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Photovoltaik in Metzelthin war Thema

Wusterhausener Bauausschuss tagte Photovoltaik in Metzelthin war Thema

Die Metzelthiner sehen die Pläne zur Errichtung einer Photovoltaikanlage in der Nähe ihres Dorfes vorwiegend kritisch. Nach ausführlicher Diskussion sprach sich der Bauausschuss der Gemeinde Wusterhausen aber trotzdem knapp dafür aus, das Vorhaben weiter zu verfolgen.

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Ausnahmsweise setzten sich die Wusterhausener Gemeindevertreter mal über ein Verbot hinweg. Beim Vor-Ort-Termin zu den Photovoltaik-Plänen in Metzelthin tippelten sie von Schwelle zu Schwelle.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Metzelthin. Gleich zwei Vor-Ort-Termine hatten die Mitglieder des Bau- und Ordnungsausschusses der Wusterhausener Gemeindevertretung bei ihrer Sitzung am Dienstagabend vorangestellt. Zunächst trafen sie sich am Solarfeld in Kampehl unweit der Bundesstraße 5. Dort verschafften sie sich einen Eindruck von der Freiflächen-Photovoltaikanlage, sachkundig unterstützt von Jörg Zimmermann. Der Geschäftsführer der Inventus Energie GmbH aus Schönefeld hat sich als Investor ins Gespräch gebracht. In Metzelthin will er in etwa das errichten, was es in Kampehl zu besichtigen gab.

Eingeladen waren alle Gemeindevertreter. Sie fuhren anschließend im Konvoi nach Metzelthin. Unweit des Dorfes will Zimmermann an der Bahntrasse Neustadt– Neuruppin „seine“ Solaranlage errichten: auf etwa einem Kilometer Länge und jeweils 100 Metern Breite beiderseits des Schienenstrangs.

Agrargenossenschaft unterstützt das Vorhaben

Das Vorhaben, unterstützt von der Agrargenossenschaft Barsikow und weiteren Landeigentümern, ist in Metzelthin umstritten. Ortsvorsteherin Barbara Burau hatte die Diskussion zunächst in den Fachausschuss, wenig später in die Gemeindevertretung getragen. Der Bauausschuss verlegte daraufhin den zunächst geplanten Sitzungsort Wusterhausen ins Gemeindehaus Metzelthin.

Zuvor aber wurden die Angereisten zu Streckenläufern. Über die Bahnschwellen näherten sie sich dem mit blauen Schildern markierten Punkt, von dem aus die Sonnenernte beginnen soll. Der lag weiter weg von den Wohnhäusern als zuvor geplant. Die Verschiebung weg vom Dorf sei ein Resultat der bisherigen Diskussionen, verriet der Inventus-Geschäftsführer.

In der späteren Sitzung sollte ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit sicher sein. Das Thema dominierte erwartungsgemäß beide Bürgerfragestunden. Befürworter gab es unter den Einheimischen keine. Im Gegenteil. Warum bei uns und nicht Richtung Barsikow oder Dessow? Wie dicht darf man überhaupt an die Wohnhäuser heranrücken mit so einer Anlage? Gibt es nicht weniger geeignete Flächen als den nachweislich sehr guten Boden, auf dem derzeit Getreide und Mais trefflich gedeihen? Wieso hat nicht eine Einwohnerversammlung stattgefunden, bevor wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden?

Keine Tatsachen geschaffen

Jörg Zimmermann beantwortete, was er beantworten konnte. Und wenn bei ihm das Ende der Fahnenstange erreicht war, übernahmen Bürgermeister Roman Blank oder seine Amtsleiterin Martina Vogel. Wirtschaftlichkeit habe zur Standortauswahl geführt. Photovoltaikanlagen könne man theoretisch bis drei Meter an die nächste Grundstücksgrenze bauen, so Zimmermann. „Es gibt keine vollendeten Tatsachen, bisher nur Anfragen“, stellte Martina Vogel aus ihrem Verantwortungsbereich klar. „Der Ausschuss muss heute erst entscheiden, ob er der Gemeindevertretung empfehlen soll, den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan in Metzelthin zu fassen.“

Diese Empfehlung kam schließlich mit 3:2 Stimmen äußerst knapp zustande. Angesichts der Tatsache, dass es mittlerweile auch andere Investoren zu ähnlichen Vorhaben im Gemeindebereich zieht, schlug Axel Herrmann (FDP) vor, einheitliche, für alle gültige Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie sollten unter anderem die maximale Höhe der Module, Abstände zu Wohngebäuden und Sichtschutz betreffen. Dafür sprachen sich alle Ausschussmitglieder aus. Während die Versammlung nach langer Tagesordnung ihren Fortgang nahm, nutzten etliche Metzelthiner das Angebot von Jörg Zimmermann zur individuellen Information über mehrere Zigarettenlängen vor der Tür.

Von Wolfgang Hörmann

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