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Pflegeinsatz auf der Heide bei Zechow

Azubis als Naturschützer Pflegeinsatz auf der Heide bei Zechow

Jedes Jahr wieder ein Knochenjob: Damit die Heide bei Zechow nicht von Bäumen überwuchert wird, rücken Azubis der Unternehmensgruppe Piepenbrock im Sommer zu einem Pflegeeinsatz aus. Gemeinsam mit Naturwächtern befreien sie die Heide von nachwachsenden Bäumen.

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Azubis befreiten die Heide von nachwachsenden Birken und Kiefern.

Quelle: Frauke Herweg

Zechow. Er ist der Punk unter den Vögeln: mit seinen senkrecht aufgestellten, schwarz-weißen Kopffedern sieht der Wiedehopf aus, als trüge er eine Irokesen-Bürste. Bundesweit gilt der Höhlenbrüter inzwischen als stark gefährdet. Um den selten gewordenen Vogel in der Region wieder anzusiedeln, hängten Azubis des Unternehmensgruppe Piepenbrock am Dienstag gemeinsam mit dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land zwei Nistkästen in der Heide bei Zechow auf. Die Lebensbedingungen für den Insekten fressenden Vogel dort sind ideal: Die Heidepflanzen locken viel Futter für den Wiedehopf an.

Seit 2012 veranstaltet das Osnabrücker Dienstleistungsunternehmen Piepenbrock Naturschutz-Projekttage für Azubis aus der Firmengruppe. Lehrlinge aus ganz Deutschland befreien die Heide von nachwachsenden Birken und Kiefern. Ein Einsatz, der auf der neun Hektar großen Fläche am Fuße des Zechower Berges jedes Jahr wiederholt werden muss – ohne ständige Pflege würde Wald binnen weniger Jahre die Heide überwuchern.

Die Heidefläche liegt komplett im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land und im Naturschutzgebiet Rheinsberger Rhin und Hellberge. „Hier gibt es eben nicht nur das Flusstal, sondern auch einen trockenen Lebensraum“, sagt Naturparkleiter Mario Schrumpf. Er hofft, dass sich die Heide bei Zechow zu einer Art Trittstein entwickelt – Arten könnten zwischen der Heide dort und anderen Heideflächen wie der Kyritz-Ruppiner Heide oder der Kleinen Schorfheide in der Uckermark hin und her wechseln.

Viele Arten aus dem Lebensraum Heide gelten als besonders schützenswert. Auf der Heide bei Zechow wachsen unter anderem die graue Rentierflechte oder die Becherflechte. Auch die Zauneidechse fühlt sich dort zu Hause. Die Heidefläche bei Zechow weist nach Angaben der Naturparkverwaltung eines der wichtigsten Zauneidechsen-Vorkommen im gesamten Naturpark auf. Das zarte Tier lockt die unscheinbaren Schlingnattern an, die inzwischen in als gefährdet gelten.

Schrumpf hofft, dass sich auch der Wiedehopf dort ansiedelt. Im nur wenige Kilometer entfernten Schwanow waren die Höhlenbrüter vor kurzem beobachtet worden. Weil die Wiedehopfe in dem noch recht jungen Baumbestand rund um die Heide keine Höhlen finden, in denen sie ihren Jungen aufziehen könnten, hängten die Naturwächter mit den Azubis zwei Niströhren auf. Die waagerecht unter Ästen angebrachten Röhren sollen die Wiedehopfe anlocken.

In wenigen Woche werden Schafe einen Teil der Heidepflege übernehmen. Die Tiere sollen die Pflanzen so abfresssen, dass junge Heide nachsprießen kann. Mit einem Schafbesitzer aus der Region hat der Naturpark schon verhandelt. Ab Ende August schickt er seine Tiere auf die Heide.

Nach dem Einsatz zur Paddeltour auf dem Rhin

Zehn Azubis aus Bamberg, Dresden, Berlin, Düsseldorf, Osnabrück und Mönchengladbach beteiligten sich in diesem Jahr an dem Pflegeeinsatz auf der Heide. Die angehenden Gebäudereiniger und Mechatroniker reisten für drei Tagen in die Region. Nach dem Pflegeeinsatz auf der Heide brachen sie zu einer Paddeltour auf dem Rhin auf. Zum Abschluss ihrer Projekttage wollen sie das Naturparkhaus Stechlin in Menz besuchen.

Der Osnabrücker Dienstleistungsunternehmen Piepenbrockl hatte vor einigen Jahren 2200 Hektar Wald im Rheinshagener Forst gekauft. Zugleich pachtete das Familienunternehmen mehr als 1000 Hektar Wald. Bei Zippelsförde und bei Gühlen-Glienicke ließ das Piepenbrock zudem Streuobst-Wiesen anlegen – „mit alten Sorten, die wir in Teltow bestellt haben“, so Rüdiger Cours, der bei den Piepenbrock Forstbetrieben als Wildmeister arbeitet.

Von Frauke Herweg

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