeinde ihre warmherzigen, furchtbar netten Menschen“, sagt er. Allerdings mache Wittstocks Marienkirche allein wegen der atemberaubenden Akustik nach wie vor großen Eindruck auf den musikbegeisterten Theologen.

Musikalisch voll auf seien Kosten gekommen

„Ich hatte mir einen Ort gewünscht, wo es richtig gute Kirchenmusik gibt“, erzählt der 36-Jährige. Das sowie einen Ort im „Norden“, wo er unbedingt hinwollte, habe er an der Dosse gefunden. Er sei sofort im Chor tätig gewesen und beruflich mit dem Musikprojekt des Kirchenkreises „Himmelston & Erdenklang“ beauftragt gewesen. Dabei und bei anderen Veranstaltungen habe er besonders die Leute zu schätzen gelernt, die versuchen, aus der Region etwas zu machen – unabhängig vom Glauben oder Berufsstand.

Aus Wittstock nimmt Borrmann viele Erinnerungen mit. Quelle: Christian Bark

„Provinz muss nicht zwangläufig provinziell sein“, sagt Borrmann und appelliert an die Wittstocker, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Trotzdem weiß der Theologe aber auch, dass Wittstock mit Berlin, wo er als Student und Projektmanager im Jüdischen Museum viele Jahre seines Lebens verbracht hat, nicht zu vergleichen ist. „Manchmal war es hier ziemlich einsam“, sagt Borrmann, der in der Pfarrwohnung ganz allein gelebt hat. In Berlin hingegen hatte er noch einen großen Freundeskreis, fuhr regelmäßig zu Veranstaltungen in die Hauptstadt. Und so sei er vor einiger Zeit ins Grübeln gekommen, was er nach seiner zweijährigen Entsendungszeit in Wittstock denn gerne tun würde.

„Ich hatte ihm eine Pfarrstelle bei uns angeboten“, berichtet Borrmanns Vorgesetzter, Superintendent Matthias Puppe, im MAZ-Gespräch. Er habe sich für den jungen Pfarrer besonders aufgrund seiner Erfahrungen im Projektmanagement interessiert. „Ich habe mich aber dazu entschieden, mehr Gemeinde- und Jugendarbeit verrichten zu wollen“, sagt Borrmann. Ende August habe er sich auf eine Stelle in Spandau beworben – und vor einer Woche die feste Zusage erhalten. „Er hat in Wittstock gute Arbeit geleistet“, lobt Matthias Puppe seinen Pfarrer. Deshalb sei es besonders schade, dass er gehe.

„Aber Pfarrer Borrmann hat sich nun mal für einen anderen Weg entschieden“, erkennt der Superintendent an. Die Stelle sei bereits vor einem halben Jahr mit dem Pfarrerehepaar Jünger besetzt worden. „Wir wollen unseren Björn Borrmann aber gebührend verabschieden“, kündigt Puppe an. Dazu finde eine kleine Feier nach dem Erntedankgottesdienst der Gesamtkirchgemeinde, der ab 11 Uhr in der Kirche Wernikow abgehalten werde, statt. Am 16. Oktober wird Borrmann dann festlich in seiner neuen Kirchgemeinde St. Nicolai in Spandau eingeführt, wie er berichtet. Den Kontakt zu Wittstock wolle er aber halten.

Von Christian Bark

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