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Polizist vor Gericht: Sex gegen Polizei-Schutz

Prozess in Neuruppin Polizist vor Gericht: Sex gegen Polizei-Schutz

Für den Beamten, der gegen den derzeit vor dem Neuruppiner Amtsgericht wegen Bestechlichkeit angeklagten Kollegen ermittelt hat, ist die Ex-Prostituierte glaubwürdig. Sie hat einen 58-jährigen Polizisten belastet, ihre Dienste für weniger oder gar kein Geld in Anspruch genommen und ihr dafür polizeilichen Schutz angeboten zu haben.

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Quelle: dpa

Neuruppin. „Dass, was sie gesagt hat, hat sich bestätigt“, sagte am Dienstag der Beamte, der gegen den derzeit wegen Bestechlichkeit vor dem Neuruppiner Amtsgericht angeklagten Kollegen ermittelt hat. Er soll zwischen 2011 und 2013 45 Mal die Dienste einer Prostituierten in Anspruch genommen haben, dafür weniger oder gar nicht bezahlt und ihr persönlichen polizeilichen Schutz gewährt haben.

„Er war jemand“

„Sie hatte für sich erkannt, dass er einen gewissen Rang bekleidete. Er war jemand“, sagte der Zeuge. Der 49-Jährige arbeitet seit 20 Jahren im Bereich Amtsdelikte. Die Verquickung von Polizei und Rotlichtmilieu habe ihn deshalb nicht erschüttert. Er hatte die 33-jährige Frau vier Mal vernommen. Sie habe gewusst, dass der Polizist sie hätte anzeigen können, weil sie damals unangemeldet der Prostitution nachging. Er, so der Zeuge, hatte bei der späteren Vernehmung der Frau den Eindruck, dass sie mit ihrem damaligen Leben, das bestimmt war von Drogen, Alkohol und Prostitution, abschließen und deshalb reinen Tisch machen wollte. Aus ihrem ganzen Aussageverhalten schloss er auf ihre Glaubwürdigkeit, zumal sie sich selbst belastete.

Recherchiert ohne dienstlichen Anlass

Nachweisbare Belege dafür, dass der Angeklagte die Frau vor behördlichen Kontrollen gewarnt hat, gibt es offensichtlich nicht. Hätte er an die entsprechenden Informationen kommen können? Dass nachzuprüfen sei schwierig. Aber, so der Zeuge, ein Beamter wie der Angeklagte käme an jede Information, ohne dass das registriert werden würde.

Offenbar hat der Angeklagte im internen Polizeisystem recherchiert, unter anderem mehrmals in der Zeit nach dem damaligen Ehenamen der Prostituierten, ohne dienstliche Notwendigkeit. Auffällig war, dass der Nachname immer falsch geschrieben worden war. Warum? Diese Frage blieb offen. Die Anfragen wurden über den Rechner des Angeklagten gemacht. Sie scheiterten wegen der falschen Schreibweise. Die Verteidigung warf dem Zeugen am Dienstag vor, dass er sich das Ermittlungsergebnis passend machen würde.

Der Angeklagte ist seit drei Jahren suspendiert und erhält seitdem nur einen Teil seiner Bezüge. Am Dienstag wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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