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Ostprignitz-Ruppin Premiere des „Zauberers der Smaragdenstadt“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Premiere des „Zauberers der Smaragdenstadt“
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00:17 07.07.2016
Die fliegenden Affen bringen die Freunde überall hin – nur nicht aus dem Zauberland heraus. Quelle: Regine Buddeke
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Netzeband

Von wegen durch die rosarote Brille gucken! Grün ist das Zauberwort. Der Scharlatan Goodwin, der Glas für Smaragde ausgibt, ist nicht auf den Kopf gefallen. Wer in die Smaragdenstadt will, kommt nur mit grüner Brille hinein – das gilt für die Helden des Stücks genauso wie fürs Publikum. Wächter Din Gior wacht penetrant darüber, dass dem Befehl des „Schrecklichen Goodwin“ Folge geleistet wird.

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Kunterbunte Zauberwelt: „Der Zauberer der Smaragdenstadt“ ist das diesjährige Familienstück beim Theatersommer Netzeband. Die Premierengäste waren rundum angetan von der Reise der kleinen Elli, die gemeinsam mit ihren Freunden allen Herausforderungen trotzt - mit Mut, Grips und Herz.

Dumm bloß, dass die Brillen fürs Premierenpublikum nicht ganz ausreichten – am Ende der Schlange wurden kurzerhand Folie und Schnur zum Selberbasteln ausgegeben. Aber lieber so als andersherum – Regisseurin Christine Hofer und ihr Team sind mehr als froh, dass so viel Gäste zur Uraufführung des „Zauberers der Smaragdenstadt“ gekommen sind. „Wir haben die Brillen immer während der Proben geknüppert – wer grade Pause hatte“, so Hofer, die ein Neuzugang beim Netzebander Theatersommer ist und sich bei ihrem Debüt für ihr Lieblingsbuch aus Kinderzeiten entschieden hat. Zumindest die Ostdeutschen unter den Gästen kennen die Wolkow’sche Version des Zauberers von Oz wohl in- und auswendig – das Buch war Kult in den Kinderzimmern der DDR. Zumal Wolkow der Geschichte um die kleine Elli noch ein paar Figuren mehr verpasst hat, als im amerikanischen Original enthalten sind. Entsprechend gespannt waren die meisten auf die Umsetzung des farbenfroh-fantastischen Stücks.

Man darf es gleich vorwegnehmen: Es ist rundum gelungen. Schon der Wirbelsturm, der Elli ins Zauberreich weht, ist fantasievoll inszeniert dank einer riesigen runden Decke aus schwarz-weißem Spiralmuster, durch das Elli ins Auge des Orkans gesaugt wird wie in den Malström. Das unterstreichen noch die wirbelnden Schwarz-Weiß-Schirme am Rande, die den Zuschauer wie bei einer optischen Illusion nahezu schwindelig machen.

Und schon beginnt der bunte Figurenreigen. Die Hexe Gingema wird von Ellis Hausdach erschlagen, die gute Fee Willina frohlockt und erweist sich als gutmütige und ausgeflippt-eitle Diva, der Oberste der Käuer hat einen ganz entzückenden S-Fehler, der nicht nur bei den Kindern im Publikum begeistertes Kichern hervorruft. Darstellerin Uschi Schneider, die in den Vorjahren schon durch ihr komödiantisches Talent glänzte, mimt den Scheuch so drollig-tollpatschig, dass man ihn tröstend in den Arm nehmen möchte. „Ich bin so dumm, ich hab nur Kopf im Stroh“, jammert er lauthals, als Elli ihn von seinem Vogelscheuchen-Kreuz befreit hat. Elli ist eher überrascht, dass dieser sprechen kann. „Die Krähen haben es mir beigebracht“, so der Scheuch, der Elli fürderhin begleiten wird auf ihrem Weg in die Smaragdenstadt zum Schrecklichen Goodwin.

Dazu stoßen noch der Eiserne Holzfäller und der feige Löwe – alle haben einen sehnlichen Wunsch, der sie auf die Reise über den gelben Backsteinweg treibt, den das Ausstattungs-Team zwingend als Drehbühne gestaltet hat, damit es ordentlich metert. Und auf dem auch zünftig gelitten und gekämpft wird: gegen die Menschenfresser mit ihrem gruseligen Anführer, gegen das Schlafmohnfeld, gegen die böse Hexe Bastinda und gegen die fliegenden Affen. Eine tolle Leistung der zum Teil sehr jungen Amateurdarsteller, die neben den Profis – Andreas Klein als leidenschaftlicher Eisen-Mann, Daria Monciu als fröhlich-neugierige Elli und Felix Zühlke als bauchfreier Gut-gebrüllt-Löwe – eine mehr als passable Figur machen. Viele von ihnen sind auch schon seit Jahren in Netzeband dabei.

Ein großes Lob gebührt auch den Kostümen von Dirk Seesemann. Was hier in Low Budget und zum Teil aus dem Fundus hergezaubert wurde, unterstreicht einmal mehr die fantastische Magie des Stückes. Und die Musik setzt noch eins drauf. „The lion sleeps tonight“ tönt der Löwe, bevor er im Schlafmohn zusammensinkt. Worauf der Scheuch sich Goethe-fest erweist: „Zum Augenblicke möcht ich sagen, wir sollten hier besser nicht bleiben.“ Weise gesprochen. „We will, we will eat you“, rocken die Menschenfresser und rammen die Gabeln rhythmisch auf den Boden.

Beim Publikum kam das Stück rundum gut an: Luca etwa fand den Schlafmohn spannend. „Und der Eisenmann ist voll cool“, sagt der Junge, während sein Kumpel Oscar bekennt, dass er sich am Anfang vor der Hexe Gingema gegruselt habe. Aber am Ende wird alles gut.

Von Regine Buddeke

Er singt nicht nur gut, er spricht auch gern. Nicht laut, nicht gestenreich – Ben Sands erzählt leise und mit Augenzwinkern zwischen seinen Songs, die allesamt von Irish Folk inspiriert sind. Er nimmt das Publikum mit auf eine Kaffee-Plauderrunde mit Musik. Schöner Musik. Seine Lieder schmeicheln sich sanft ins Herz. Am Sonntag verzauberte er die Besucher in der Vielitzer Musikscheune.

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