Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Premiere des „Zauberers der Smaragdenstadt“

Netzeband Premiere des „Zauberers der Smaragdenstadt“

Willkommen im Zauberland: die kleine Elli wird durch einen Wirbelsturm hineingepustet – ihr Häuschen erschlägt eine Hexe und schon ist Elli mittendrin im Abenteuer. Genau wie Zuschauer des Familien-Stücks „Der Zauberer der Smaragdenstadt“, das am Sonntag in Netzeband Premiere hatte. Ein spannendes Fantasy-Märchen, bei dem die Akteure und Zuschauer viel Spaß haben.

Voriger Artikel
Ben Sands sang in Musikscheune
Nächster Artikel
In der Kleeblatt-Region bestens versorgt

Die fliegenden Affen bringen die Freunde überall hin – nur nicht aus dem Zauberland heraus.

Quelle: Regine Buddeke

Netzeband. Von wegen durch die rosarote Brille gucken! Grün ist das Zauberwort. Der Scharlatan Goodwin, der Glas für Smaragde ausgibt, ist nicht auf den Kopf gefallen. Wer in die Smaragdenstadt will, kommt nur mit grüner Brille hinein – das gilt für die Helden des Stücks genauso wie fürs Publikum. Wächter Din Gior wacht penetrant darüber, dass dem Befehl des „Schrecklichen Goodwin“ Folge geleistet wird.

c53ce8f0-41be-11e6-b389-4e990fdc400e

Menschenfresser und fliegende Affen, sprechende Krähen und betörende Mohnblumen: das Zauberland steckt voller Magie, in das die kleine Elli da hineingeweht wird. Mithilfe ihrer neuen Freunde – Scheuch, eiserner Holzfäller und Leo der feige Löwe – meistert sie viele Abenteuer, um schlussendlich wieder nach Hause zu gelangen. Ein wunderbares Stück – wunderbar umgesetzt. Die Premierengäste waren rundum begeistert.

Zur Bildergalerie

Dumm bloß, dass die Brillen fürs Premierenpublikum nicht ganz ausreichten – am Ende der Schlange wurden kurzerhand Folie und Schnur zum Selberbasteln ausgegeben. Aber lieber so als andersherum – Regisseurin Christine Hofer und ihr Team sind mehr als froh, dass so viel Gäste zur Uraufführung des „Zauberers der Smaragdenstadt“ gekommen sind. „Wir haben die Brillen immer während der Proben geknüppert – wer grade Pause hatte“, so Hofer, die ein Neuzugang beim Netzebander Theatersommer ist und sich bei ihrem Debüt für ihr Lieblingsbuch aus Kinderzeiten entschieden hat. Zumindest die Ostdeutschen unter den Gästen kennen die Wolkow’sche Version des Zauberers von Oz wohl in- und auswendig – das Buch war Kult in den Kinderzimmern der DDR. Zumal Wolkow der Geschichte um die kleine Elli noch ein paar Figuren mehr verpasst hat, als im amerikanischen Original enthalten sind. Entsprechend gespannt waren die meisten auf die Umsetzung des farbenfroh-fantastischen Stücks.

Die Gefährten

Die Gefährten: der Scheuch (Uschi Schneider), der Eiserne Holzfäller (Andreas Klein) und Elli (Daria Monciu).

Quelle: Regine Buddeke

Man darf es gleich vorwegnehmen: Es ist rundum gelungen. Schon der Wirbelsturm, der Elli ins Zauberreich weht, ist fantasievoll inszeniert dank einer riesigen runden Decke aus schwarz-weißem Spiralmuster, durch das Elli ins Auge des Orkans gesaugt wird wie in den Malström. Das unterstreichen noch die wirbelnden Schwarz-Weiß-Schirme am Rande, die den Zuschauer wie bei einer optischen Illusion nahezu schwindelig machen.

Und schon beginnt der bunte Figurenreigen. Die Hexe Gingema wird von Ellis Hausdach erschlagen, die gute Fee Willina frohlockt und erweist sich als gutmütige und ausgeflippt-eitle Diva, der Oberste der Käuer hat einen ganz entzückenden S-Fehler, der nicht nur bei den Kindern im Publikum begeistertes Kichern hervorruft. Darstellerin Uschi Schneider, die in den Vorjahren schon durch ihr komödiantisches Talent glänzte, mimt den Scheuch so drollig-tollpatschig, dass man ihn tröstend in den Arm nehmen möchte. „Ich bin so dumm, ich hab nur Kopf im Stroh“, jammert er lauthals, als Elli ihn von seinem Vogelscheuchen-Kreuz befreit hat. Elli ist eher überrascht, dass dieser sprechen kann. „Die Krähen haben es mir beigebracht“, so der Scheuch, der Elli fürderhin begleiten wird auf ihrem Weg in die Smaragdenstadt zum Schrecklichen Goodwin.

Gefangen im Schlafmohn

Gefangen im Schlafmohn.

Quelle: Regine Buddeke

Dazu stoßen noch der Eiserne Holzfäller und der feige Löwe – alle haben einen sehnlichen Wunsch, der sie auf die Reise über den gelben Backsteinweg treibt, den das Ausstattungs-Team zwingend als Drehbühne gestaltet hat, damit es ordentlich metert. Und auf dem auch zünftig gelitten und gekämpft wird: gegen die Menschenfresser mit ihrem gruseligen Anführer, gegen das Schlafmohnfeld, gegen die böse Hexe Bastinda und gegen die fliegenden Affen. Eine tolle Leistung der zum Teil sehr jungen Amateurdarsteller, die neben den Profis – Andreas Klein als leidenschaftlicher Eisen-Mann, Daria Monciu als fröhlich-neugierige Elli und Felix Zühlke als bauchfreier Gut-gebrüllt-Löwe – eine mehr als passable Figur machen. Viele von ihnen sind auch schon seit Jahren in Netzeband dabei.

Kleine Monster

Kleine Monster: die fliegenden Affen.

Quelle: Regine Buddeke

Ein großes Lob gebührt auch den Kostümen von Dirk Seesemann. Was hier in Low Budget und zum Teil aus dem Fundus hergezaubert wurde, unterstreicht einmal mehr die fantastische Magie des Stückes. Und die Musik setzt noch eins drauf. „The lion sleeps tonight“ tönt der Löwe, bevor er im Schlafmohn zusammensinkt. Worauf der Scheuch sich Goethe-fest erweist: „Zum Augenblicke möcht ich sagen, wir sollten hier besser nicht bleiben.“ Weise gesprochen. „We will, we will eat you“, rocken die Menschenfresser und rammen die Gabeln rhythmisch auf den Boden.

Beim Publikum kam das Stück rundum gut an: Luca etwa fand den Schlafmohn spannend. „Und der Eisenmann ist voll cool“, sagt der Junge, während sein Kumpel Oscar bekennt, dass er sich am Anfang vor der Hexe Gingema gegruselt habe. Aber am Ende wird alles gut.

Von Regine Buddeke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg