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Pfarrerin seit einem Jahr an der Dosse

Neustadt Pfarrerin seit einem Jahr an der Dosse

Vor einem Jahr zog Pfarrerin Anja Grätz nach Neustadt. Das erste Jahr ist schnell vergangen, sagt die 46-Jährige, die vorher im Oderbruch lebte. Anja Grätz freut sich darüber, dass die Neustädter ihr das Einleben einfach gemacht haben.

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Anja Grätz vor dem Eingang zum evangelischen Pfarramt in Neustadt.

Quelle: André Reichel

Neustadt. Grau, trübe und verregnet präsentiert sich der November. Doch davon lässt sich Anja Grätz die Laune nicht verderben. Die Neustädter Pfarrerin genießt ihren freien Tag und hat endlich einmal richtig Zeit für all die Dinge, die sonst im Tagesgeschehen in den Hintergrund rücken. Anja Grätz macht sich in aller Ruhe einen Kaffee, schaut aus dem Küchenfenster hinaus auf den weitläufigen Pfarrgarten und lässt die Gedanken schweifen. Genau ein Jahr ist es nun her, dass Anja Grätz, in der Pferdestadt eine neue Heimat fand.

Vorher lebte die Pfarrerin zwölf Jahre lang im Oderbruch, wo sie für etwa 630 Gemeindeglieder zuständig war, die sich über acht Orte verteilen. In Neustadt gibt es gut 900 Gemeindeglieder, in den drei Predigt-Orten Köritz, Neustadt und Kampehl. Schnell vergangenen sei dieses erste Jahr in Neustadt, sagt Anja Grätz: „Ich hatte kaum Zeit zum Reflektieren.“ Fest steht für die 46-Jährige aber auf jeden Fall: „Ich fühle mich hier als Landmensch pudelwohl.“ Daran hat der idyllische Pfarrgarten gewiss einen nicht unbeträchtlichen Anteil.

Den Dreetzer Wald ausgiebig erkundet

Auch die landschaftlichen Reize ihrer neuen Heimat sind der Pfarrerin nicht entgangen. „Den Dreetzer Wald habe ich bereits ausgiebig erkundet“, berichtet Anja Grätz. Als passionierte Reiterin fühlt sich die 46-Jährige in der Pferdestadt bestens aufgehoben. Im Gegensatz zum Oderbruch, wo alle Wege entweder mit Betonplatten ausgelegt oder bei entsprechender Wetterlage lehmige rutschige Schlammpisten seien, findet Anja Grätz hier in der „Märkischen Sandbüchse“ beste Bedingungen für Ausritte mit ihren beiden Pferden.

Von den Menschen in der Region ist die Pfarrerin ebenfalls begeistert: „Vom ersten Tag an wurde ich zum Beispiel vom Gemeindekirchenrat herzlich aufgenommen und unterstützt.“ Bestens versteht sich die Pfarrerin auch mit ihrer Sekretärin Dorit Geu. Gänzlich unvorbereitet kam Anja Grätz nicht in ihrer neuen Heimat an. Ihren Vorgänger Wolf Fröhling kennt die Pfarrerin bereits seit Studienzeiten und noch vor seinem Weggang machte er sie mit den Gegebenheiten ihres künftigen Wirkungskreises vertraut. In die Fußstapfen ihres Vorgängers kann und will Anja Grätz nicht treten. „Dafür bin ich einfach nicht musikalisch genug“, sagt die Pfarrerin.

Arbeit mit jungen Menschen

Ihren Schwerpunkt setzt sie da schon eher auf die Arbeit mit jungen Menschen. Doch all die vielen Traditionsveranstaltungen, die unter anderen Wolf Fröhling ins Leben rief, will sie auch weiter fortführen. Dadurch eingeschränkt fühlt sich die Pfarrerin nicht. „Gestaltungsfreiheit für eigene Ideen habe ich trotzdem noch genug", sagt Anja Grätz.

Viele Dinge, die Pfarrer im Jahreskreis zu tun haben, gleichen sich, egal, wo sie ihren Dienst tut. Geburtstagsbesuche bei älteren Gemeindegliedern machte Anja Grätz auch im fernen Oderbruch. Nicht anders verhält es sich mit den Gottesdiensten, dem Konfirmationsunterricht oder den Martinsfesten. Den kleinen Unterschied machen die jeweils vor Ort lebenden Menschen aus. „Die Neustädter waren von Anfang an aufgeschlossen, was einem den Neubeginn ungemein erleichtert“, sagt Anja Grätz.

Der Pfarrsprengel Neustadt-Köritz

900 Gemeindeglieder gibt es im Pfarrsprengel, zu dem Neustadt, Köritz und Kampehl gehören.

Seit einem Jahr ist Anja Grätz die neue Parrerin im Gebiet. Zuvor war sie zwölf Jahre lang Pfarrerin in Golzow im Oderbruch.

Der Vorgänger von Anja Grätz war der als singender Pfarrer bekannte Wolf Fröhling, der zehn Jahre lang in Neustadt lebte und wirkte.

Neben Gottesdiensten gibt es weitere regelmäßige Veranstaltungen, so zum Beispiel Christenlehre, Konfirmationsunterricht, Bibelstunden und Spielenachmittage.

Von André Reichel

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