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Ostprignitz-Ruppin Gutspark Plänitz soll auferstehen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gutspark Plänitz soll auferstehen
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20:00 29.06.2015
Für die Sanierung des Gutsparks müssten auch ehemalige LPG-Bauten abgerissen werden. Quelle: Alexander Beckmann
Plänitz

Eine große Hürde hat Eberhard Güssow aus Hamburg jetzt genommen: Die Neustädter Stadtverordneten stimmten bei ihrer jüngsten Sitzung einer Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Teil des ehemaligen Plänitzer Gutsparkes zu.

Güssow (Jahrgang 1934) ist Sohn der letzten Gutsbesitzer und plant, die Anlage nach historischem Vorbild so weit wie möglich wieder herzurichten. Bereits 2007 hatte er dafür ein Konzept vorgestellt. Es sah die mittlerweile bereits begonnene Restaurierung des Gutshauses, die Neugestaltung des Gutshofes inklusive Abriss alter LPG-Gebäude, die Sanierung des Brauhauses und eben die Rekultivierung des Landschaftsparkes vor.

Der Landschaftspark entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im englischen Stil und umfasste rund 13 Hektar. „Heute ist der Park völlig verwildert, jedoch noch in seiner Grundstruktur vorhanden und ein lohnendes Objekt für eine Rekultivierung“, schätzt Eberhard Güssow in seinem Konzept ein. Mit der landschaftsgärtnerischen Neugestaltung, der Wiederherstellung von Wegen und der Neuanpflanzung von Bäumen und Sträuchern und eventuell der Renaturierung von Gräben und eines Abschnitts der Jäglitz solle die Anlage touristisch nutzbar gemacht werden.

Für die Finanzierung der Parksanierung setzt Eberhard Güssow auch auf öffentliche Förderung. Die Instandsetzung soll innerhalb des kreisweiten Förderprogrammes Leader Bestandteil des Projektes „Gartenroute Nordwest“ werden. Ein Zeitraum für die Realisierung steht noch nicht fest.

Der jetzt angestrebte Bebauungsplan befasst sich allerdings vorrangig mit der beabsichtigten Errichtung eines Neubaus auf dem Standort der einstigen Remise des Gutes. Der Bau soll neben Wohnräumen für Güssows Familie auch eine Unterkunft für den Parkgärtner, eine Werkstatt, Pausenräume und Sanitäranlagen für Besucher enthalten.

Güssow gehört zu den Initiatoren der Errichtung eines „Dokumentations- und Aufarbeitungszentrums zur Geschichtsepoche 1945 bis 1989“ im Plänitzer Guthaus. Es befindet sich inzwischen im Besitz von Manfred Graf von Schwerin, dem Bundesvorsitzenden der „Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum“, die sich unter anderem als Vertreter von Opfern der Bodenreform von 1945 versteht. Auch Familie Güssow war 1945 enteignet worden.

Die Sanierung des Guthauses zur Einrichtung des Dokumentationszentrums ist inzwischen Bestandteil des Leader-Programmes im Landkreis für dieses und das nächste Jahr. Veranschlagt sind allein dafür Kosten von rund 340 000 Euro.

Von Alexander Beckmann

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