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Ostprignitz-Ruppin So manipulieren Spediteure ihre Lkw
Lokales Ostprignitz-Ruppin So manipulieren Spediteure ihre Lkw
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02:18 23.03.2018
Im Visier der Polizei: Manipulierte Lkw Quelle: Julian Stratenschulte
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Neuruppin

Es war wohl ein Zufall, der den Betrug ans Licht brachte. Polizisten der sogenannten Sonderüberwachungsgruppe (Sügru) wunderten sich, dass sie bei Kon­trollen der Fahrtenschreiber in einigen Lkw auch noch andere technische Geräte fanden. Was es damit auf sich hat, das erfuhren die Beamten der Sügru allerdings erst bei einer Schulung im April vergangenen Jahres.

Weniger Mautgebühr

Mit diesen Geräten wird die sogenannte Adblue-Technik manipuliert. Diese soll eigentlich dafür sorgen, dass durch den Zusatz von Harnstoff und demineralisiertem Wasser der Ausstoß von Stickoxiden bei Dieselmotoren um bis zu 90 Prozent reduziert wird. Das ist vorgeschrieben, damit die Euro 6-Norm eingehalten werden kann und diese Autos auch in Umweltzonen fahren können.

Spediteure, die ihre Autos mit der Adblue-Technik ausstatten, sparen zudem bei der Maut einiges an Geld, da für saubere Autos weniger Maut-Gebühren fällig werden. Doch längst nicht alle Spediteure setzen mit ihren Autos auf die neue und weniger schädliche Technik. „Es gibt in einigen Regionen schon Werkstätten, die Lkw halbprofessionell mit Manipulationstechnik ausstatten“, sagt Toralf Reinhardt, der Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Diese ist für die Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel zuständig – und damit ebenfalls für die Verkehrsüberwachung der Laster auf der A 24.

Schon zehn Verstöße in diesem Jahr entdeckt

Bisher hatte die Sügru die großen Autos stets angehalten, um zu prüfen, ob die Fahrer die vorgeschriebenen Ruhezeiten eingehalten haben oder ob ihr Lkw technisch in Ordnung ist. Nun aber schauen sie auch ganz genau, ob nicht auch die Schummeltechnik verwendet wird, um die Adblue-Technik zu manipulieren. Neun dieser Verstöße hat die Polizei im vergangenen Jahr festgestellt, zehn waren es schon in den ersten zweieinhalb Monaten in diesem Jahr, sagte Polizeisprecherin Ariane Feierbach am Dienstag.

Eine Sicherheitsgebühr von 1500 Euro

Die möglichen Strafen haben es in sich. Wegen „Fälschung technischer Aufzeichnungen“ droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren – in den meisten Fällen bleibt es bisher jedoch bei Geldstrafen. Damit die Autos ihre Fahrt fortsetzen können, muss erst die Manipulationstechnik ausgebaut sein und eine sogenannte Sicherheitsgebühr bezahlt werden. Diese liegt im Schnitt bei 1500 Euro, sagte Polizeisprecher Toralf Reinhardt.

Aktueller Fall: Kosten von 9500 Euro

Deutlich tiefer in die Tasche greifen musste indes am Donnerstag der Fahrer eines Sattelzuges, der an der Raststätte Linumer Bruch gestoppt wurde. In dem Laster war nicht nur die Adblue-Technik manipuliert, sondern der Sattelzug wies darüber hinaus noch eine Reihe anderer Mängel auf. Die Reparaturkosten lagen laut Polizei bei 9500 Euro.

Bei Lkw-Unfällen wurden fünf Menschen getötet

Die Beamten wollen bei den Kontrollen des Güterverkehrs nicht locker lassen – schon wegen der neuen Betrugstechnik und weil ab Juli auch auf den Bundesstraßen B 167 und B 103 für Lkw eine Mautpflicht gilt. Hinzu kommt, dass 2017 erstmals wieder die Zahl der Unfälle mit Lastern zugenommen hat und zwar nicht allein im Land Brandenburg, sondern auch im Bereich der Polizeidirektion Nord. Bei den 2157 Unfällen – ein Plus von 242 Fällen zu 2016 – wurden 231 Menschen verletzt und fünf getötet.

Von Andreas Vogel

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