Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Polkaholix im Kornspeicher Neumühle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Polkaholix im Kornspeicher Neumühle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 14.10.2015
Frontmann Andreas Wieczoreck. Quelle: Regine Buddeke
Anzeige
Neumühle

Eine weise Entscheidung! Gastgeber Manfred Neumann hat – im Gegensatz zu anderen Konzerten – dieses Mal auf die Sitzreihen verzichtet und sich für eine Teilbestuhlung entschieden, „für die über 70“, wie er sagt. Vier Stühle stehen alibihalber vor der Bühne – aber keiner der 200 Gäste verspürt auch nur ansatzweise den Wunsch, sie zu benutzen. Nach der Pause sind auch sie verschwunden. Wenn Polkaholix spielen, hält es ohnehin niemanden auf dem Sitz.

Bereits 2009 sorgten die Berliner Polka-Rocker für Bombenstimmung im Kornspeicher Neumühle – auch am Freitagabend ist die Hütte restlos ausverkauft. „The weekend is wunderbar“, dröhnt Andreas Wieczoreck in die Menge, sein markiger Bass klingt, als wäre der Hall schon eingebaut. Von Anfang an geht der krachige Zweivierteltakt in die Beine. Die Basedrum wummert, dass der Boden bebt, verstärkt durch hunderte wippende Füße. Sieben Mann, in schrill-bunten Outfits, drängen sich auf der Bühne, und entlocken ihren Instrumenten alles, was geht. „White wedding“ funktioniert als Polka genausogut wie Neue Deutsche Welle. „Ihr seid hier 100 Prozent gefordert“, animiert der Frontmann die Menge, den Kraftwerk-Song „Model“ durch Chor zu unterstützen. „Das muss so laut sein, dass sich die Balken biegen und die Holzwürmer ’nen Ausreiseantrag stellen“, ruft er und „Korrekt!“, skandiert das Publikum den Reim auf „Sekt“ und einmal mehr tobt der Saal. Und rinnt der Schweiß. Wieczoreck, ein Mannsbild wie ein Szeneclub-Türsteher, liefert ein paar Hüftschwünge, reckt die Arme und bleckt die Zähne. Es ist heiß in Neumühle.

Schrill und schön: Polkaholix machen alles zu Polka – und es funktioniert prächtig. Quelle: Regine Buddeke

„Eigentlich stammen wir aus der DDR-Folkszene“, erzählt Wieczoreck in der Pause. Er und Jo Meyer hatten lange bei „Jams“ gespielt, bis man 2002 bei einer Party über ein paar rotzfreche Polka-Versionen von Stones-Songs gestolpert sei. Noch am selben Abend wurde „Polkaholix“ gegründet. „Wir wollten seitdem nur noch Musik spielen, die abgeht“, so der Frontsänger. Mit Polka gehe einfach alles: ob Ska, Punk, Rockabilly oder Metal. „Sex, Drugs und Sauerkraut“ heißt denn auch die vorgestellte neue Scheibe, die in der Pause rege gekauft wird. „Unsere beste Platte“, so der Bandsänger. „Das sagen alle.“ Mit eigenen Songs und gecoverten geht es auch im Kornspeicher weiter. „Denkste denn, du Berliner Pflanze“ und „Im Grunewald ist Holzauktion“, screamt Wieczoreck mit schönster Rammstein-Stimme. Und „Bolle“ wird zum Blues. „I was made for loving you“ – auch der berühmte Kiss-Song gerät zur Liebeserklärung an die Polka. „I like spareribs“, tönt es von der Bühne, echot das Publikum. Pfiffe und „Heys“ gellen aus der Menge, der Saal tanzt Polka. Ein Mädchen hüpft im Seitgalopp vor der Bühne auf und ab, der Bass slamt wuchtig, die Gitarren fetzen, die Bläser lassen es krachen. „Zugabe!“, tönt es laut – das führt zum Zugabe-Song mitsamt dem völlig berauschten Publikum: „Ich will da mehr von“, singt Wieczoreck den Gästen aus der Seele. Vier Zugaben – das spricht für sich. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, ruft er und singt anarchisch: „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da.“

Kein Bein stand still beim Gastspiel im Kornspeicher Neumühle. Quelle: Regine Buddeke

Von Regine Buddeke

Ostprignitz-Ruppin Jugendgruppe zeigt „Romeo und Julia“-Adaption - Theater in Neuruppin: Julia liebt Julia

Was passiert, wenn Julia eine Julia liebt? Und was, wenn diese beiden Julias auch noch zwei verfeindeten Familien angehören. Die Neuruppiner Jugendtheatergruppe „Saynever“ übersetzt Shakespeares „Romeo und Julia“ ins 21. Jahrhundert.

11.10.2015

Auch in seiner 6. Auflage lockte das Kyritzer Kneipenfest am Sonnabend wieder hunderte Besucher an. In vier Lokalen gab es bis weit nach Mitternacht Livemusik, gute Stimmung und eine Menge Gedränge.

14.10.2015

Gegen 9.30 Uhr gingen am Sonntag in vielen Straßen die Lichter aus – und das gleich für einige Stunden. Die Fehlerquelle, die zu der Mittelspannungsstörung führte, war am Sonntag noch nicht ausgemacht.

14.10.2015
Anzeige