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Pflanzendiebe plündern sanierten Tempelgarten

Neuruppin Pflanzendiebe plündern sanierten Tempelgarten

Mit enormem Aufwand hat die Stadt Neuruppin den Tempelgarten an der Präsidentenstraße nach historischem Vorbild umgestaltet. Jetzt haben Diebe die ersten Pflanzen gestohlen – eine Woche nach der Eröffnung. Der Vandalismus ist in Neuruppin inzwischen so groß, dass erste Geschäftsleute nicht mehr bereit sind, Beete oder Kübel zu pflegen.

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Vor dem Tempel wurden Weinreben gepflanzt, die es dort auch im 19. Jahrhundert gab. Die erste wurde jetzt schon gestohlen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Gerade mal seit einer Woche ist der sanierte Neuruppiner Tempelgarten wieder geöffnet und schon gibt es die ersten Vandalismusschäden. Pflanzendiebe haben sich über den aufwändig umgestaltete Park an der Präsidentenstraße hergemacht. Die Täter haben eine gerade erst gepflanzte Weinrebe und etliche Blumen aus dem Rondell in der Mitte des Parks gestohlen und waren dabei nicht zimperlich.

„Da müssen tatsächlich welche mit Schippe und Spaten aufgeschlagen sein“, vermutete Neuruppins Baudezernent Arne Krohn am Dienstag bei einem Pressetermin im Rathaus ernüchtert. Die Pflanzen wurden nicht einfach aus der Erde herausgerissen, sondern ausgegraben. Krohn: „Das ist extrem ärgerlich.“

Eine halbe Million Euro hat die Stadt in die Neugestaltung des Tempelgartens gesteckt. Seit Oktober hatten Landschaftsbauer den kleinen Park wieder so angelegt, wie er im 19. Jahrhundert wohl ausgesehen hat. Erst am Gründonnerstag war der Tempelgarten wieder eröffnet worden. Die meisten Pflanzen müssen sich erst noch entwickeln; die eigentliche Pracht des Gartens wird wohl erst in einigen Montan zu erkennen sein, wenn auch der neu angesäte Rasen wächst. Die offizielle Eröffnungsfeier ist in einigen Wochen geplant. Dass der neue Park nicht einmal so lange gehalten hat, macht Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter sauer. Die Diebe müssen sich am helllichten Tag aus den Beeten bedient haben. Nachts ist der Park verschlossen.

Bürgermeister erwischt eine Frau beim Ausbuddeln von Blumen

Dass die Dreistigkeit von Dieben keine Grenzen kennt, hat Bürgermeister Jens-Peter Golde vor knapp zwei Wochen auch an einem anderen Beispiel erfahren. Er ging gerade am Fontanedenkmal vorbei, vor dem kurz zuvor Stiefmütterchen gepflanzt worden waren. „Ich hab es selbst erlebt, dass eine Frau mit einer Plastiktüte gekommen ist und sich die Blumen ausgegraben hat“, sagt er. Golde hat die Diebin zur Rede gestellt, aber die habe gar nicht verstanden, wo sein Problem liegt. „Wieso, das ist doch öffentlich“, war die Antwort, die er bekommen hat, sagt der Bürgermeister fassungslos. Letztlich hat die Frau die Stiefmütterchen wieder eingepflanzt.

Karin Bickel vom Verein „Wir die Innenstadt“ ist nicht wirklich überrascht. „Auch aus den Vorgärten wird alles mögliche geklaut“, sagt sie. „Das ist nichts Neues.“ Aber auch sie als Innenstadthändlerin macht das wütend.

Auch erste Innenstadthändler resignieren vor dem Vandalismus

Viele Geschäftsleute in der Innenstadt haben sich bereit erklärt, dem Verschönerungsverein bei der Pflege der Pflanzen in der Altstadt unter die Arme zu greifen. Doch die Blumenkübel in der Neuruppiner Innenstadt werden ständig von Dieben heimgesucht. Manche nehmen die Pflanzen mit – vermutlich für den eigenen Garten. Manche reißen sie einfach nur aus der Erde heraus.

„Das ist der Grund, aus dem einige Händler inzwischen nicht mehr bereit sind, die Pflege der Pflanzen zu übernehmen“, sagt Carlo Focke, selbst Ladenbesitzer am Schulplatz. Früher hatte er vor einem Geschäft auch Blumen zu stehen. „Aber es wird alles gestohlen, was nicht angekettet ist“, sagt Focke. Wenn den Dieben die Pflanzen zu groß sind, dann nehmen sie eben den ganzen Kübel mit.

Im Tempelgarten wurden die gestohlenen Pflanzen inzwischen ersetzt. Gleichzeitig wird die Stadt die Kontrollen deutlich ausbauen, kündigte Dezernent Arne Krohn an.

Von Reyk Grunow

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