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Preise in Neuruppin gehen durch die Decke

Gute Situation auf Grundstücksmarkt Preise in Neuruppin gehen durch die Decke

Noch nie ist so viel Geld durch Grundstückskäufe in Ostprignitz-Ruppin umgesetzt worden wie im vergangenen Jahr. Der Umsatz stieg um 40 Millionen auf mehr als 186 Millionen Euro, das ist ähnlich viel wie im verarbeitenden Gewerbe in der Region. Dabei wurde im vergangenen Jahr sogar weniger Fläche als 2014 verkauft, hieß es am Mittwoch in Neuruppin.

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In Ostprignitz-Ruppin muss man für ein Grundstück am Neuruppiner Sonnenufer am tiefsten in die Tasche greifen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. So viel Geld wie im vergangenen Jahr ist noch nie bei Grundstückskäufen in Ostprignitz-Ruppin umgesetzt worden. Während die Zahl der Kauffälle seit 2007 relativ stabil zwischen 1700 und 1900 schwankt, steigt der dabei erzielte Umsatz seit drei Jahren deutlich, sagte Henry Zunke, Leiter des Kataster- und Vermessungsamtes, am Mittwoch beim Vorstellen des Grundstücksmarktberichtes. 2012 lag der Umsatz demnach bei 86 Millionen Euro, ein Jahr später waren es schon 120 Millionen Euro – 2015 kletterte der Wert auf mehr als 189 Millionen Euro. „Das ist derselbe Umsatz, den das verarbeitende Gewerbe im Landkreis pro Jahr erbringt“, sagte Zunke.

Es gilt die Devise: Grundbuch statt Sparbuch

Der Experte hat für die Entwicklung eine einfache Erklärung. „Wir befinden uns weiterhin in einer Niedrigzinsphase.“Da gelte bei den meisten die Devise: Grundbuch statt Sparbuch. An dieser Tendenz hat sich auch nichts geändert, nachdem Brandenburg die Grunderwerbssteuer im Juli 2015 von bis dahin 5,0 auf 6,5 Prozent erhöht hat. Zum Vergleich: In Bayern und Sachsen liegt dieser Steuersatz bei jeglich 3,5 Prozent. „Die Leute lassen sich bei ihrer Kaufentscheidung nicht von der höheren Grunderwerbssteuer beeinflussen“, sagte Zunke.

Weniger Fläche verkauft, mehr Gewinn gemacht

Auffällig ist, dass trotz des hohen Geldumsatzes rund 1000 Hektar weniger an Fläche im Landkreis den Besitzer wechselte. Dieser Rückgang ist vor allem auf den Rückgang beim Kauf von landwirtschaftlichen Flächen zurückzuführen.

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So hat die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) im Vorjahr lediglich 850 Hektar veräußert, 2014 war die verkaufte Fläche noch fast doppelt so groß. „Die BVVG hat die Privatisierung von Flächen deutlich gebremst“, bestätigte Amtsleiter Zunke. Möglicherweise liegt das an der Kritik, die die BVVG seit Jahren einstecken muss. Demnach verkauft sie Äcker und Boden oft zu sehr hohen Preisen. Das scheint ebenfalls in der Region zu gelten: Seit mindestens fünf Jahren liegen die Ackerpreise, die die BVVG verlangt, im Schnitt ein Drittel höher als die von anderen Verkäufern. Ähnlich sieht es bei Grünland aus. Lediglich bei Waldgebieten unterscheiden sich die durchschnittlichen Quadratmeterpreise der BVVG kaum von denen der anderen Anbieter.

Gemein ist ihnen, dass die Kaufpreise für Acker, Grünland und Wald allesamt gestiegen sind. Während der Quadratmeter Acker 2012 noch im Schnitt für 69 Cent zu haben war, sind jetzt gut ein Euro notwendig. Bei Grünland stieg der Preis innerhalb von drei Jahren von 52 auf 70 Cent.

Das Sonnenufer ist nochmals teurer geworden

Das teuerste Wohngebiet im Landkreis befindet sich weiterhin im Neuruppiner Sonnenufer. Der sogenannte Bodenrichtwert stieg dort 2015 nochmals um 5 Euro auf nun 160 Euro je Quadratmeter.

Gleichgeblieben mit 150 Euro je Quadratmeter ist indes das Wohngebiet „Lindenallee“ auf der anderen Seite des Ruppiner Sees in Neuruppin. In dem Gebiet gibt es nahezu keinerlei Grundstücksverkäufe.

In Alt Ruppin sind die Richtwerte im „Scheunenviertel“ um 2 Euro auf 65 Euro je Quadratmeter gestiegen, in der Anna-Petrat-Straße um 11 Euro auf 50 Euro je Quadratmeter.

In Rheinsberg liegt der Richtwert in der Wohnlage „nördliche Paulshorster Straße“ nun bei 60 Euro je Quadratmeter (plus 6 Euro), in Fehrbellin im Altstadtkern nunmehr bei 33 Euro (plus 5 Euro). In Kyritz liegen die Richtwerte zwischen 30 und 46 Euro je Quadratmeter. Dort gab es im Vergleich zum Vorjahr keine Änderungen. Das gilt ebenfalls für Lindow. In dem Städtchen betragen die Werte zwischen 26 und 52 Euro.

In Wittstock liegen die Werte zwischen 20 und 39 Euro je Quadratmeter. Im Bereich des „Rote-Mühle-Weges“ stieg der Preis auf 33 Euro. Die Werte von mehr als 40 Euro je Quadratmetern aus den Jahren 2002 bis 2009 sind aber unerreicht.

Von Andreas Vogel

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