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Praktikum in Kyritz macht Flüchtlinge glücklich

Schüler hatten es nicht leicht Praktikum in Kyritz macht Flüchtlinge glücklich

Nur mit Ach und Krach haben Mirsa Murad und Ahmad Alatrash in Kyritz ein Schülerpraktikum bekommen. Wie die anderen Diercke-Schüler auch, mussten sich die beiden 16-jährigen Flüchtlinge in der Stadt umsehen, um für die nun vergangenen zwei Wochen einen Platz zu finden. Sie berichten von großen Vorbehalten, die ihnen zunächst entgegengebracht wurden.

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Mirsa Murad(l.) und Ahmad Alatrash erledigten im Praktikum viele Arbeiten.

Quelle: Foto: André Reichel

Kyritz. Zwei Wochen Schülerpraktikum liegen nun hinter den beiden Jugendlichen Mirsa Murad und Ahmad Alatrash. Die zwei Jungen sind Schüler der Carl-Diercke-Oberschule und gehen dort in die 9. Klasse. Wie bei allen ihrer deutschen Mitschüler auch, stand für die beiden 16-jährigen ein solches Praktikum auf dem Plan, um sich damit auf das künftiges Berufsleben vorzubereiten, um zumindest schon mal etwas Arbeitsluft zu schnuppern. Leicht war es für die beiden ausländischen Schüler allerdings nicht, einen Platz zu bekommen.

Zu groß war in vielen Betrieben der Vorbehalt aus Sorge vor etwaige Verständigungsproblemen, berichteten die beiden Schüler. „Das waren bestimmt fast zehn Firmen, bei denen wir gefragt hatten“, erzählt Ahmad Alatrash. Schließlich klappte es für ihn und Mirsa Murad offenbar mit ein wenig Glück doch noch mit einem Praktikumsplatz, und zwar im Rewe-Markt in der Straße der Jugend.

Ihre Deutschkenntnisse sind viel besser, als viele Mitbürger vermuten würden. Der aus Syrien stammende Ahmad ist zwar erst seit September vergangenen Jahres im Flüchtlingsheim in Wusterhausen untergebracht, versteht aber so gut wie alles, wenn jemand mit ihm deutsch spricht. Ebenso der staatenlose Jeside Mirsa, der schon seit nunmehr einem Jahr in Wusterhausen lebt.

Seither besuchen die Jungen die Carl-Diercke-Oberschule in Kyritz, wo sie nicht nur ihre ersten Deutschkenntnisse in einem Sprachkurs mit eigens für sie geschulten Lehrern erwarben. Inzwischen sind die beiden ganz regulär in den Klassen integriert und nehmen am normalen Unterricht teil.

Was die beiden Schüler im Praktikum nun genau erwarten würde, wussten sie vorher nicht. Ihre Arbeiten reichten von Fegen und Wischen bis hin zum Auspacken von Waren und dem Aufräumen der Regale. Anke Winkel, Mitarbeiterin im Kyritzer Rewe-Markt, betreute die beiden während ihrer zweiwöchigen Tätigkeit. Sie erklärte ihnen, wie ein Markt aufgebaut ist, wie er funktioniert und was sie als Praktikanten alles zu erledigen haben.

Berührungsängste oder Sorgen vor Verständigungsproblemen waren Anke Winkel fremd. „Mit ihnen kam ich genauso gut klar wie mit unseren einheimischen Praktikanten ansonsten auch“, sagt Anke Winkel.

Jetzt, nachdem für Ahmad und Miras das Schülerpraktikum vorbei ist, wollen sie sich im Unterricht noch mehr Mühe geben als bisher. Einen konkreten Berufswunsch hat Mirsa zwar noch nicht, eine Lehrstelle im Einzelhandel würde er jedoch nicht antreten wollen. „Ich könnte mir vorstellen, irgendwann einmal in einer Werkstatt zu arbeiten“, sagt er.

Ahmad hingegen hat schon ganz konkrete Vorstellungen von seiner Zukunft. Der 16-Jährige will sich in der Schule besonders anstrengen und alle Voraussetzungen erfüllen, um später das Gymnasium besuchen zu können. „Vielleicht klappt das ja, und danach würde ich gerne eine Lehre als Zweiradmechaniker machen“, sagt der junge Syrer, der sich mit jedem weiteren Tag besser einlebt.

Von André Reichel

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