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Plattenbau-Abriss in Rheinsberg

Abbruch in Stadionsiedlung Plattenbau-Abriss in Rheinsberg

Insgesamt 56 Wohnungen lässt die Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge in der Kernstadt Rheinsberg sowie im Ortsteil Kleinzerlang derzeit abreißen. Die Gesamtkosten für die Vorhaben: gut 500 000 Euro. Etwa genauso viel Geld steckt die Gesellschaft in die Sanierung des L-Blocks, der durch den Abbruch aus dem ehemaligen U-Haus entstanden ist.

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Zu DDR-Zeiten wurde das U-Gebäude in der Rheinsberger Stadion-Siedlung errichtet. Nach dem Abriss ist nur ein L übrig geblieben.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Millimeterarbeit war angesagt, als der Bagger mit seiner Riesenschaufel die Wände des Wohnblocks in der Rheinsberger Stadionsiedlung abriss. Schließlich hing der Flügel des Betonklotzes direkt am Rest des Hauses. Aus Rücksicht auf die Nachbarn, die nur ein paar Meter entfernt leben, nahmen die Mitarbeiter der Firma Sortier- und Baustoffrecycling Görlitz dort deshalb in den vergangen Tagen vorsichtig Platte für Platte ab. Nun ist nur noch ein großer Schuttberg vor dem ehemaligen U-Block zu sehen – und das Gebäude hat sich von einem U in ein L verwandelt. Auch in Kleinzerlang ist von dem Neubaublock der Rheinsberger Wohnungsgesellschaft Rewoge kaum noch etwas zu sehen.

Das Land beteiligt sich an den Kosten

Insgesamt 56 Wohnungen ließ diese in den vergangenen Tagen insgesamt abreißen; 40 in der Kernstadt und 16 im Rheinsberger Ortsteil Kleinzerlang. Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen etwa 550 000 Euro. Davon bezahlt die Rewoge 343 000 Euro. Das Land beteiligt sich mit 207 000 Euro. Das Geld vom brandenburgischen Infrastrukturministerium stammt aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“, mit dem die Leerstandsmisere in der Mark bekämpft werden soll.

So sah der Block vor dem Abriss aus

So sah der Block vor dem Abriss aus.

Quelle: Celina Aniol

Am 1. April gab es einen Startschuss für den Rückbau, der eigentlich im Herbst hätte beginnen sollen. Damals wurden die Arbeiten vom Landkreis gestoppt, weil geschützte Tiere wie Mauersegler und Fledermäuse in dem Plattenbau aus DDR-Zeiten hausen könnten. Zuvor versuchte Landrat Ralf Reinhardt den Abriss zu verhindern, um in dem Objekt zumindest vorübergehend eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Die Stadt und die Gesellschaft lehnten die Idee allerdings vehement ab – und einigten sich nach einigem Streit mit der Unteren Naturschutzbehörde darauf, dass der Abbruch im Frühjahr fortgesetzt wird, wenn das Haus auf keinen Fall mehr von den fliegenden Säugern als Winterquartier genutzt wird (die MAZ berichtete).

Fledermäuse sollen weiterhin ihre Plätze finden

Etwa 30 Nistplätze für kleine und große Tiere will die Rewoge nun als Ausgleich für die durch den Abriss verloren gegangenen Behausungsmöglichkeiten schaffen, berichtet Rewoge-Geschäftsführer Stephan Greiner-Petter. Außerdem bekommt der nun freigelegte Giebel eine spezielle Schalung, unter die Fledermäuse schlüpfen können.

Bis alle Nistplätze fertig sind, wird es aber noch etwas dauern. Denn die Gesellschaft nimmt den Abriss zum Anlass, den übrig gebliebenen Teil des ehemaligen U-Blocks aufwendig zu sanieren. Etwa eine halbe Million gibt sie 2016 aus, um dort Fenster, Hausaufgänge, Fugen und Fassaden zu erneuern. Kinderfantasie ist beim letzten Teil des Projekts gefragt: Die Rewoge will einen Wettbewerb ausloben, bei dem junge Rheinsberger ihr Traumhaus malen sollen. Die Zeichnungen sollen Vorbild für die neue Farbgebung des Hauses sein. „Wir wollen weg vom Einheitsgrau“, sagt der Rewoge-Chef. „Ich bin schon gespannt, welche verrückten Ideen die Kinder haben werden.“

Noch ist aber der Bagger an der Reihe. Wenn alles gut geht, sind die reinen Abrissarbeiten noch in dieser Woche beendet. Dann wird der Schuttberg nur noch abgetragen. „Und bis es Sommer ist, werden wir dort den Rasen wieder sprießen sehen“, so Greiner Petter.

Von Celina Aniol

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