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Polizei: Das Feuer im Keller war Brandstiftung

Wusterhausen Polizei: Das Feuer im Keller war Brandstiftung

Im Fall des Kellerbrandes vom Wochenende in Wusterhausen spricht die Polizei jetzt von Brandstiftung. Zudem musste die Feuerwehr nicht nur über ein Dutzend Leute retten, die es wegen des Rauchs nicht mehr die Treppe hinunter schafften. Im Nachgang wurde auch noch gesamte Block evakuiert, da Strom und Gas abgestellt werden mussten.

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Feuerwehreinsatz in Wusterhausen: Wegen des Kellerbrandes vom Samstagnachmittag musste nun der komplette Wohnblock evakuiert werden.

Quelle: Ronny Leßmann

Wusterhausen. „Kommen Sie schnell, hier ist alles voller Rauch!“ Das war nur einer von vielen Notrufen, die nach 13 Uhr am Sonnabend die Leitstelle in Potsdam erreichten und die deutlich machen, welche dramatische Szenen sich in dem Wohnhaus in der Borchertstraße 7 in Wusterhausen abspielten. Sofort wurden Feuerwehren und Rettungsdienste aus dem gesamten Gemeindegebiet herbeigerufen.

In einem Gemeinschaftraum im Keller war ein Feuer ausgebrochen. Die MAZ berichtete bereits und veröffentlichte eine Bildergalerie vom Einsatz.

Inzwischen haben Kriminaltechniker die Brandstätte untersucht. Sie gehen von Brandstiftung aus. Demnach wurde ein abgestellter Kinderwagen in Flammen gesetzt. Eine Zeugin hat zudem gegen 13.20 Uhr einen lauten Knall im Haus gehört. Wenig später breitete sich Rauch im Aufgang aus. Der Qualm verteilte sich im Treppenhaus und schnitt den Bewohnern den Weg nach draußen ab.

Die Feuerwehrleute beruhigten die eingeschlossenen Bewohner

Beim Eintreffen der Feuerwehr Wusterhausen drang bereits dichter dicker schwarzer Rauch aus dem Keller des dreigeschossigen Wohnhauses sowie aus einigen Wohnungsfenstern. Mehrere Bewohner versuchten, die Retter auf sich aufmerksam zu machen, da sie ihre Wohnungen nicht mehr verlassen konnten. Die Einsatzkräfte begannen umgehend mit ihrer Rettung. „Bitte bleiben Sie alle am Fenster und bleiben sie ruhig! Wir holen sie da raus“, beruhigte Einsatzleiter Peter Wolter die Eingeschlossen.

Mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Feuerwehrleute arbeiteten sich von Wohnung zu Wohnung vor. „Wir haben alle Wohnungen systematisch durchsucht“, berichtet Benjamin Kummer (26), der mit seinem Kameraden Karsten Pietsch das Haus durchkämmte. „Im ersten Obergeschoss vermuteten wir eine Person und brachen die Tür auf. Die Familie war aber nicht zu Hause. Im dritten Obergeschoss wurden wir fündig.“ Dort hatte sich am Fenster ein junger Mann bemerkbar gemacht. Mittels einer sogenannten Brandfluchthaube brachten Kummer und Pietsch den Bewohner durchs Treppenhaus in Sicherheit.

14-jähriges Mädchen wegen zu viel Kohlenmonoxid im Krankenhaus

Sieben weitere Bewohner konnten ihre Wohnungen nur noch über tragbare Leitern der Feuerwehr verlassen. „Das war der einzige Weg, um die Menschen ohne Gefahr ins Freie zu befördern“, berichtet Einsatzleiter Peter Wolter. Einige Nachbarn hatten sich bereits selbst in Sicherheit gebracht und standen teils nur leicht bekleidet im Freien. Sie wurden von den Mitarbeitern des nahegelegenen Seniorenheims mit heißen Getränken und Decken versorgt. Rettungssanitäter und Notärzte untersuchten alle Bewohner des Hauses auf eventuelle Rauchvergiftungen. Ein 14-jähriges Mädchen musste ins Krankenhaus, nachdem erhöhte Kohlenmonoxidwerte festgestellt worden waren.

Drei mit Atemschutz ausgestattete Trupps von Feuerwehrleuten waren zeitgleich im Einsatz. Einer bekämpfte den Brandherd in einem Kellerabteil des Gebäudes. Die anderen retteten insgesamt zehn Menschen. Auch der angrenzende Aufgang Nummer 5 wurde evakuiert.

Die Feuerwehr belüftete das Wohnhaus gründlich mit Gebläsen, um Treppenhaus und Wohnungen vom Rauch zu befreien. Nach knapp 20 Minuten war der Brand unter Kontrolle. Neben Feuerwehrleuten aus Wusterhausen wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren Nackel, Segeletz, Dessow, Brunn, Schönberg sowie eine Drehleiter aus Kyritz alarmiert. Insgesamt waren 61 Einsatzkräfte am Ort.

Leute bei Verwandten, in Hotels und im Flüchtlingsheim untergebracht

Da der Auslöser und die Auswirkungen des Feuers noch unklar waren, schalteten Spezialisten des Energieversorgers Edis vorsorglich Strom und Gas für den gesamten Wohnblock ab. Das bedeute aber auch, dass das gesamte Haus erst einmal unbewohnbar war. „So weit ich weiß, sind einige Bewohner bei Verwandten oder Bekannten untergekommen“, berichtet Bürgermeister Roman Blank auf Nachfrage. „Einige mussten wir in Hotels unterbringen.“ Eine syrische Familie fand im Flüchtlingsheim in der Seestraße vorübergehende Unterkunft. Man suche nach Ersatzwohnungen, so Blank.

Die Geschäftsführerin der Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft, Annette Kleinke, ist optimistisch, dass der Großteil der Wohnungen des Hauses in der Borchertstraße in den nächsten Tagen wieder bezogen werden kann. „Der Elektriker ist schon vor Ort und den Heizungsmonteur erwarten wir auch.“

Betrunkener pöbelte Polizisten an, die den Tatort bewachten

Während Polizeibeamte den Tatort bewachten, wurden sie von einem 52-Jährigen angepöbelt und beleidigt. Der Mann schlug gegen den Streifenwagen und ließ sich auch von seiner hinzugeeilten Ehefrau nicht beruhigen. Die Beamten nahmen den Randalierer daraufhin in Gewahrsam. Im Funkstreifenwagen trat er um sich und bedrohte die Polizisten. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,43 Promille. Im Gewahrsam beruhigte er sich dann langsam. Er konnte später nach Hause entlassen werden.

Von Ronny Leßmann und Alexander Beckmann

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