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Ostprignitz-Ruppin Polizeieinsatz kam zu spät
Lokales Ostprignitz-Ruppin Polizeieinsatz kam zu spät
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10:31 23.08.2014
So sind die originalen Gussfenster im Fabrikhaus fest eingemauert. Quelle: Gerd-Peter Diederich
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Wittstock

Der Geschäftsführer der Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV), Hans-Jörg Löther, hatte Anzeige erstattet. Schrotthändler hatten später sogar Tatverdächtige namentlich bekannt gemacht. Am Freitag führte die Kriminalpolizei bei ihnen Durchsuchungen durch - und musste erfolglos abziehen.

Im April waren neun alte originale Fabrikhausfenster aus dem leerstehenden Haus ausgebaut und gestohlen worden. Vermutlich waren die Täter damals dabei gestört worden oder ihnen war die Beute nach neun weggeschafften schweren Fenstern schon zu schwer. Denn weitere Fenster waren offensichtlich ebenfalls für einen Diebstahl transportbereit halb rausgerissen, wie die Polizei bei der Anzeigenaufnahme und Tatortbesichtigung im April selbst festgestellt hatte.

Nach Wochen kriminalistischer Ermittlungen und Beobachtung wurde gestern dann der erst am Vorabend erlassene richterliche Durchsuchungsbeschluss durch die Polizei in Wittstock umgesetzt. Dass die über vierstündige Durchsuchung auf zwei Grundstücken und in zwei Garagen nach dieser unerklärlich lange verstrichenen Zeit bis zum gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss nicht das erhoffte Ergebnis zur Beweissicherung gebracht hat, wundert kaum. Nun bleibt der Polizei nur noch die Hoffnung, durch die jetzt stattfindenden Vernehmungen der beiden Tatverdächtigen aus Wittstock und weitere Ermittlungen doch noch diesen Diebstahl aufklären zu können.

Bereits Anfang Juli hat Geschäftsführer Hans-Jörg Löther von der GWV überraschend vier der gestohlenen Fenster zurück bekommen. Noch heißt es dazu, dass es "vermutlich" die gestohlenen Gussfenster aus dem Fabrikgebäude sein könnten. Gemeint ist ein langes Eckhaus in den Straßen Am Rosenwinkel und Heiligegeiststraße in der Dossestadt. Klarheit, dass es die geklauten Originale sind, könne erst eine Expertise über diese Fenster und ihr Alter bringen.

Dass er wenigstens vier solcher Fenster zurückerhalten hat, freut Geschäftsführer Löther. Er kennt die Namen der vermeintlichen Verkäufer, bei denen nun gestern früh die polizeilichen Durchsuchungen stattgefunden hatten. Diese beiden Männer aus Wittstock sollen wohl zuvor versucht haben, diese Fenster bei Schrotthändlern loszuwerden und auch einzeln zu verkaufen, um keinen Verdacht zu erregen.

GWV-Chef Hans-Jörg Löther ist sich ziemlich sicher, dass er vier der gestohlenen Originalfenster in den Händen hält. "Das sind offenbar die gleichen Fenster, die baugleich noch in dem Haus sind. Die Maße stimmen, augenscheinlich auch das Alter und die Form", sagt Löther. Er ist nicht zufällig in den Wiederbesitz gelangt. Das verdankt er einem aufmerksamen Wittstocker. Der baut und saniert allein auf seinem Grundstück in der Altstadt ein Haus. Er hatte an passender Stelle im Bekanntenkreis erzählt, dass er Metallfenster sucht.

Darauf hatte sich ein Bekannter gemeldet und ihm solche Fenster zum Kauf angeboten. Zum Schein ist der Bauherr darauf eingegangen, denn er erkannte darin die Fenster wieder, die in der MAZ zu dem Diebstahlsfall abgebildet waren. Der Mann hatte sofort Hans-Jörg Löther darüber informiert, will jedoch nicht viel Aufhebens darum haben und keinesfalls öffentliche Aufmerksamkeit für sein Tun.

"Die Verlockung war schon groß, diese Prachtstücke im eigenen Haus einzubauen", sagt der Mann gegenüber der MAZ. Trotzdem hatte für ihn festgestanden, dass diese gesuchten Fenster zurück an ihren Originalplatz gehören. "Das hätte ich nicht ausgehalten, jeden Tag an diesen Fenstern in meinem Haus vorbeizugehen und zu wissen, dass es sich um Hehlerware handelt", sagt der Wittstocker.

Die GWV saniert demnächst das Denkmalobjekt Am Rosenwinkel. Darin sollen moderne neue Wohnungen entstehen. Zunächst muss dafür sehr viel Geld in die Hand genommen werden, um die aufwändige Sanierung hinzubekommen. Durch den Diebstahl wäre das noch teurer geworden, wenn alle neun gestohlenen Fenster schon im Schmelzofen gelandet oder an andere Bauherren erfolgreich verscherbelt worden wären. Bei einem Teil ist das wohl leider schon passiert.

Für Löther zählt trotzdem jedes einzelne wiedergefundene Fenster. Die anderen wird er wohl teuer nachbauen lassen müssen. Denkmalschutzbehörde und Fördermittelgeber bestehen auf den Wiedereinbau. Je Fenster war daher ein Schadenswert von 1000 Euro ins Protokoll geschrieben worden. "Das ist ein Preis für Metallrahmen-Sprossenfenster in Internetauktionen", sagt Geschäftsführer Hans-Jörg Löther nach seinen Recherchen.

Durch den Scheinkauf gab es wenigstens Spuren bis zu mutmaßlichen Tatverdächtigen.

Der Käufer selbst hatte dem einen Verkäufer sogar noch angeboten, sich als Täter bei der Polizei selbst anzuzeigen und gab ihm dafür eine Mehr-Tage-Frist. "Über zwei Monate habe ich gewartet. Sie hatten ihre Chance und sie haben diese nicht genutzt. Deshalb habe ich jetzt so gehandelt, wie ich gehandelt habe und den GWV-Chef darüber informiert", sagt der Wittstocker.

Dass durch die Freude über den Wiederfund nichts unter den Teppich gekehrt wird, dafür sorgte Hans-Jörg Löther anschließend gleich selbst. Er zeigte die ihm bekannten mutmaßlichen Tatverdächtigen bei der Polizei an. Dass aber soviel Zeit bis zur Durchsuchungvergeht, das kann er immer noch nicht glauben.

Von Gerd-Peter Diederich

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