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„Polen und Preußen“ in Wustrau

Sonderausstellung eröffnet „Polen und Preußen“ in Wustrau

Einige Exponate der neuen Sonderausstellung im Brandenburg-Preußen Museum sind zuvor noch nie öffentlich zu sehen gewesen. Am Freitag wurde die zweisprachige Schau „Polen und Preußen – Prusy i Polska“ in Wustrau eröffnet.

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Replik der Königsberger Krönungskrone von 1701, die Kaiser Wilhelm II. anfertigen ließ.

Quelle: Josephine Mühln

Wustrau. Das Brandenburg-Preußen Museum hat am Freitag seine zweisprachige Sonderausstellung mit dem Titel „Polen und Preußen – Prusy i Polska“ eröffnet. Die Feierlichkeiten fanden in der Wustrauer Kirche statt. Die Geschichte des Preußenlandes an der Ostsee werde in den Geschichtswerken über Preußen entweder kursorisch abgehandelt oder ignoriert, sagte Andreas Bödecker, Vorstand der Ehrhardt-Bödecker-Stiftung, in seiner Eröffnungsrede. Polen beginne erst ab den polnischen Teilungen Ende des 18. Jahrhunderts ins Blickfeld zu rücken. Das will die Sonderausstellung ändern.

„Noch nie haben wir so viele Partner zusammen bringen können“, stellte Bödecker fest. „Und einige unserer Exponate sind noch nie öffentlich zu sehen gewesen.“ So fanden nicht nur Ausstellungsstücke des Mineralienmuseums Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), des Heimatmuseums Hiddensee (Mecklenburg-Vorpommern) oder auch des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte den Weg nach Wustrau. Auch das Zentralarchiv des Deutschen Ordens in Wien, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin und das Germanische Nationalmuseum Nürnberg (Bayern) sind unter den Leihgebern.

Die Sonderschau ist einer von insgesamt vier Teilen des Polen-Preußen-Puzzles. Sie wird begleitet durch zwei Fotoausstellungen im Museumsgarten und der Wustrauer Mühle. Diese zeigen Bilder des alten und des heutigen Masuren – fotografiert vom deutschen Journalisten Klaus Skibowski und seiner Frau Gisela, sowie von den polnisch-deutschen Fotografen Robert Piwko und Daniel Sauer.

„Die Schlacht von Tannenberg“ gemalt vom großen polnischen Nationalmaler Jan Matejko

„Die Schlacht von Tannenberg“ gemalt vom großen polnischen Nationalmaler Jan Matejko.

Quelle: Josephine Mühln

Außerdem wird die Ausstellung vom 28. Mai bis 14. Juni durch die Schau „Germania Slavica – Die Slawische Geschichte Berlins und Brandenburgs“ im Rathaus Spandau ergänzt. Der Spandauer Bürgermeister Helmut Kleebank ist neben Ministerpräsident Dietmar Woidke einer der Schirmherren der Ausstellung.

Die deutsch-polnische Geschichte müsse wieder mehr an die Jugend herangetragen werden, befand Kleebank. Zudem zeige die Ausstellung, dass Migration ein normaler Vorgang sei, der sich in jedem Jahrhundert wiederholt habe und dabei nie ohne Probleme abgelaufen sei. „Das Zusammenleben vieler Kulturen hat in Polen problemlos stattgefunden“, sagte der Bürgermeister weiter.

Exponate unter anderem  aus der Bernsteinsammlung des Mineralienmuseums Idar-Oberstein und des Heimatmuseums Hiddensee

Exponate unter anderem aus der Bernsteinsammlung des Mineralienmuseums Idar-Oberstein und des Heimatmuseums Hiddensee

Quelle: Josephine Mühln

Stephan Theilig, wissenschaftlicher Leiter des Museums, wies noch einmal darauf hin, dass alle Exponate komplett restauriert wurden und es ein langer Prozess gewesen sei, alle Stücke zusammenzubekommen. Allen beteiligten Personen gelte sein großer Dank. Die Ausstellung habe auch Überlegungen zu zukünftigen Ausrichtung des Museums angestoßen. „Wir haben festgestellt, dass auch die preußisch-polnische Geschichte in den Vordergrund gehört“, sagte Theilig. Die Mission sei, Preußen zu zeigen „als etwas, das mehr ist“. Er wünsche den Besuchern, ein Gefühl zu entwickeln für „Nachbarschaft, Ähnlichkeiten und Zusammenhänge“. Die Zweisprachigkeit der Ausstellung trage dazu bei, dass das gelingen könne, schloss der Kurator.

Übrigens: Ein schneller Besuch der Schau lohnt sich. Die Handschriftenabteilung der Berliner Staatsbibliothek hat eine einmalige Handschrift des ersten Herzogs von Preußen, die „Kriegsordnung“ Albrechts von Hohenzollern, zur Verfügung gestellt – allerdings nur für die ersten sechs Wochen der Ausstellung.

Das Programm: Die Ausstellungen werden von einem umfangreichen Vortragsprogramm begleitet. Weitere Informationen unter: www.brandenburg-preussen-museum.de.

Von Josephine Mühln

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