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Rückschlag für Wittstocker Polizisten

Sanierung des renovierungsbedürftigen Reviers ist vom Tisch Rückschlag für Wittstocker Polizisten

Fast waren sie am Ziel, die Polizisten vom Wach- und Wechseldienst und die Revierpolizisten in der Villa an der Röbeler Straße in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Sie alle hatten auf eine baldige Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen durch große bauliche Veränderungen gehofft. Doch nun haben sich die Hoffnungen zerschlagen.

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In dieser sanierungsbedürftigen Villa sind die Wittstocker Polizisten untergebracht.

Quelle: Uta Köhn

Wittstock. Die Beamten müssen unter den alten Bedingungen weiter durchhalten: Der Zustand der sogenannten Polizeivilla aus den 1920er Jahren wird sich kurzfristig nicht verbessern. Der zuständige Landesbetrieb für Bauen und Immobilien untersucht jetzt alternative Standorte; ein Ergebnis steht bislang aus.

Im Jahr 2007 konnten die Polizisten in Wittstock hoffen, dass ihr Arbeitsort komplett umgebaut und saniert wird, zumal er in Landeseigentum ist. Damals gab es dort noch 49 Beschäftigte und schon da hatte die Landesbehörde angemerkt, dass dieser Standort zu groß für den Bedarf sei, aber eine Modernisierung hatte das nicht in Frage gestellt.

Seit der Umstrukturierung zur Revierpolizei Wittstock mit 29 Polizisten im Wach- und Wechseldienst sowie sechs Revierpolizisten wird die Modernisierung für die eigene Immobilie noch unwahrscheinlicher. Das bestätigt Sprecher Christian Bargel vom Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) in Potsdam: "Die künftige Unterbringung des Polizeireviers Wittstock im Bahnhofsgebäude ist eine Option."

Zur Frage der Unterbringung wird der BLB nach Erhalt eines entsprechenden Angebots von der Stadt Wittstock eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchführen. Die Unterbringungskosten am bisherigen Standort in der Röbeler Straße 18 nach dessen Sanierung und die Unterbringungskosten im Bahnhofgebäude wurden verglichen.

Zuvor soll das Gebäude von der Stadt auf Polizeibedürfnisse hin umgebaut werden. Doch für die geplante Bahnhofsnutzung in zwei großen Gebäuden, die von der Stadt Wittstock erworben worden waren, wird erst ein Nutzungskonzept erarbeitet. Ob und was darin für wen zu welchen Kosten um- und ausgebaut wird, kann niemand aus dem Rathaus derzeit sagen.

Bürgermeister Jörg Gehrmann will deshalb mit den zuständigen Behörden vom Innenministerium und im BLB auch einen vorstellbaren Umzug als Mieter in das ehemalige Postamt in der Poststraße für die Revierpolizei in Wittstock ins Gespräch bringen. Diese Variante sei noch nicht abgestimmt, räumt Gehrmann gegenüber MAZ ein. Dafür spräche eine schnellere Verfügbarkeit und ein zügigerer Umbau, sagt Jörg Gehrmann.

Die Polizeivilla wurde bis ins Jahr 1994 für rund 400.000 D-Mark saniert. Danach folgten kleine Umbauten und mehr Reparaturen, in diesem Jahr musste auch das Dach wieder repariert werden. Die Grundstücksgröße wurde bereits durch Verkauf reduziert, unzulängliche Anbauten um die Polizeivilla sind abgerissen worden. Die Wittstocker Polizisten wünschen sich nach dem mehrfachen Auf und Ab von Zu- und Absagen über die Haussanierung seit dem Jahr 2007 endlich ähnlich verbesserte Arbeitsbedingungen, wie sie die Kollegen in Pritzwalk und an anderen Wachen- und Revierstandorten inzwischen durch ihre Umzüge in Mietobjekte bekommen haben.

Für die beiden Wittstocker Bahnhofshäuser, die von der Stadt erworben wurden, steht die Stadtverwaltung in Wittstock noch am Planungsanfang und berät über ein Nutzungskonzept. Sollte die Polizei zur Miete umziehen können, beabsichtigt die landeseigene BLB den Verkauf der Polizeivilla.

Ursprünglich war für die Wache an der Röbeler Straße in Wittstock ein zweistufiger Ausbau vorgesehen. Dabei sollte das Hauptgebäude saniert werden und innen andere Raumaufteilungen erhalten, außen war eine umfassende energetische Modernisierung geplant. Vor der Villa sollte ein moderner Glasanbau für den Bürgerservice neu gebaut werden.

Dreieinhalb Millionen Euro waren für diesen Generalumbau noch im Jahr 2010 geplant. In dem Jahr wurde aus dem Innenministerium nochmals bestätigt: "Der Wachenumbau ist beschlossen und kommt." Das sagte damals Sprecher Geert Piorkowski vom Innenministerium in Potsdam.Die Bauarbeiten waren auch schon für April 2010 angekündigt worden und die Polizisten sogar darauf eingestellt, dass sie zeitweilig Büroarbeiten in Containern durchführen müssten.

Von Gerd-Peter Diederich

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