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Polizei reagiert auf überraschende Statistik

Ostprignitz-Ruppin Polizei reagiert auf überraschende Statistik

Das gab es in den vergangenen zehn Jahren nicht. Bei mehr als der Hälfte der Unfälle mit Radfahrern, die sich in den ersten sechs Monaten des Jahres im Bereich der Polizeidirektion Nord ereigneten, waren die Radler schuld. Zu dieser Erkenntnis ist die Polizei nach Auswertung ihrer Daten gekommen. Die Beamten wollen deshalb nun verstärkt Radler kontrollieren.

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Polizeihauptmeisterin Elke Ernst und Polizeioberkommissar Michael Tornow kontrollierten am Donnerstagmorgen Radler in Neuruppin.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. In den ersten sechs Monaten des Jahres haben Radfahrer im Bereich der Polizeidirektion Nord mehr als die Hälfte der Unfälle verursacht, an denen sie beteiligt waren. „Das ist eine harte Aussage, aber das zeigt die Statistik“, sagte am Donnerstag Toralf Reinhardt, der Sprecher der Polizeidirektion. Diese ist nicht allein für Ostprignitz-Ruppin, sondern auch für die Prignitz und Oberhavel zuständig. Demnach waren Radler im ersten Halbjahr 2017 in 130 Fällen die Unfallverursacher – bei 252 Karambolagen mit Radfahrern insgesamt. Bei den Unfällen wurden drei Personen getötet sowie 46 Menschen schwer und 151 leicht verletzt.

Für die Polizei sind diese Zahlen ein Grund zum Handeln. „Wir kontrollieren verstärkt Radfahrer“, sagte Reinhardt. Nicht etwa, um diese zu drangsalieren, sondern um zu verhindern, dass die Unfallzahlen steigen. „Radfahrer sind schwächer als Autofahrer“, betonte der Polizeisprecher.

Zehn Verwarnungen in einer Stunde

Elke Ernst und Michael Tornow begannen genau aus diesem Grund am Donnerstag ihren Dienst in der Fehrbelliner Straße mit der Kontrolle von Radfahrern. Eine Stunde lang, von 7.15 Uhr bis 8.15 Uhr, hielten die Polizeihauptmeisterin und der Polizeioberkommissar, die mit ihrer neongrünen Jacke schon von Weitem zu erkennen waren, Radler an, die auf dem Radweg entgegengesetzt der Fahrtrichtung unterwegs waren, kein Licht am Rad oder Kopfhörer auf oder in den Ohren hatten. Zwar wurden innerhalb einer Stunde lediglich zehn Radler verwarnt, aber sechs von ihnen sind nun um je 20 Euro ärmer. In fünf Fällen ermahnten die Polizisten Radfahrer, doch so lange mit Licht zu fahren, wie das auch Autofahrer tun. Da es aber nicht mehr richtig dunkel war, wurde auf eine Geldbuße verzichtet.

Die Hauptunfallursache ist Unaufmerksamkeit

Kein Verständnis hat Ernst indes, wenn Radler mit beiden Ohren Musik hören, dadurch vom Verkehrsgeschehen abgelenkt sind und nicht einmal auf die Anweisungen der Beamten reagieren, weil sie diese nicht hören. Das kommt immer wieder vor – und deckt sich mit der Erkenntnis der Polizei, dass die Hauptursache bei Unfällen mit Radlern Unaufmerksamkeit ist. Das schließt die Unaufmerksamkeit von Autofahrern ausdrücklich mit ein. Auch das Tempo, mit denen Radfahrer mitunter unterwegs sind, gehört laut Polizeisprecher Reinhardt inzwischen zu den Hauptunfallursachen.

Im ersten Halbjahr 2016 hatte es mit 278 Karambolagen sogar 26 Unfälle mehr im Bereich der Polizeidirektion gegeben, an denen Radfahrer beteiligt waren. Laut Polizei waren die Radler bei 127 Fällen der Unfallverursacher, also bei weniger als der Hälfte der Unfälle. Das gilt ebenfalls für die ersten sechs Monate in den Jahren zuvor. Die Polizei hofft, dass mit den verstärkten Kon­trollen die Radler wieder aufmerksamer im Verkehr werden.

Die Zahlen für Ostprignitz-Ruppin

Im ersten Halbjahr 2017 gab es 69 Unfälle mit Radfahrern in Ostprignitz-Ruppin. Dabei wurden 33 Personen leicht und 17 schwer verletzt. Tote waren nicht zu beklagen.

Vor einem Jahr regis­trierte die Polizei zwischen 1. Januar und 30. Juni 68 Unfälle mit Radfahrern im Landkreis. Bei diesen waren eine Person getötet und 18 schwer verletzt worden. Hinzu kamen 37 Leichtverletzte.

Die meisten Unfälle mit Radlern gibt es laut Polizei an Kreuzungen und Einmündungen.

Von Andreas Vogel

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