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Ostprignitz-Ruppin Spielgeschichten mit Fontane
Lokales Ostprignitz-Ruppin Spielgeschichten mit Fontane
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15:37 05.08.2018
Familie Horenburg aus Neuruppin bestaunt die Drachenburg. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Spannung steigt; noch eine viertel Stunde, dann öffnen sich die Türen der Pfarrkirche für die Besucher der Playmobil-Ausstellung. Bis zur Karl Marx-Straße reicht bereits die Schlange der Wartenden. Für den Ausstellungsmacher Oliver Schaffer ein äußerst erfreuliches Bild, dass der Sammler mit seiner Handy-Kamera festhält: „Ich zähle jetzt bis drei und dann ruft ihr alle im Chor ,Playmobil’“. es klappt bestens, die Begeisterung ist nicht zu überhören.

5000 Playmobilfiguren sind in mehreren großen Schaubildern in der Neuruppiner Kulturkirche zu sehen. Neben der Ausstellung mit Exponaten aus der Sammlung von Oliver Schaffer gibt es dort auch eine eigens zum Fontanejahr 2019 erschaffene und auf 25000 Stück limitierte Figur des in Neuruppin geborenen Dichters zu kaufen.

Schon in der ersten Stunde wurden 250 Besucher gezählt. „Wir sind total überrascht, das ist ein gutes Omen für die kommenden vier Wochen“, sagt der Sammler aus Hamburg, der immer wieder zwischen seinen zahlreichen Vitrinen auftaucht und auch während der Ausstellung seine Figuren fotografiert. „Viele der Schaubilder entstehen ja vor Ort immer wieder neu und das will ich für mich festhalten“, sagt er.

Kreativer Eigenbrötler

Oliver Schaffer ist ein äußerst kreativer Sammler, ihm geht es nicht darum, das gesamte Sortiment zu besitzen. „Ich bin ein Eigenbrötler, kein Zwecksammler“, sagt er. Beim Zusammenstellen seiner Schaubilder lässt er seinen Fantasien freien Lauf, so wie er es bereits als Kind getan hat. Mit drei Jahren bekam er seine ersten Playmobil-Figuren. Im Teenager-Alter ist die Leidenschaft dann vorübergehend eingeschlafen, um später um so heftiger wieder aufzuleben.

In der Neuruppiner Kulturkirche bevölkern nun bis zum September über 50 000 Playmobil-Figuren den großen Ausstellungsraum – Dinosaurier, Römer, Hochzeitsgesellschaften und Piraten treten in Aktion und zwischen ihnen tauchen immer wieder Martin Luther und der erst kürzlich aus der Taufe gehobene Theodor Fontane auf.

Lieblingsfiguren wiederentdeckt

Mit viel Liebe zum Detail hat Oliver Schaffer seine Playmobil-Welten geschaffen, in denen nun die begeisterten Kinder viele ihrer Lieblingsfiguren wiederentdecken. Die dreijährige Enna aus Löwenberg erkennt die Braut in der Hochzeitsszene um 1900 wieder. „Die hab ich auch, aber ohne Schleier“, sagt sie, während ihr Bruder die Piratenschiffe, und Feuerwehren genauer inspiziert. „Vieles davon gibt es bereits bei uns zu Hause und jede Menge Autos“, sagt der Vater lachend.

Doch in der Ausstellung kann man nicht nur schauen, sondern auch spielen. Ein Problem haben allerdings die Eltern oder Großeltern. Für sie ist es nicht ganz einfach, ihre Kinder dort wieder weg zu bekommen, wenn sie den Heimweg antreten wollen.

Die Ausstellung in der Kulturkirche ist bis zum 9. September, jeweils montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Von Cornelia Felsch

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