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Pfeifkonzert, Fackelmarsch und Feuerteufel

Jahresrückblick 2015 für Ostprignitz-Ruppin und Prignitz Pfeifkonzert, Fackelmarsch und Feuerteufel

2015 war ein aufregendes Jahr, auch in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Ob ein Fackelmarsch ohne Fackeln in Wittstock, ein historischer Bürgerentscheid in Kyritz, ein gellendes Pfeifkonzert für den Innenminister in Neuruppin oder die prestigeträchtige 18. Tour de Prignitz. Wir blicken zurück auf die zehn aufregendsten Geschichten.

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Im Juni kam es in Neuruppin zum Aufeinandertreffen von NPD-Anhängern und Gegendemonstranten.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Der Regionalverlag Prignitz-Ruppin hat die Top 10 der einprägsamsten Geschichten 2015 zusammengetragen:

1. Polizei schnappt den Kyritzer Feuerteufel

Anfang August nimmt die Kripo nach intensiven Ermittlungen und wohl auch einem konkreten Hinweis in Kyritz ein 31-Jährigen fest. Er gesteht, der Brandstifter zu sein, der seit mindestens einem Jahr die Stadtbewohner in Angst und Schrecken versetzte.

Der Kyritzer Feuerteufel hielt die Region seit 2014 in Atem

Der Kyritzer Feuerteufel hielt die Region seit 2014 in Atem.

Quelle: Matthias Anke

Unter anderem steckte er Fahrzeuge an und brannte die Müllstation „Strüwe“ nieder. Auf dem Innenstadtparkplatz gingen ein Bus und ein Lkw in Flammen auf, dessen Ladung explodierte. Fassungslosigkeit herrschte in der Stadt darüber, dass er selbst der Feuerwehr angehörte – und in seinen Jugendtagen auch noch mit dem damaligen Brandstifter von Wusterhausen befreundet gewesen war.

2. Fackelmarsch von Rechtsradikalen in Wittstock wird zur Farce

Rechtsradikale haben während ihres für den Nikolaustag angemeldeten Fackelmarsches durch Wittstock gleich doppelt Pech: Fackeln durften sie nicht mitnehmen. Und sie sammelten noch unfreiwillig Spenden für Pro Asyl, insgesamt 2584,17 Euro. Schuld daran war die clevere Idee des Bürgerbündnisses „Wittstock bekennt Farbe“. Das hatte zur Spendensammlung während des Fackelmarsches aufgerufen.

3. Demonstranten legen NPD-Umzug durch Neuruppin lahm

Am 6. Juni sorgte Neuruppin deutschlandweit für Schlagzeilen. 600 Rechtsextreme aus der gesamten Bundesrepublik wollten zum so genannten Tag der deutschen Zukunft durch die Fontanestadt ziehen.

Zahlreiche Gegendemonstranten stellten sich dem NPD-Tross in den Weg

Zahlreiche Gegendemonstranten stellten sich dem NPD-Tross in den Weg.

Quelle: Reyk Grunow

Nazi-Gegner hatten acht Gegendemonstrationen angemeldet, verteilt über die gesamte Stadt. Der Aufzug der NPD-Anhänger kam nur ein paar hundert Meter weit und musste dann an einer Sitzblockade abdrehen. Für die Neonazis war der Aufzug ein Flop.

4. Gellendes Pfeifkonzert für den Innenminister

Mit einem gellenden Pfeifkonzert werden Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) am 1. September vor der Neuruppiner Pfarrkirche empfangen. Grund: Die Minister werben für die vom Land geplante Verwaltungsstrukturreform.

Innenminister Karl-Heinz Schröter wurde gnadenlos ausgepfiffen

Innenminister Karl-Heinz Schröter wurde gnadenlos ausgepfiffen.

Quelle: Peter Geisler

Die Demonstranten befürchten, dass der Landkreis Ostprignitz-Ruppin dabei zerschlagen und aufgeteilt werden soll. Das Pfeifkonzert hat dann sogar noch ein juristisches Nachspiel. Polizeibeamte vermuten, dass dabei gegen das Versammlungsgesetz verstoßen wurde. Die Staatsanwaltschaft prüft, lehnt aber Wochen später ein Ermittlungsverfahren ab.

5. Umstrittenes Museum feiert Eröffnung in der Fontanestadt

Nach jahrelangem Umbau ging im Januar das neue Museum von Neuruppin an den Start. Rund sechs Millionen Euro hat die Stadt in die umstrittene Sanierung und Erweiterung gesteckt und wollte das Museum damit zu einem der führenden in ganz Brandenburg machen.

Das umstrittene Museum feierte im Januar in Neuruppin Eröffnung

Das umstrittene Museum feierte im Januar in Neuruppin Eröffnung.

Quelle: Peter Geisler

Zur Eröffnung kommt Kulturministerin Sabine Kunst nach Neuruppin. Monate später kommt es zum Streit zwischen Museumsleitung und Heimathistorikern über die Qualität der neuen Dauerausstellung. Im Dezember stellt sich dann auch noch heraus, dass der Umbau wenigstens 594 000 Euro teurer wird, als zuletzt bekannt.

6. Jubel in Wittstock: Dossestadt richtet Laga 2019 aus

Riesenjubel in Wittstock: Die Stadt wird 2019 die Landesgartenschau ausrichten! Damit stach Wittstock die Konkurrenz aus Spremberg und Beelitz aus.

Die Entscheidung hatte eigentlich erst im Januar auf der Grünen Woche in Berlin fallen sollen, wurde dann aber doch schon überraschend am 24. November verkündet. Seitdem laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Minister Jörg Vogelsänger machte sich am 7. Dezember bereits ein Bild von den Bedingungen vor Ort.

7. Tausende Radler starten bei der 18. Tour de Prignitz

Tausende Radler aus nah und fern schwingen sich in der Woche vom 1. bis 6. Juni aufs Rad und kämpfen so für ihre Etappenstädte bei der 18. Tour de Prignitz.

Die Tour de Prignitz fand in diesem Jahr bereits zum 18

Die Tour de Prignitz fand in diesem Jahr bereits zum 18. Mal statt.

Quelle: Bernd Atzenroth

Sieger wird – nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Wittenberge – die Stadt Meyenburg. Der schönste Pausenort während der Tour liegt gleich um die Ecke: Es ist Preddöhl.

8. Baulöwe geht in die Insolvenz – CSI fällt deshalb 2016 aus

Der Berliner Baulöwe und Pferdesportfan Andreas Fettchenhauer geht mit seiner Firma, über die auch der Shoppingtempel „Mall of Berlin “ entstand, insolvent. Als Pächter des Neustädter Veranstaltungszentrums „Graf-von-Lindenau-Halle“ sind seine Tage damit aber ebenso gezählt. Der Vertrag mit der Stadt wird im Herbst aufgelöst.

Das international hoch angesehene Reitturnier CSI fällt 2016 ins Wasser

Das international hoch angesehene Reitturnier CSI fällt 2016 ins Wasser.

Quelle: Alexander Beckmann

Die zwischenzeitlichen Querelen jedoch hinderten den Veranstalter des international hoch angesehenen Reitturniers „CSI“, Herbert Ulonska, bei seinen Vorbereitungen. Das traditionell in der Halle erfolgende CSI fällt 2016 aus.

9. Bürgerentscheid kippt Stadtverordnetenbeschluss in Kyritz

Am 8. November schreiben die Kyritzer Brandenburger Geschichte direkter Demokratie. Mittels Bürgerentscheid heben sie einen Stadtverordnetenbeschluss auf und stoppen mit ihrer deutlichen Mehrheit die Pläne, ein früheres Klostergelände zu bebauen. Der Bürgerentscheid wird damit zu einem von nicht mal 30, die seit 1993 in Brandenburg Erfolg hatten. Von den 136 überhaupt auf den Weg gebrachten Bürgerbegehren mündeten auch nur 52 in einem solchen Bürgerentscheid.

10. Personalrochade bei Kammeroper und Musikakademie Rheinsberg

Nach 20 Jahren bekommen die beiden größten Kultureinrichtungen der Region eine Führung. Frank Matthus beerbt seinen Vater Siegfried Matthus als künstlerischer Leiter der Kammeroper Schloss Rheinsberg, neue Leiterin der Musikakademie wird Juliane Wandel.

Der Regisseur Frank Matthus (l) und sein Vater, der Komponist Siegfried Matthus

Der Regisseur Frank Matthus (l.) und sein Vater, der Komponist Siegfried Matthus.

Quelle: dpa

Beide Häuser arbeiten jetzt unter dem Dach der neuen Musikkultur gGmbH, die mehrheitlich dem Land gehört. Deren Geschäftsführer René Serge Mund kündigt im Herbst nach zwei Jahren im Amt jedoch seinen Rücktritt an.

Von MAZonline

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