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Ostprignitz-Ruppin Unfallzahlen auf neuem Höchststand
Lokales Ostprignitz-Ruppin Unfallzahlen auf neuem Höchststand
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00:34 19.03.2018
Bei einem Unfall im November auf der Bundesstraße 189 bei Retzin nach missglücktem Überholmanöver wurden zwei Personen verletzt. Quelle: Pfeiffer
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Neuruppin

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion Nord ist auf einen neuen Höchststand geklettert. 2017 wurden in den drei Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel, die zur Polizeidirektion Nord gehören, 13 860 Unfälle auf den Straßen registriert.

Das sind 655 mehr als 2016 und entspricht einem Anstieg von fünf Prozent, sagte am Freitag Toralf Reinhardt, der Sprecher der Polizeidirektion. Demnach wurden bei den Unfällen 22 Personen tödlich verletzt; 2016 gab es ebenfalls 22 Verkehrstote im Nordwesten Brandenburgs zu beklagen. Die Zahl der Verletzten sank jedoch leicht um 48 auf 1897 Personen.

Die Polizei führt den Anstieg bei den Unfällen „maßgeblich“ auf Zusammenstöße mit Tieren zurück. Die Zahl der sogenannten Wildunfälle erreichte mit 3342 Fällen ebenfalls einen neuen Höchststand. Dagegen gebe es „kein Heilmittel“, sagte Reinhardt.

Nach einem Unfall in Stöffin im Februar 2017 musste die Dorfstraße gesperrt werden. Quelle: Andreas Vogel

Die Polizei hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Jagdverbänden schon viel probiert. CDs und flatternde, silberne Bändchen wurden an Straßenbäume gehängt, in denen sich das Scheinwerferlicht spiegelt und die Tiere vor dem Passieren der Straße abhalten sollen; Duftmarken wurden an Leitpfosten und Bäume angebracht, die Rehe, Schweine und Waschbären von der Straße fernhalten sollen — geholfen hat das alles aber nichts.

Wildunfälle und Fahrerfluchten nehmen zu

Bei den Verkehrsunfällen gab es in der Prignitz im vergangenen Jahr einen Anstieg von 3,6 Prozent auf 2904 Zusammenstöße. Dabei wurden 344 Personen verletzt, das sind 57 mehr als 2016, und zwei Menschen getötet (2016: einer).

In Ostprignitz-Ruppin wurden genau 3395 Verkehrsunfälle registriert, das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Zusammenstößen wurden 414 Personen verletzt, das sind sechs mehr als 2016. Die Zahl der getöteten Menschen sank von zehn auf drei.

Die Zahl der Wildunfälle ist in beiden Landkreisen leicht gestiegen – in der Prignitz von 1054 auf 1062, in Ostprignitz-Ruppin von 964 auf 967.

Gestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der sogenannten Baumunfälle in den zwei Landkreisen – in der Prignitz von 73 auf 84, wobei 50 Personen verletzt wurden (2016 waren es 41 Personen) und niemand getötet wurde.

In Ostprignitz-Ruppin wurden 86 Baumunfälle registriert, sechs mehr als 2016. Bei den Unfällen wurden zwei Menschen getötet (im Vorjahr waren es sechs Personen) und 58 Menschen verletzt (2016 waren es 54).

Problematisch ist aus Sicht der Polizei auch die Zunahme der Fahrerfluchten nach Unfällen im Bereich der drei Landkreise. Die Zahl der Fälle stieg um 221 auf 2706. Zwar liegt die Aufklärungsquote bei etwa 40 Prozent, doch wurden bei den Unfällen mit Fahrerflucht auch 160 Personen verletzt und ein Mensch getötet (in Oberhavel).

Aufgeklärt werden die Fälle vor allem dann, wenn es Hinweise von Zeugen gibt, so Sprecher Reinhardt.

Nur, wo Wildzäune stehen, gibt es kaum Wildunfälle. „Wir können aber nicht überall Zäune aufstellen. Das geht auf dem flachen Land nicht“, sagte Reinhardt. Die Polizei appelliert deshalb an die Autofahrer, langsamer als bisher und mit erhöhter Aufmerksamkeit durch bewaldete Gebiete zu fahren.

Möglicherweise bringe das verstärkte Abschießen von Wildschweinen, zu dem die Jäger wegen der Afrikanischen Schweinepest aufgefordert sind, auch etwas, so Reinhardt. Sicher sei das aber nicht, so Reinhardt.

Hauptunfallursachen sind seit Jahren überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand – diese führten 2017 zu insgesamt 2176 Karambolagen. Im vergangenen Jahr haben jedoch die Vorfahrtsfehler und Fahrten unter Alkohol und Drogen zugenommen.

Das gilt ebenfalls für Fehler beim Überholen. Um fast sieben Prozent gestiegen ist die Zahl der Unfälle, die junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren verursacht haben – von 1032 auf 1103. Sogar um gut acht Prozent nahm die Zahl der Unfälle zu, für die Senioren ab 65 Jahren verantwortlich sind. Diese Zahl stieg von 1887 auf 2039.

Von Andreas Vogel

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