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Popcorn im Tank

Grundschüler informieren sich zu Biosprit und Lebensmittelknappheit Popcorn im Tank

Was hat Biosprit mit Nahrungsmittelknappheit in armen Ländern zu tun? Diese Frage hat am Montag Wittstocker Grundschüler beschäftigt. Von der Referentin Yariela Badtke aus Mexiko lernten die Schüler nebenbei sogar noch ein paar Spanischvokabeln.

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Yariela Badtke aus Mexiko ist zu Gast in Wittstock.

Quelle: Uta Köhn

Wittstock. "Wohin mit dem vielen Mais?", das war am Montag in der Klasse 4a der Wittstocker Waldring-Grundschule die Frage. Soll er lieber auf den Teller, wie zum Beispiel in Mexiko, oder in den Tank, wie immer häufiger in Deutschland? Eine, die von beiden Alternativen erzählen kann, ist Yariela Badtke. Sie ist in dieser Woche in Wittstock zu Gast. Die Mexikanerin arbeitet seit vielen Jahren als Referentin von "Brebit", den Brandenburger Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstagen, die in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfinden. Das Thema "Autofahren oder Popcorn essen?", liegt ihr deswegen besonders am Herzen.

Aber zunächst stellte sie den Schülern ihr Heimatland vor. Mais wird in dem mittelamerikanischen Land seit 9000 Jahren angebaut ‒ und ist dort für die menschliche Ernährung extrem wichtig. Die Menschen kochen die Maiskolben und backen aus dem Mehl Tortillas oder Nachos. Doch wie in Deutschland werden auch in Mexiko immer größere Flächen mit Mais angebaut, der für die menschliche Ernährung nicht geeignet ist. Die Leute müssen deswegen ihre Nahrungsmittel aus anderen Gegenden oder gar anderen Ländern einführen.

Yariela Badtke wollte die Kinder zudem zum Nachdenken über den Verkehr anregen. Sie wollte wissen, wie sie zur Schule und wie ihre Eltern zur Arbeit kommen. Während viele Kinder mit dem Bus fahren, sind die meisten Eltern aufs Auto angewiesen. Tanken sie E10, also Benzin mit einem zehnprozentigen Biospritanteil, werde Menschen in anderen Weltgegenden dadurch die Nahrungsgrundlage entzogen.

"Das Problem ist, dass unser Konsumverhalten und unsere Lebensart, nämlich fast alle Wege nur noch mit dem Auto zurückzulegen, Auswirkungen auf die Menschen in anderen Länder hat", sagt auch die Sozialarbeiterin der Waldring-Grundschule, Hille Heinecke. Sie hat die Projekttage organisiert, finanziert werden sie durch die Paul-Marschall-Stiftung.

Zum Projekttag gehörte darüber hinaus die Zubereitung von typisch mexikanischem Essen, bei dem Mais ein wesentlicher Bestandteil ist. Außerdem bekamen die Kinder von der Referentin eine kleine Spanisch-Lektion, verbunden mit etwas Bewegung: Hände runter, Hände hoch, hinsetzen, aufstehen ‒ das sollten die Schüler ganz schnell hintereinander machen. Die Kommandos dazu gab es natürlich auf Spanisch.

info Noch bis Donnerstag ist Yariela Badtke in den drei 5.Klassen der Waldringschule zu Gast.

Von Uta Köhn

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