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Poller spalten die Gemüter

Kyritz Poller spalten die Gemüter

Von rigoroser Ablehnung bis zu erleichterter Befürwortung reicht das Spektrum der Anwohnerreaktionen auf zwei Poller, die die Kyritzer Stadtverwaltung kürzlich in der Promenade aufstellen ließ. Sie sollen erreichen, was ein Verbotsschild in den vergangenen Jahren nicht schaffte: den Durchgangsverkehr stoppen.

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Bis vor kurzem fuhren hier regelmäßig Autos durch, doch dafür war der Weg nie vorgesehen.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Zwei Poller sorgen derzeit bei einigen Bewohnern der Kyritzer Promenade für Aufruhr. Die Stadt hatte sie an der schmalen Verbindungsstelle von der Promenade zur Maxim-Gorki-Straße setzen lassen, die eigentlich nur für Radfahrer und Fußgänger gedacht ist.

Stellvertretend für weitere Anwohner wendeten sich Klaus Goldmund und Wolfgang Berger an die MAZ. Sie beschweren sich darüber, dass den Anliegern mit den Pollern der kurze Weg in die Stadt genommen werde. „Seitdem die Poller stehen, ist vor unseren Haustüren Chaos“, sagen die beiden. Autos müssten wenden, weil sie nicht mehr weiterkommen und würden dafür zumeist das Grundstück oder die Auffahrt von Goldmund nutzen.

Mit Unterschriftensammlung protestiert

„Die Poller machen die Promenade zu einer Sackgasse und lassen auch keinen Begegnungsverkehr mehr zu“, so Goldmund. Dazu komme noch, dass es nachts stockfinster in der Straße ist, weil die Lampen abgeschaltet werden. Klaus Goldmund sagt auch, dass die Betroffenen, nachdem sie über den „Buschfunk“ von den Pollerplänen erfahren hatten, Unterschriften dagegen gesammelt hätten. Die Liste wurde ins Rathaus gebracht. Laut Wolfgang Berger habe er zwar eine Empfangsbestätigung erhalten, aber keine Antwort. Stattdessen seien die Poller aufgestellt worden.

Die Männer vermuten, dass die Promenade ein „rotes Tuch“ für die Stadt ist. Wohl auch, weil sich die Bewohner gegen einen anliegerfinanzierten Straßenbau ausgesprochen hätten. „Wir wollen aber keine neue Straße, sondern lieber regelmäßige Reparaturen“, so Goldmund.

Poller sollen Verkehrsrecht durchsetzen

Dieser Auffassung mag die Kyritzer Bauamtsleiterin Katharina Iredi nicht folgen: „Mit einer Retourkutsche hat das nichts zu tun.“ Seit 2009 gelte an der betreffenden Stelle ein Durchfahrverbot für Kraftfahrzeuge. „Entsprechend ist der Weg auch ausgebaut – schon von der Breite her.“ Allerdings sei das Verbot regelmäßig ignoriert worden. „Wir hatten da große Probleme.“ Pflaster und Randstreifen wurden zerfahren. Deshalb habe die Verwaltung sich schließlich für die Poller entschieden, um das geltende Verkehrsrecht durchzusetzen.

Am Haus von Frank Meumann hat der illegale Verkehr seine Spuren hinterlassen

Am Haus von Frank Meumann hat der illegale Verkehr seine Spuren hinterlassen. Der Kyritzer begrüßt die Poller ausdrücklich.

Quelle: Alexander Beckmann

Anwohner Frank Meumann begrüßt das nachdrücklich: „Für mich ist das wie ein Lottogewinn.“ Er wohnt direkt an der schmalsten Stelle des Weges und fühlte sich durch den zunehmenden Verkehr bedrängt. „Das Fundament meines Hauses ist 160 Jahre alt. Die Autos fahren da einfach zu dicht dran vorbei. Das hat alles permanent gewackelt.“ Immer wieder sei es auch zu Beschädigungen gekommen, weil mancher nicht sauber am Gebäude vorbeikam.

Stadtverwaltung hat zum Gespräch eingeladen

Dass die Poller zu unzumutbaren Einschränkungen für die Anwohner führen, findet Meumann nicht. „Bis Mitte der 90er Jahre sind alle Anwohner immer über die Mühlenstraße gefahren. Erst mit dem Ausbau der Promenade im oberen Teil hat sich das geändert.“ Zudem wurde der Weg laut Meumann zuletzt während der Bauarbeiten im Stadtzentrum zunehmend als Ausweichstrecke missbraucht.

Die Auffassungen in Sachen Durchfahrt in der Promenade stehen sich diametral gegenüber. Die Stadtverwaltung hat die Bewohner des Weges zu einem klärenden Gespräch eingeladen.

Von Sandra Bels und Alexander Beckmann

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