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Pilotprojekt macht Schule in Wittstock

Pfleger lernen Plattdeutsch Pilotprojekt macht Schule in Wittstock

Das Kurssystem „Platt hilft“ wird in der Volkshochschule  (VHS) in Wittstock angeboten. Am Dienstag, 27. Oktober, um 18 Uhr beginnt dieser plattdeutsche Lehrgang für Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen. Fünf Zusammenkünfte im Abstand von zwei Wochen mit jeweils 90 Minuten Länge sind geplant.

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Schulterschluss beim Platt-Workshop im Juli 2015 in Wittstock.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Das Kurssystem „Platt hilft“ steht bei der Volkshochschule (VHS) in der Rheinsberger Straße 18 in Wittstock in den Startlöchern. Am Dienstag, 13. Oktober, um 18 Uhr beginnt dieser plattdeutsche Lehrgang für Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen. Insgesamt sind fünf Zusammenkünfte im Abstand von zwei Wochen mit jeweils 90 Minuten Länge bei der VHS geplant. Damit wird gleichzeitig die Grundlage gelegt, um eine Sprachtür zur Kindheit der betroffenen Patienten zu öffnen.

Das Kurssystem ist Bestandteil des Wittstocker Projektes „Platt in der Pflege“ (die MAZ berichtete). Es ist zugleich ein Brandenburger Pilotprojekt. „Wir haben nur noch drei freie Plätze für dieses kostenfreie Kurssystem“, sagt Heidi Schäfer vom VHS-Stammtisch für Niederdeutsch. Sieben Mitarbeiterinnen aus den Wittstocker Pflege- und Gesundheitseinrichtungen Arbeiterwohlfahrt, KMG und Pusteblume sind bereits angemeldet. Sie werden nun zu so genannten Kontaktpersonen für Plattdeutsch geschult. „Der Teilnehmerkreis ist auf zehn Personen begrenzt. Somit können wir eine individuelle Schulung vornehmen und jeder Besucher erhält bei einem von unseren Stammtischmitgliedern Unterricht“, so Schäfer. Die fünf Zusammenkünfte sind thematisch gegliedert und zielen auf allgemeine sowie spezielle Alltagssituationen im Gesundheits- und Pflegebereich ab. Zum Auftakt stehen etwa Fragen wie Begrüßung, Vorstellung oder biografisches Arbeiten im Vordergrund. Dann spielen Bereiche wie Essen, Trinken, Versorgung und Pflege eine Rolle. Auch die Diagnose von Krankheiten und Befindlichkeiten wird thematisiert. Ebenso spielen die Interessen der Patienten hinsichtlich der Langzeitpflege eine Rolle. Für alle Übungen liegen schriftliche Materialien vor.

Heidi Schäfer vom Plattdeutsch-Stammtisch

Heidi Schäfer vom Plattdeutsch-Stammtisch.

Quelle: Christamaria Ruch

„Bei unserem VHS-Stammtisch haben wir die Grundlage für dieses neue Kurssystem gelegt, denn es geht ja darum, wie wir diese Sprache vermitteln“, sagt Heidi Schäfer. Rollenspiele oder das gemeinsame Sprechen von plattdeutschen Sprüchen stehen dabei auf dem Programm. „In erster Linie soll die Zunge locker werden“, ermutigt Schäfer zum plattdeutschen Sprechen. Die bisher angemeldeten Personen bringen ganz unterschiedliche niederdeutsche Sprachkenntnisse mit. „Alle sind interessiert und das ist die beste Voraussetzung“, ermutigt Heidi Schäfer. Denn der Klang dieser Regionalsprache muss in Fleisch und Blut übergehen, um sie im Alltag anwenden zu können. Dies ist eine Grundlage, um später mit den Patienten auf Platt ins Gespräch zu kommen. Deshalb werden zusätzlich zu den Unterrichtsmaterialien noch ein darauf abgestimmtes Wörterbuch und eine CD erarbeitet.

Damit fügen Heidi Schäfer und die weiteren Mitstreiter vom VHS-Stammtisch Niederdeutsch einen weiteren Mosaikstein für Plattdeutsch in der Pflege hinzu: Bereits seit Frühjahr arbeiten sie an dem Brandenburger Pilotprojekt, wie diese Sprache als Türöffner in der Pflege eingesetzt werden kann. Auch ein Parlamentarischer Tisch mit Vertretern aus Politik und Pflege im Juni sowie der Workshop „Platt in der Pflege“ im Juli gehören dazu. Beide fanden in den KMG Kliniken in Wittstock statt.

Weitere Interessenten am kostenfreien Kurssystem „Platt hilft“ können sich bis Dienstag, 6. Oktober, bei der VHS in Wittstock telefonisch unter 03394/46 53 51 anmelden. Dort ist auch ein Anrufbeantworter geschaltet.

Von Christamaria Ruch

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